Tuesday, July 31, 2012

UNCONSECRATED - Awakening in the Cemetery Grave - Cd / Chaos Records


Unconsecrated parken ihre Musik in Sichtweite der alten, schwedischen Klassiker und machen dabei, wie so viele andere heutzutage auch, keinen schlechten Eindruck. Wenn wir die Tatsache, dass wir das alles schon kennen, außen vor lassen und uns an roher Basskannonade weiden, wie ein fossiles Mammut an der Gänseblümchenwiese, dann gibt es keinen Grund dem Rost zu Leibe zu rücken. Unconsecrated stemmen ihren spanischen Kadaver mit aller Macht in die Gefilde Frühneunziger Elchtöter, schwören der damaligen Szene in Stil und Sound unbedingte Treue und klingen tatsächlich sehr authentisch. Schnarrende Gitarre, punkiges Schlagzeug, tief gestapeltes Soundgewand, recht primitiv gehaltenes Songwriting und die gewisse Portion an morbiden Melodien, alles da. Alles überschaubar. Sollten sich auf dieser Compilation (sie haben bisherige Veröffentlichungen zusammen getragen und neu gemastert) irgendwelche bahnbrechenden Überraschungen versteckt halten, dann tarnen sie sich ausgezeichnet unter einem mottenzerfressenen Deckmantel aus vertrauten und angegammelten Fetzen. Die Bandmitglieder bewegen sich mit maximaler Sicherheit über den Totenacker, den sie intensiv studiert haben müssen und schlurfen in gekonnten Bögen einen Schritt vor den anderen wie ein von Formaldehyd berauschter Kadaver eines unzüchtigen Geistlichen, immer mit schmutzigem Gedankengut im Fahrwasser anderer Perverser. Dass bei solch unabdingbarer Treue zu fossilen Vikingerbrigaden nur bedingt vor der Küste blühender Innovationen geankert wird, ist vielleicht nicht unbedingt schade, immer mal in Sichtweite zu kreuzen wäre aber auch nicht unattraktiv. Viel Wert legen die Musiker immerhin auf eine Grabesstimmung mit Erpelpellegarantie, ein Fakt der die rotzig rockige Komponente außen vor lässt, dem mächtig ranzig wirkenden Melodievergnügen aber Raum zur Entfaltung gibt. Somit wirken die langsamsten Parts auch am prägnantesten und in solchen Momenten darf der Muiksklave dankbar sein, dass sich die spanischen Klone unter dem Rettungsschirm hervor wagen und keine Experimente mit unsicherem Ausgang aufs Korn nehmen. Mit dieser Attitüde rumpelt und holpert das Gefährt, vielleicht nicht ganz mühelos, aber auf direktem Weg Richtung Ziel, selbst wenn die Zielgerade noch außerhalb des Bandradars liegen dürfte. Das liegt wohl auch daran, dass die Originale immer die Originale bleiben und eine Band die es zu genau wissen will, immer einige Schritte zurück bleiben wird. Wer sich damit arrangiert und wem es nicht sauer aufstößt, dass der alte Schwede schon unzählige Male mit stumpfen Werkzeugen wüst ausgeweidet wurde, der bekommt eine weitere gute Ladung staubigen und gammligen Totmetalls in den aufgeblähten Elchkadaver.
7/10

Wednesday, July 25, 2012

MASTER - The New Elite - Cd / Pulverised Records


Eine neue Elite wird der Kauz mit dem Bart auch mit der neuen Master Rille nicht aus dem mit flüssigem Blei gefüllten Taufbecken heben. Dafür ist sein in die Jahre gekommenes Baby nie im Sinne von Anpassungsfähigkeit und Flexibilität erzogen wurden, ganz der Papa. Darauf zielt der Titel wie erwartet auch nicht ab, eher widmet sich der Meister wieder wie gewohnt ganz offen und ehrlich seiner Kritik an Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und seinem Hass gegen Blindheit und Dummheit. Da uns das alles auf ewig dominieren wird, kann er noch weiter schreiben, bis der Bart zum Fliesenpolieren taugt. Musikalisch ist das Konzept Master ebenfalls absolut berechenbar und statisch, der Herr quetscht seine Vocals unter schweißtreibender Mühe zwischen seinen Stimmbändern hervor und lässt den Bass bollern als müsse er damit noch irgendwelche dekadenten Paläste einreißen. Die Gitarre hat ebenfalls was von einem Tieflader und brennt markige und für die Band mehr als typische Riffs in den Bühnenboden. Na und der Drummer arbeitet auch mehr als das er seinen Set locker absitzt. Was nicht gelungen ist (schon wieder), ist der eine Song, der dem Album die besondere Note gibt, so wie etwa „All We´ve Become“ einst auf „ Four More Years Of Terror“. Auch wenn er mit seinem Herzen sicher noch immer voll dabei ist und er eines Tages mit geschwollen Halsschlagadern und einem Schlaganfall von der Bühne kippen wird, scheint ihm die transportierte Botschaft wichtiger zu sein, als die Musik selbst. Was nicht gleichbedeutend ist mit der Annahme, Master würde musikalisch schwach auf der Brust und an Kreativität einbüßen. Das muss Herr Speckmann gar nicht beachten, denn er hat einen ganz eigenen Maßstab, was Ansprüche in allen Bereichen betrifft. Dieser kann für andere Musiker nicht verbindlich sein, dafür steht das Geholze von Master schon immer viel zu weit am Rand und fürs ich selbst. Das was wir jedesmal auf Brot bekommen ist trocken, knarzig, rockig, gespickt mit einem Dressing aus klassischen Solos, die auch bei Motörhead Verwendung finden würden und als grüner Salatblatthöhepunkt eine dicke Portion Weltenhass, oder auch Proklamation gegen zu viel Idiotie auf dem langsam sterbenden Erdenrund. Der nimmt seinen Kriegsschrei, der vor nunmehr 30 Jahren zum ersten Mal ertönte immer noch bitter ernst. Und dass er den Zug irgendwann mal verpasst hat, sollte ihn nun eigentlich auch nicht mehr stören. Master hat sich stets allen Trend widersetzt und dass der Herr immer noch sein rüpelhaftes Unwesen treibt gibt ihm im Nachhinein irgendwie auch Recht. Auf diese Weise erfüllt auch „The New Elite“ wieder die Erwartungshaltung aller Master Jünger. Und wer sich mit dem stumpfen Gedröhn und vielleicht allzu pragmatischen Death Metal des haarigen Mannes noch nie in positiver Weise auseinander setzten konnte, der darf auch heuer keine Wunder erwarten. Master ist wie das nächste Sequel zu Freitag der 13., Fans werden jeden Messergang vergöttern! Aus dieser Sicht gibt es 7/10 Punkte.

