Tuesday, January 21, 2014

ALTAR OF BETELGEUZE - Darkness Sustains The Silence - Cd / Memento Mori



Unser irdisches Dasein hat bekanntlich außerirdische Wurzeln, die Theorie mit der Evolution ist nie beweiskräftig unterlegt worden. Warum der Affe vom Baum kam, ist noch nachvollziehbar, warum er die Hündchenstellung beim Sex jedoch aufgegeben hat nicht. Und das schließlich ist der Schlüssel zur Zivilisation. Das Leben stammt von einem Planeten Nähe Betelgeuze im Orion. Das steht schon in der Bibel, einer von diesen Raumfahrern hat sogar den Heiland nach der Kreuzigung per Raumgleiter und  interstellarer Taxilizenz mitgenommen. Die Aliens sind aber nicht klein, grau und ohrenfrei sondern potente Typen mit mächtigen Schwengeln, die sich einst das Erdenweib nahmen und Nachfolger züchteten, die riesige Gestalten annahmen. Und wenn die heilige Schrift das dogmatisiert,  es glauben immerhin 2,3 Milliarden Menschen daran, viel mehr als an Darwin, dann gibt es auch nichts mehr zu rütteln. Die hyperintelligente Rasse, die nur zu vernachlässigende 640 Lichtjahre entfernt beheimatet ist, mit einer minimalen Variable von plus/minus 150, brachte per Genexperiment zur Züchtung williger Sexsklaven die Menschheit in die Bahn. Die schenkten unseren Vorfahren die Kunst der Werkzeugbearbeitung, des monumentalen Hüttenbaus, die Sprachvielfalt und das große Missverständnis unter den Geschlechtern, die Individualität, Egoismus, Kapitalismus, Kommunismus, Apfelmus. Diverse Geisteskrankheiten, Kriege, Gier und die elektrische Kaffeemaschine. Ohne all diese Errungenschaften wären wir heute nicht auf unserem sozialen, wirtschaftlichen und intellektuellen Höchststand. Wäre das nicht schlimm? All das haben wir den Reisenden, den Pionieren aus der Galaxis um die Ecke zu verdanken. Deshalb haben schon die Afrikaner in ihren Strohhütten Altäre für Sirius und Orion aus Kuhmist geformt, die Ägypter ihre Eierköpfe so lange abgeschnürt, bis sie wie extraterrestrische Zucchinis aussahen, nur um den Göttern Ebenbild zu sein, Moses hat sich aus erster Hand den Leitfaden der Menschheit geben lassen, auch wenn er nicht viel genützt hat. Die Gewissheit, dass die Wahrheit irgendwo da draußen verborgen ist … ist Gewissheit. 

Davon wissen auch einige finnische Schwarzbrenner, die aufgrund eines starken Mangels an hohen Gebäuden mit Mumien drin, aber weil Betelgeuze im nordischen Sommernachtshimmel ganz prima nicht zusehen ist, einen eigenen Altar errichtet. Nun haben die  Verantwortlichen das nicht dem Afrikaner pedantisch nachgetan und Rentierkacke gestapelt, sondern deren Altar ist weniger sichtbar, als akustisch anwesend. Nun erwartet man zu einer vertonten Spaceodyssee vielleicht Beammusik mit Phaserrhythmen und abgedrehten Turboticks. Tatsächlich aber ist die Band ungemein bodenständig, holt ihre Inspiration eher von der dunklen Seite des Mondes, als vom Sci-Fi – Sachbuchautor. Zumindest was die Stimmung angeht, Das übrigens können finnische Bands am besten, sind immer als erster am Fingerschnipsen, wenn es um düstere und depressive Metalgeschichten geht. ALTAR OF BETELGEUZE stehen da nur wenig nach. Zeigen aber auch Rückgrat und Qualität, da sie sich doch sehr von den bekannteren Death und Doom Bands der Region unterm Nordstern abheben, und eben nicht diese morbide Schiene fahren, nicht bei Nacht und Nebel Friedhöfe plündern und auch überhaupt nicht kalt und dreckig klingen, gar nicht so nach Melodramatik und Tod. Auch wenn’s nahe gelegen hätte, es verdingen sich hier doch immerhin Leute aus dem Umfeld von Decaying. Nein, AOB´s einzige Verbindung zum Death Metal sehe ich in den Vocals von Matias Nastolin, wenn er schön tiefe und raue Growls beiträgt.  Aber darauf besteht er nicht mal, genau so sehr überzeugen reichliche cleane Passagen, die seine Leidensfähigkeit in stimmlicher Hinsicht unter Beweis stellen. Hätte ich mir auch auf einem Black Sabbath Album vorstellen können. Der Rest hat viel mehr Verbindungen zu echten Doom Bands aus der Epoche der 70er bis 90er und deren Erben selbstreden. Und es gehört auch eine gehörige Portion Stoner – Rock dazu. Im Ergebnis haben wir sowohl schwere als auch melodische, nie zu zähe, auch mal flottere Songs auf einem Album, das eine Stunde lang gut unterhält. Sound passt, Bass knäckert schön klar, Gitarre klingt absolut zeitlos und inhaltlich bewegt sich auch so einiges. Im individuell angepassten Tempo versteht sich. Es gibt mystische Momente und einen gregorianischen Chor, der seinen kleinen Katechismus zum Frühstück fressen muss. Es geht in den längeren Stücken manchmal beschaulich zu, in den kürzeren dezent rockig und immer authentisch nah an der Idee vom Metal, die die Herren Iomi und Konsorten einst hatten. Bei weitem nicht als Kopie, aber fest in den Spuren der Helden, mit genügend Innovationskraft, um ein eigenes finnische Ding durchzuziehen. Und so heben sie ab zu den Sternen, hinaus in die Kälte und hoffen vielleicht, dass die Angebeteten oben im Sternenzelt auch noch die fehlenden Daten liefern, die beweisen, dass der Affe doch den besseren Sex hat. Bis dahin, Hände weg vom Schritt und Doom/Stoner Mucke bis Anschlag aufdrehen!

7/10

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