Tuesday, July 24, 2012

FASTKILL - Bestial Thrashing Bulldozer - Cd / Pulverised Records


Nippon – Thrash mit europäischen Absichten, datiert auf den Zeitraum der 80er, als Kutte und Stretch – Jeans noch Uniform waren. Darauf basiert das pausenlose Geschredder der 5 etwas ruppig musizierenden Herren, die nicht in der Absicht schwelgen, es ruhig angehen zu lassen und offensichtlich eher glauben, auf deutschen Austobahnen unterwegs zu sein. Die toben nicht erst seit gestern mit dieser hektischen Geschwindigkeit durch Raum und Zeit, so dass es einem Wunder gleicht, dass sie sich noch nicht selbst die Füße abgesäbelt haben. So was ist bedingungslose bis riskante Heldenverehrung unter Gefahr die ganze Kiste an die Wand der Bedeutungslosigkeit zu karren. Aber so lange sie Spaß daran haben, Musik in einem Rausch zu schreiben, der wahrscheinlich fälschlicherweise nahelegt, dass das Faktotum Zeit nicht auf ihrer Seite wäre und sie unbedingt „hinne machen“ müssten, so lange sollten sie auch in allergrößter Selbstaufopferung um die Häuser rennen. Ich für meinen Teil hätte etwas mehr Ruhe und Gewichtigkeit im Songwriting zu schätzen gewusst, aber so ein teutonisch präzisierter Fokus hat nichts mit der Ruhelosigkeit eines Volkes zu tun, die aus Freundlichkeit jeden Scheiß ernst nimmt. Ganz unheimlich nervig ist bedauerlicherweise der Sänger, der in so einem unerträglichen Falsett kläfft, dass ein Köter mit einem vergleichbaren Organ hierzulande von der spießig autoritären Kleingartensparten - Nachbarschaft verklagt und vom Besitzer zum Abdecker gebracht würde. Die daraus entstandene Seife geht nach Japan und zieht die Exportschraube weiter an. Gut, irgendwie mag das ja zu der ganzen Hektik des Albums passen, aber es gibt immer einen Zeitpunkt, an dem es reicht, an dem auch das größte Jauchefass keinen weiteren Tropfen fassen kann. Dass schrille Gekeife als lediglich gewöhnungsbedürftig zu beschreiben, wäre das gleiche wie zu behaupten Zahnarztbesuche seien Garanten für eine Dauererektion. Der Kerl geht mit punktuell ganz schnell auf den Sack und beißt sich dort regelrecht fest. Das trübt dann den langsam aufkommenden Unterhaltungswert einer rastlosen Bulldozermaschinerie. Denn Riffs, Drums, das ganze Arrangement lässt bei Thrash Fanatikern ohne moderne Bezüge kaum ein Wunschtürchen offen. Bisschen mehr Bass, der knäckert etwas zu flach, das vielleicht, aber so sehr ins Gewicht fallen will es nicht, wirkt jedenfalls nicht negativ nach. Dass der Vogel am Mikro die ganze Mühe in die dunkle Ecke meckert und kaum noch Möglichkeiten offen lässt, dass sich das wirklich standfeste Instrumentarium entfalten kann, ist mehr als nur leichtfertig, das ist nahezu bescheuert. So verschenken Fastkill einiges an Qualität. Ließe sich das Manko retuschieren, bliebe zwar kein bahnbrechender aber umso ehrlicherer Thrash Metal übrig, der sich mit schnellen Gitarren und kurzen, klassischen Metalsolos durch einen sauerstoffarmen Set prügelt und nicht mehr so arg anstrengend wäre. Haut mich nun nicht aus den weißen Kunstlederknöcheln, kann man aber schon mal laufen haben, wenn das Nervenkostüm hält!
5/10

Saturday, July 21, 2012

SAKATAT - Bir Devrin Sonu - Cd / Every Day Hate


Nach jeder Menge 7er Zeugs debütieren Sakatat endlich mit einem “Album”. So wenigstens lautet die Eigenaussage zu einer Cd, die keine 10 Minuten grindet. Mit so wenig Lärm im Rucksack hätten die Türken auch gern ein weiteres Vinylrelease ankündigen können. Mit dem Ding am Hörorgan fühle ich mich reichlich auf die Schippe genommen. Ich erzähle doch auch niemandem ich gehe Fallschirm springen und grabe mir dann heimlich ein Loch zum reinhüpfen. Zumal die Musik doch gewohnt schnell, präzise und den Grundgedanken wahren Grindcores ohne Umschweife bei den Eiern packt. Kann es denn echt so schwer sein, solch alptraumhaftes und cooles, rasiermesserscharfes Minutengebolze um weitere 20 Stücke zu verlängern, warum so überstürzt unbedingt eine Cd auskotzen, wenn die nur halbgar ist? Wenn irgendwas schneller vorbei ist als gewöhnlicher Morgensex, dann ist mir das in der Regel (auch in ihrer…) keinen Pfifferling in der kalten Pfanne wert. Warum Geld ausgeben, wenn das zusammen kratzen des Kleingeldes länger dauert, als sich das erstandene Produkt akustischer Komprimierung anheim zu führen. Das haben nicht mal Napalm Death in ihrer Frühphase hinbekommen, die haben da auch lieber eine echte Lp draus gemacht, selbst wenn´s gedauert hat. Wer sich ein Vorbild aussucht, sollte das mit Haut und Gebein machen. Die Musik stimmt schon mal, das tat sie wie erwähnt immer … irgendwie. Hektisches, chaotisches, blastendes Gewitter, klingt wie ein explodierender Elefant, dessen Knallgeräusch auf eine Cent Münze verdichtet wird. Roh und ungemein schnell, auf den ersten Blick unstrukturiert und planlos mit der Abrissbirne ins blinkernde Glashaus gedonnert. Auch der zweite Eindruck ändert die wirre Lage nicht, aber es macht Spaß und darauf kommt es an. Sakatat vögeln das Establishment, genau wie die britische Wiege des Grindcores es einst in den 80ern propagiert hat. Radau und Anarchie, Aufklärung und Wut von ganz unten. Umso enttäuschender erscheint es, wenn der Revolte schon nach 8 Minuten die Puste ausgeht, da ist so ein echter Punk noch nicht mal die Kellertreppe rauf und bis ans Tageslicht gekommen, da ist der Aufstand ohne Repeattaste schon wieder vorbei. Kann man ihn auch gleich bei Sterni aussitzen und versaufen. Es hätte klappen können, hätten sie noch eine Handvoll ihrer 2 Minuten Balladen drauf gepackt, niemand wäre auf die abstruse Idee gekommen, das Album (lach mich schlapp – mit Träne im Jackenaufschlag) wäre künstlich aufgepumpt, oder mit Füllmaterial zum Geldverdienen vollgestopft. Und wenn es ihnen nun mal stilecht eher liegt, einen Song in unter einer Minute in die Grube zu schicken und verrottete Erde darüber zu streuseln, dann hilft alles nichts, dann muss die Geduld Sieger sein. Dann müssen halt mehr authentische Kurzstreckenbomber geschweißt werden, wenn das mit dem flächendeckenden Angriff klappen soll. Fazit: niemand verarscht einen Grindcorefan, auch nicht unbeabsichtigt! Verflucht ehrlich klingende Musik und aufrichtige Überzeugung rechtfertigen keine Spielzeit einer zerkratzten Schellack – Platte. Oder nennt es halt nicht Album, das ginge auch…
6/10

Friday, July 20, 2012

MARASMUS - Mountains Of Dead - Cd / Disgorge Media


Welch Geistes Kind, abseits subjektiver Wertungen, sich auf „Mountains Of Dead“ lautstark bemerkbar macht, bleibt nicht lange im Dunkeln. Vital Remains, Cannibal Corpse und Vile haben eine unleugbare Steilvorlage für das Debüt (nach voran gegangener Mcd) von Marasmus angeboten. Und viel mehr bedarf es dann eigentlich nicht in Worte zu fassen. Da ist nichts neu, dennoch auf gutem Niveau, gekonnt und brutal vorgetragen. Dass das Album passagenweise sehr vertraut klingt, ist nicht unbedingt negativ belegt, nur nah an den amerikanischen Klassikern. Wem die zusagen und wer davon noch nicht genug hat, dem wird Marasmus sicher gefallen, mit all seinem Doublebass, Geprügel, Technik und schweren Mid Tempo Grooves. Häufig gehört und immer wieder als gut abgehakt. Abseits eines immer prominenter werdenden Fun Charakters und/oder überzogenen Gore Geschisses, ist diesem Album nicht allein wegen seiner rigorosen Brutalität ein gewisses Maß an seriöser Ernsthaftigkeit nicht abzusprechen. Bemerkenswert dabei bleibt, dass trotz der klaren Verbindung zu CC und Co, ein relativ variables Spiel möglich ist, so darf es gern atmosphärisch düster sein, aber auch riffbetont in angenehmer, berechenbarer Eingängigkeit an die Nackenwirbel gehen. Strapazierend wird es nie, da das gesamte Feld, das die Brüder beackern mit Früchten gesäumt ist, die vielen schon lange munden und es somit keines anstrengenden Gewöhnungszeitraumes bedarf, bis der Speichel läuft und die Rübe kreist. Muss sich die Band deshalb vielleicht die Frage nach der eigenen Existenz stellen? So lange Songs gelingen, die nicht den Eindruck einer phantasielosen Kopie hinterlassen, glaube ich das nicht. Marasmus haben genug Schneid, Stücke mit persönlichem Fokus zu schreiben, und vor allem überzeugend umzusetzen. So lange die Leadgitarre Riffs vorlegt, die ohne anzuecken durchrutschen, sofortigen Mitmachspaß auslösen, und der Drummer nicht an Tempo verliert und so lange das unbestrittene Engagement , der straff gespannte Spielriemen zu hören bleibt, ist alles gut. „Mountains…“ funktioniert von Anfang an, leistet sich keine Ausfälle und hält die Tradition unverfälschten US Bleigestöbers aufrecht. Und das hat skurilerweise nichts mit dem Bandnamen zu tun, der auf einen physikalischen Energiemangel hinweist, von dem rein akustisch nichts zu bemerken ist. Oder haben die schon zu viele Leichen gefleddert, dass sie sich mit unheilbaren Seuchen die Hirnwindungen entzündlich versaut haben? Bisschen krank klingt das ideologisch und optisch beding schon, wenn die mit Bulldozer und Instrumenten Kadaver zusammen schieben, dass irgendwann nur noch ein stinkender Matschberg übrig bleibt, quasi ein verwesender Schmelzpott, bei dem die Einzelteile nach geraumer Zeit nicht mehr zweifelsfrei zu identifizieren sind. Ihr verlasst euch gern auf vertrautes und hasst allzu dünnes Eis, dann schiebt euch das Album durch den Denkkasten!
7/10

BLACK HOLE OF CALCUTTA - Same - Lp / Give Praise Records


Black Hole Of Calcutta hat wohl irgendeinen historischen Bezug zu ebenjener Stadt in Indien, wie aber eine Meute Hardcore/Punks mit gleichem Namen von der nordamerikanischen Pazifik Küste auf diesen Trichter kommen, ist mir noch schleierhaft, wenn auch passend. Das schwarze Loch war in der Kolonialzeit ein extrem beengter Knast und die Amis machen Musik, als müssten sie alle Fesseln sprengen. Beim Versuch eine Revolution loszutreten, halten sie sich auch nicht zwingend an die Vorgaben des 3 Akkord Genres, auch wenn die Horde größtenteils primitiv und direkt drauflos rattert. Als Spiegelpunkte quasi, arbeiten sie partiell auch mal mit Industrial Generve und coolen, fast doomigen Riffs und kompletten Arrangements, die verdächtig an Black Sabbath erinnern. Hauptaugenmerk liegt natürlich im beabsichtigten Unterfangen, so viel Hektik und Chaos zu verbreiten, wie es nur irgend möglich ist. Und wenn man sich als gestandener Punk einige Disharmonien und ungewöhnliche Hörerlebnisse zu Nutze machen muss, dann scheint das legitim. Wenn dann am hinteren Ende ein recht gewöhnlicher Crust und Grind Bastard heraus fällt, dann ist das auch nicht so schlimm und allerhöchstens für die Musiker etwas ernüchternd. Denn die Erwartungshaltung in dieser Richtung ist doch deutlich definiert und dagegen lehnen sie sich mit ihren wenigen untypischen musikalischen Ausflügen auch nur bedingt auf. Der größte Teil der Songs ist einfach gebautes, rohes und wenig überraschendes Seitengeschrubbe. Nicht dass das keinen Spaß machen könnte, das Gegenteil ist der Fall, aber um das eigene Kellerloch mit Sonnenlicht zu fluten, müssen noch einige Schaufeln drauf gepackt werden. Was bleibt ist sympathische, anarchische und manchmal sogar kreative Mucke, die in ihrer Art den europäischen Vorbildern in nichts nachsteht. Vielleicht haben sie sogar mehr schwarzen Humor als alle Altweltler zusammen, wie sonst könnte jemand auf die Idee kommen die heiligste unter den Heiligen, Mutter Theresa, die wahre Mutter aus Kalkutta, mit einem Facepaint zu versehen, dass blasphemische Verbindungen in die Tiefen einer widerwärtigen und menschenverachtenden Burzum – Hölle suggeriert. Ob die alte Dame das verdient hat? Oder haben ein paar Punks aus dem Land der Weltenrettung etwa Kenntnisse von Details, die sich der freien Welt entziehen? Spekulationen zur allgemeinen Unruhestiftung wären angebracht. Damit hätten die wohl ihr Ziel auch erreicht, Anarchie und Chaos zu erzeugen und wenn die Musik dafür nicht die 100 Prozent an benötigten Voraussetzungen schafft, dann werden aus der investigativen Hüfte andere Mittel zur Anwendung gebracht. Schaut euch einfach das Cover an und lasst euch nicht in die Irre leiten. Unterm Strich steht die Band immer noch für ordentlichen Crustpunk.
6/10

Monday, July 16, 2012

DEADLY REMAINS - Severing Humanity - Cd / Deepsend Records


Deadly Remains bauen auf ihrem 2. Album ihre technische und progressive Seite aus, bringen moderne Death Metal Variationen mit Althergebrachten und Bewährten zusammen. So scheppert das Set vornehmlich brutal, meist zwischen hohem Tempo und Midtempogrooves. Obertöne treffen Beatdowns, markige Riffs lassen sich vom wüst tobenden Drummer treiben. Etwas anstrengender sind dann Bass und Gitarre , wenn die Vorliebe für beunruhigende Jazz – Eskapaden durchbricht, sie verqueren Freisinn von der verchromten Kette lassen und das nicht immer zu passender Zeit. Dieses aufdringliche Saiten Gewichse kann anstrengend werden, behält aber nur kurz wenn auch offensiv Oberwasser. Das unterstreicht wohl die progressive Note, mit der nicht jeder umgehen können wird. Im Verlaufe der Rinde nimmt der Einfluss sogar zu und gipfelt in „Psalm Of Impurity“, das sie sich aus ignoranter Sicht hätten an den Hut pfropfen können, da es die Scheibe keinen Deut voran bringt und mit seiner Klimperei eher an einen Abend mit Helge Schneider erinnert. Wirklich nervenaufreibend ist aber der Gesang, der in so unglaublich unmotivierter, immer auf gleichem Level rasselnder Tonlage vor sich hin leidet, dass es den meist flüssigen Lauf der Songs bremst wie ein Bieberdamm. Langweilig und alles andere als konstruktiv. Als würde ihm jemand mit der Klobürste im Magen rumstochern, unglaublich. Abgesehen von dem Geröchel ist auch der 2. Schlag der Amis in fast allen Belangen vertretbar, kompositorisch abwechslungsreich, immer an straffer Leine und die angestrebte, keinesfalls rigoros brutale Gangart nie aus dem Auge gelassen. Komplexere Strukturen, verschachteltes Songwriting und allseits auf Action getrimmt, so wollen sie ihre Musik wahrscheinlich verstanden haben. Zugunsten der Nachvollziehbarkeit wäre etwas mehr Gelassenheit vielleicht ganz gut gewesen, aber keine Bange, so schlimm wird’s nicht. Sonderlich engstirnig darf man sich der Geschichte allerdings auch nicht hingeben, denn einfach nur drauf los poltern liegt, wie bereits dezent angedeutet, jenseits des bandinternen Anspruchs. Dass es nicht immer einfach aber höchst interessant zugeht, könnte ebenfalls in der Absicht der Musiker liegen, die sich selbst zu immer dichter gestrickten Leistungen treiben und Gefahr laufen, irgendwann das Publikum aus den Augen zu verlieren. Für jene unruhigen Zeitgeister, die stilübergreifend denken und ticken, sind Deaedly Remains ein gefundenes Fressen und für den großen Rest bleibt hinter der ganzen Anspruchsduselei noch genug über um sich den Kopf im Selbstversuch zu amputieren. Rein technisch sind Deadly Remains auf einem beeindruckenden Kurs, ob das jedoch der einzige Weg zum imaginären Ziel ist, wird sich erst noch zeigen müssen. In erster Linie sollten sie aber unbedingt an ihrem Frontmann arbeiten, vielleicht Milch mit Honig trinken und an frischer Bergluft spazieren gehen.
7/10

Saturday, July 14, 2012

SUTURE - Skeletal Vortex - Cd / Soulflesh Collectors


Neuveröffentlichungen versunkener Schätze, wie auch zu Recht vergessenen Schrottes sind legitim und an Häufigkeit proportional ansteigend. Alles schick. Dass sich eine Band hinstellt und ein Album noch mal komplett neu aufs Master knüppelt, kommt da eher seltener vor, wird es da wohl in erster Linie an den Kosten scheitern. Das ist im Falle Suture offensichtlich als marginales Problem im Ordner erledigter und ignorierter Fälle abgelegt. Zumal sie vorhaben ihr erstes Album „Carnivorous Urge To Kill“, der gleichen Behandlung zu unterziehen. So eine Frischzellenkur hat ohne Zweifel auch Vorteile, kann man doch die oberflächlichen Fältchen plan bügeln, die Frisur richten und das komplette Antlitz etwas straffen. In Bezug auf „Skeletal Vortex“ unterm Strich nicht so viel rumgedoktert, die Setlist ist etwas verschoben, was sich sowohl subjektiver Nachvollziehbarkeit wie tieferer Bedeutung entzieht, ein Intro hat sich vor das ganze Geballer gezapft und hinten dran erwartet euch ein nicht ganz versteckter Hidden Track. Der Übergang zu diesem ist nach „Chaossuary“ wird mit nicht ganz so abruptem Stillschweigen erschwert, was den „Spannungsbogen“ noch etwas summen lässt. Na und sonst? Brutaler Death Metal mit griffigen Riffs, technischer Standhaftigkeit und dezenten Disharmonien. Genau das was einer amerikanischen Brutalocombo abzufordern sein muss, wenn sie sich nicht mit Slamgedöns den Proberaum zustellt. Kann sein, dass das Schlagzeug manchmal zu weit vorzieht, kann sein dass die Klampfe zu sehr an seinem Tempo sägt, kann auch sein, dass das trotzdem gut zusammen passt. Ist gar nicht so schlimm, wenn jeder ab und an sein eigenes Ding durchzieht und mit dem Kopf durch die Wand rumpelt. Chaos, das unüberschaubar wäre entspringt dem Zweikampf definitiv nicht. „Skeletal Vortex“ deckt das ganze Spektrum an rasend aggressiver Gitarrenarbeit jenseits primitiver Akkordakrobatik ab, von bangerfreundlich durchschaubar bis hin zu komplexeren Strukturen, schrägen Einwürfen und Twist tanzenden Leads. Ebenfalls ins Ensemble gehört ein Mikrosklave, der sich den Kehlkopf krebsreif grunzt und irgendwie keinen Sauerstoff braucht um sich bemerkbar zu machen, der strapaziert seine Stimmbänder pausenlos. Auch wenn das alles manchmal nach interner und positiver Rangelei kling, harmoniert das Endergebnis erstaunlich gut. Ok, das Wort Harmonie umschreibt dieses überaus brutale und geschickt getimte Album möglicherweise nicht richtig, sagen wir mal, das gibt bedingungslos auf die Fresse und jeder Einschlag macht Spaß! Doof nur, dass wer das Album bereits im Sammelschacht versiegelt hat, diese Neuauflage nicht zwingend braucht, denn ernstzunehmend neue Anreize bietet es nicht. Ist wohl eher für den Rest gedacht, der bestimmt noch hungrig genug ist. Ich für meinen bescheidenen Teil hätte mir neue Songs unterm vorgezogenen Weihnachtsbaum gewünscht.
8/10

Friday, July 13, 2012

BINAH - Hallucinating In Resurrecture - Cd / Dark Descent


Binah beschäftigen sich gemäß ihrer Herkunft mit britischem Death Metal, extrem schwer und ohne Versuchung dem Vollgasrausch zu unterliegen, verpacken das Monster aber in feinsten, tiefgerodeten Sunlight - Sound. Beschauliches bis flottes Tempo, schartige Riffs mit melodiösem Rückenhalt und jede Menge markanter Hooks, das bildet so die Basis und den Mantel eines gelungenen Debüts. Am gelungensten sind aber wohl die tiefen Growls, die so völlig ohne Hektik und künstliche Aggression auskommen, die ungerührt entspannt grummeln und das Paket aus Blut und Stahl erst in ihr musikalisches Korsett zwingen. Die stärksten Augenblicke hat die Truppe bei den Nummern, die offensiv das Tempo wechseln, gern mal über 7 Minuten durch die Landschaft schleifen, die ein sympathisch doomiges Flair vermitteln und ungemein gewichtig und unausweichlich erdrückend zum Schneckentanz fordern. Aber noch bevor die künstlerische Faustanpille die Sinne lähmt, wird es wieder flotter, dann machen sich Bolt Thrower Momente breit wie Schimmel im nassen Kartoffelkeller. Auch können sie es partiell filigraner, wenn sie Akustikpassagen einbauen (Intro), auf nebelverhangene, morbide Atmosphäre setzen(mit dezenten Synthies im Hintergrund) oder mit kurzen Solis dealen. Eigentlich aber liegt ihnen brutales Breitseitenfeuer am meisten, dann nämlich, wenn der Mid Tempo Hammer zuschlägt und Riffs ihren Auftritt haben, die an der Schmerzgrenze sägen. Alles in allem ist das Album simpel konstruiert, folgt den ungeschriebenen Gesetzmäßigkeiten des eigenen Geschmackes und bleibt aufgrund seiner rhythmischen und instrumental angenehm verdaulichen Anlagen immer nachvollziehbar. Binah locken uns nicht mit zu viel Anspruch aufs Glatteis und lassen uns eisiges Wasser saufen gehen, im Korpus bleibt bei allen Versuchen, mehrere Facetten ihrer Musik aufzuzeigen, Death Metal einfach nur Death Metal. Somit machen sie aus der Idee der traditionellen Old School Verwüstung entweder etwas relativ vielschichtiges, oder sie haben sich einfach nur die Nüsse aus dem Kothaufen der 90er gepickt und noch mal mit eigenen Mitteln kandiert. Könnt ihr betrachten wie der der Glöckner seine Esmeralda, Fakt ist, dass die Nüsse jetzt brandheiß auf der Servierplatte liegen. Zum Konsum sollte sich niemand verpflichtet fühlen, alle Empfehlungen sind unverbindlich. Ob zäh wie erkaltende Melasse oder stumpf wie die Keule unserer fellbehangenen Vorfahren, ob präzise oder direkt, Binah zielen mit allen zur Nutzung freigegebenen Mitteln ganz gut ins Schwarze. Selbst wenn nicht jeder Schuss en Treffer ist und die Ansichten darüber, wie lange das musikalische Old School Thema noch ausgereizt werden kann/muss/sollte, weit auseinander driften, würde ich dem britischen Trio mehr als nur eine faire Chance zugestehen. Fazit: Ein grottig blöd ausschauendes Cover, das die mörderischen Qualitäten von der Insel nicht lange verbergen kann, schreckt niemanden ab.
7/10

Wednesday, July 11, 2012

SKELETAL REMAINS - Desolate Isolation - Mc / FDA Rekotz


Nun, hätte ich nicht gewusst, dass das ein recht aktuelles Demo ist, ich hätte mein kürzeres Bein darauf verwettet, dass da jemand ein hornaltes Tape aus einer Messibude unter schimmligen Matratzen und einem schiefen Turm Pizzaschachteln heraus operiert hat. Da bleibt mindestens ein halbblindes Auge auf dem Bandfoto hängen und fühlt sich in seiner Fehlannahme noch bestätigt. Könntest du denken, das ist steingraues Geschredder von Mantas in freiwilliger Abstimmung mit Pestilence, den Kopf noch ein Stückchen in der Bay Area, nur aggressiver und irgendwie ernsthafter. Pestilence als Hauptmotor werden ganz naheliegend auch gecovert, und „Chronic Infection“, berührt auch die richtigen Rezeptoren, sodass sofort klar wird, dass da Musiker mit ihrem ganzen Arsenal dahinter stehen. Und die Betonung liegt immer noch auf Tape, in unerfüllten Zeiten des Leistungsdrucks, wo andere Musiker jeden Song 5x feilen, bevor sie ihn professionell weiter vermurksen, legt die Truppe aus Kalifornien einzig Wert auf authentisches Feeling. Und dazu gehört neben holprigem Sound auch, dass das Erzeugnis auf Band veröffentlicht gehört. Der Gesang kann vielleicht etwas nerven, das raue Gekrächze verlangt etwas Gewöhnung, ein wirkliches Manko ist das aber eher nicht, hat was von alten Holländern. Das kann dann ja nicht übel sein. Das Tempo ist moderat, die Songs trotz technischer Ambitionen und versuchter Vielschichtigkeit, sehr überschaubar, die Arrangements absolut klassisch. Der Bass überrascht passagenweise mit jazzigem Ausfallschritt, die Klampfe springt zwischen schartigen Riffs und gekonnten Solis wie ein Jo-Jo zum Kindergeburtstag. Irgendwie scheint es den Herren gelungen zu sein, den Geist der ausgehenden 80er in ihre Musik zu transferieren. Das klingt alles wie auf Anfang, als hätte der Schöpfer endlich eine richtige Entscheidung getroffen und den Resetknopf gebuzzert. Da ist noch nichts von wirklicher Perfektion zu hören, es liegt aber wie Friedhofsnebel in der kalten Luft, dass da was auf uns zukommt. Skeletal Remains haben alles aufgesammelt, was andere mit der Geburt des Death Metal in Verbindung bringen, und ich selbst hab selten eine Band gehört, die so nah am Geiste der Aufbruchsstimmung war. Um den möglichen Vorwurf eine Kopie besserer Bands zu sein zu entkräften, muss gesagt werden, dass zum einen das technische Know How auf festen Beinen steht, die Musik sehr bodenständig und ehrlich klingt und vor allem, dass die Stücke die persönliche Note von 4 jungen Langzotteln tragen, die kürzlich aus einem DeLorean gepurzelt sein müssen. Skeletal Remains sind sicher alles andere als das künstlerische Nonplusultra, sie brechen einfach nur mit dem Trend, schneller, brutaler und moderner sein zu müssen, die suchen nicht nach den Früchten in der Krone des Sündenbaumes, die gießen fleißig das Wurzelwerk und davor habe ich sehr viel Achtung. Also, wer denn noch eine verschwommene Vorstellung davon hat, wohin man sich eine Musikkassette stecken sollte, der bestellt sich das bevor es alle ist, die Auflage ist recht limitiert.
8/10

Wednesday, July 4, 2012

MORBID EXECUTION - Vulgar Darkness – Cd / Dark Descent


MORBID EXECUTION ist an trivialer Belanglosigkeit nur mit Mühe zu schlagen. Vor 10 Jahren oder etwas in der Art als Seitenprojekt der polnischen Brandstifter Throneum gestartet, bespuckt uns heute ein überflüssiges Debüt mit fadem Rotz. Als Orientierungshilfe sei mal 80er Black/Thrash erwähnt, der von den damaligen Aufstrebenden ziemlich genau so primitiv gehobelt wurde, die waren aber zur richtigen Zeit … na ihr versteht schon. Hinzu kommt häufig verwendeter Punkrhythmus mit eng beschränktem Akkordvermögen, doomige Nervtöter und vereinzelt 70er Metal Riffs mit Rockattitüde aus der Mottenkiste. Vor allem die langsamereren Stücke scheinen rein gefühlsmäßig kein Ende zu nehmen, ziehen sich wie alter Schlüpfergummi um den ausgedehnten Feinkostäquator und langweilen auf das Schrecklichste. Auf ihrem ganzen Weg durch 7 holprige Songs bleiben MORBID EXECUTION beschaulich und überschaubar. Sie fordern von uns keine große Aufmerksamkeit und verlangen auch nicht, dass wir irgendeine tiefere Bedeutung in ihr Treiben deuten. Ich kann jetzt klar sehen, nachdem ich mich mehreren Durchläufen gebeugt und meinen Feinsinn geopfert habe, ich verstehe worauf das hinaus läuft, die wollen nur spielen und nicht beißen. Geht ohne Zähne auch nicht, das ist dann nur warmes Sabbern. Die Behauptung, dass auf dem Album überhaupt nichts passieren würde, wäre zwar gemein überzogen, irgendwie biegen die sich schon was zusammen, aber eine berechtigte Frage schwebt wie die Klinge der Guillotine über dem Nacken von Marie Antoinette, wer braucht so vernichtend billiges Geknarze? Das Fallbeil der Polen ist noch nicht mal ansatzweise geschliffen, das läuft bei Verwendung eher auf stumpfes Trauma als auf Kopf ab Garantie hinaus. Selbst der Sound verursacht einen pochenden Schmerz an sonst gesunden Zähnen und hält meine Begeisterungsfähigkeit an der kurzen Leine. Das Duo versucht böse und gemein den bleichen Kinderschreck zu geben und enttäuscht doch nur. Die Blumentopfindustrie muss Angst vor dem Aussterben haben, denn damit lässt sich keiner gewinnen. Ich denke „Vulgar Darkness“ wird sich in einer eben solchen irgendwann ihrer Irrtümer bewusst und findet hoffentlich einen gepflasterten Pfad ins Licht. Bis dahin bleiben sie in ihrer eigenen Dunkelheit gefangen und krächzen höchstens mal aus den Schatten großer Vorbilder. Interessant ist die Cd wohl höchstens für von Taubheit bedrohte Nostalgiker, die die Hälfte ihres Bierfrühstücks unter der Parkbank dem Leibhaftigen opfern. Und der Herr Teufel in Persona wird sich von so was nicht hinter seinem warmen Ofen vorlocken lassen, außerdem kann er kein Bier mehr sehen. Fazit: Vulgärer Blödsinn ohne Herausforderung. Reicht gerade noch um Katzen in der Zinkwanne zu ersäufen.
3/10

Tuesday, July 3, 2012

ZOMBIEFICATION - Reaper's Consecration - Cd / Pulverised Records


Zombiefication müssen sich wohl weiter den Vorwurf gefallen lassen, ein vollwertiger Klon von Dismember und Entombed zu sein. Das mexikanische Duo macht sich zu einem erneuten, vollkomme schamlosen Raubzug durch die Gefilde wohlfeinen Elchgemetzels auf und schreckt nicht davor zurück, sich rigoros an der Theke zu bedienen. Die packen sich die Tüten voll, als wäre der Ausverkauf schon angeläutet. Wer das nicht als Manko betrachten will, merkt recht schnell, dass ihnen die Schuhe absolut nicht zu groß sind. Vielleicht wollen sie aus dem Schatten der schwedischen Urgesteine gar nicht raus, oder sie sind mit ihrem Verständnis von Inspiration für alle Zeiten in der Sunlight Schleife gefangen. Das was sie da tun, ist auf jeden Fall ein Riesenspaß im Rahmen dessen, was sie sich selbst zugestehen wollen. Und dass sie durch jede Faser den Spirit der frühen 90er schwitzen, zu melodischen Bögen ausholen, die Vocals eine freche Imitation von Matti Kärki sind, jeder Ton nach den Originalen klingt, die Gitarren genau so tief hängen und der Rhythmus der Songs gar keine Zweifel aufkommen lässt, verstehe ich gern lieber als aufrichtige Ehrerbietung denn als peinliche Ideenlosigkeit. In den Köpfen vieler spukt berechtigt das nervige Gespenst des Retrowirbels, und so mancher wendet sich bereits mit grausiger Mimik ab. Bei der Flut an Old School Releases schwingt mein vollstes Verständnis mit. Um solche Art Musik aufrichtig durchzuziehen bedarf es einer immensen Portion an Leidenschaft, und die glaube ich bei Zombiefication hören zu können. Die Umsetzung ist dabei der der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, wenn Bands ihren Faves zu nah auf den Pelz rücken. Im Falle Zombiefication sehe ich da keine großen Probleme, noch offensichtliche Ausfallerscheinungen oder gar idiotischen Dilettantismus. Ganz wie auf dem voran gegangen Debütalbum „Midnight Stench“ lebt auch „Reaper´s Consecration“ von der handwerklich sicheren Umsetzung der eigenen (oder als eigen empfundenen) Ideen, dem morbiden Charme, den sie so authentisch wie möglich zu transferieren suchen und ebenjenerLeidenschaft für gute Musik. Musik die Gänsehaut am Fließband ausspuckt, die Muskelstränge reißen lässt und wahrscheinlich auch für manch erektile Verirrung verantwortlich zeichnet. Und mit dem „Alles nur geklaut“ Slogan werden die beiden Burschen sich sicher besser arrangiert haben, als so manch anderer, können sie ihre Marschrichtung musikalisch doch vertreten. Wer heuer des omnipotenten Schwedentodes noch immer nicht überdrüssig ist, macht bei den Exoten im Soundgehege dröhnender Bässe gewiss keinen Fehler. Und wer das 2010er Album sein eigen nennt, wird diese Ep (mit beinahe einer ½ Stunde Melodiradau) auch bedenkenlos daneben schieben wollen.
8/10

Sunday, July 1, 2012

WHORETOPSY - They Did Unspeakable Things - Cd / Torture Music


Sie haben unaussprechliche Dinge getan! Das Erste war, dass sie als Australier mit dicken Testikeln in den Wind pinkeln und dieses Album aus dem Folterkeller haben entkommen lassen. 2. sind sie über die Maßen plakativ, dass der Sud aus blutigen Klischees und hoffentlicher Selbstironie an den Waden kleister wie ein britisches Nebelmoor mit Hund. Zum Dritten überfallen sie uns mit so gar nichts sensationell Spektakulärem, außer dem Glauben mit ausgereizten Schweinerein zu schockieren, dabei machen Kinder in der Grundschule schlimmeres durch. Aber das ist alles gar nicht schlimm, gehört es wohlweislich dazu, wenn so eine Slam Band mit ihren Beat Downs und Grooves wie auch Blast an der Tür klingelt und mit einem Cover winkt, das so besonders eklig ist, dass es die Frauenschutzbeauftragte des Deutschen Bundestages auf den Plan rufen wird, die das Teil einzieht und der Kanzlerin rät, alle diplomatischen Beziehungen zum Kängurustaat abzubrechen, da dort scheinbar perverse Rotznasen den schützenden Händen der Staatsobmnacht entschlüpft sind und eine Gefahr für den femininen Weltfrieden darstellen. Zu sehen ist die nackige Olle, die bei allen Slam Bands halbtot und verprügelt auf dem Cover lümmelt, nach der Nudelattacke in den Dreck geworfen. Nur die Variation der Positionierung schließt auf einiges an kranker Qualität. In musikalischer Hinsicht ist das was sich da vom Album rollt natürlich brutal wie die Hölle, selbst oder gerade weil es nicht das anspruchsvollste unterm Sternenzelt ist. Stampfen, gurgeln, kreischen, das Tempo immer schick von links nach rechts schieben. Wichtig scheint unabdingbare Nachvollziehbarkeit, denn als geplagter Konsument besteht zu keiner Zeit Gefahr, aus dem Tritt zu kommen. Um der schnöden Einheitstour doch etwas zu entgehen, haben sie stellenweise einige Hooks gesetzt, die die Stücke immer mal wieder etwas umgraben und sozusagen kreativen Ackerbau unterstützen. Zumindest wird die Furche mehr als nur gerade aus durchgepflügt. So zum Beispiel das Instrumental am Ende, das trotz Keyboard nichts an Härte verliert. Unterschwellig sind auch immer mal wieder Melodien versteckt, sowie technisches Aufglimmen. Die Essenz des Death Metal ist den Bekloppten vom Gegengewichtkontinent nicht abhanden gekommen, denn da blüht weit mehr als nur „uffta uffe Omme“. Muss man halt nur hinhören, dann macht´s Spaß. Die reinen Slam – Attacken geben selbstredend nur das her, was auf der Einkaufsliste des zu Erwartenden steht. Für nonkonformes Schädelspalten ist „They Did…“ vielleicht etwas zu oberflächlich im Allgemeinen, für den, der in allem was geschissen wird die anspruchsvolle Erdnuss sucht, keinesfalls erstrebenswert. Aber Wanderer, kommst du nach Slamistan, verkünde dort, du habest uns hier liegen sehen, mit den Herzen unsrer Feinde in der Hand und das Hirn mit Blei gefüllt. Die Knochen gerbrochen, mit Blut besudelt und ein seliges Lächeln auf unsern sterbenden Gesichtern. Denn wir waren in der Schlacht und die Posaunen, die die Mauern einstürzen ließen, hießen Whoretopsy. Also, wenn ihr gute Laune beim Fleischhacken braucht und gern den Ton bei Pornos wegdreht, dann kann euch gerade kein besseres Album passieren.
7/10