Friday, December 30, 2011

BLOOD MORTIZED - Bestial - Ep / Chaos Records


Im Zuge der wohl in Bälde zu erwartenden Langrille der Schweden von BLOOD MORTIZED hat sich deren mexikanisches Label noch einmal ihrer Ep angenommen und mit einem zusätzlichen Track neu aufgelegt. Wer es nicht kennen sollte, den erwartet eine etwas zu saubere und innovationsberaubte Retro Band im Fahrwasser von Dismember. Innovationsberaubt deswegen, weil die mit ihrer grundsätzlichen Ausrichtung schon beinahe den Plagiatsvorwurf über sich ergehen lassen müssen, beginnend von der Songstruktur bis hin zum Sound. Also eher nichts, das beweisen würde, dass die Flamme tatsächlich übergesprungen ist. Und trotzdem kann die Musik natürlich Spaß machen, wenn man keinen Wert auf die Quelle legt. Gut gegensätzlich gestaffelt sind die 4 Stücke, da haben wir 2 flotte Death Metal Poltereien mit passenden Riffs und dem gegenüber stehen 2 Nummern, die tempogebremst eher den Kriegstank voll laufen lassen, bevor sie sich allmählich und gewichtig in Gang setzen. „ Of Dust And Doom“ beginnt mit preußischer Genauigkeit und endet auch so, nämlich mit den Gleichschritt angebender Schlagzeugarbeit. Der Rest ist eher unspektakulär und gemäß dem Titel kein atemloses Geprügel. Bolt Thrower konnten so was mal, Nile auch, wenn sie es auf Atmosphäre anlegten, nur halt mit anderem Sound. „Rekviem“ begrüßt uns auch ganz deutlich aus dem Sektor unaufhaltsamer Verzweiflung und schleppt sich stöhnend aber um einiges morbider und deswegen gefälliger bis an sein unausweichliches Ende. Gute Bassline übrigens, die bringt das Zwerchfell zum vibrieren. „Bestial“ und „ Shadow Of The Quarter Sun“, deren Konterparts, sind dann eher ganz typische Mid Tempo Death Metal Konstrukte aus der gewohnten schwedischen Küche antiker Rezepte und alter Töpfe und Pfannen. Es schmeckt immer noch, wenn Großmutter kocht, aber irgendwann trifft auch sie den Schnitter und übrig bleibt der Döner an der Ecke. Vielleicht sollte man da meinen, es wäre lobenswert, wenn uns jemand die ursprünglichen Schnittmuster zum Gemüse hacken und Fleisch weich klopfen erhält. Aber wenn wir ehrlich sind, geht der momentane Trend nicht dahin, dass wir irgendwas vergessen könnten, dafür gibt es beinahe schon zu viele Mahner und Erinnerer. Was soll´s, wenn sie spielen wollen, dann lassen wir sie raus, immer noch besser als wenn sie auf dumme Gedanken kommen und mit geschminkten Visagen Kirchen anstecken. Dann doch lieber so und wie erwähnt musizieren können die Nordmänner durchaus, haben sie sich doch unter anderem bei Amon Amarth verdingt oder zocken in Bands wie Crypt Of Kerberos. Jeder Schwede braucht heute eben auch eine originale, ungeschliffene und möglichst fies und kantig klingende Old School Rumpelbude, also warum die Brüder hier nicht. Gibt wesentlich schlimmeres. Beim kommenden Album können die Karten schon wieder ganz anders gemischt sein.
6/10

Thursday, December 29, 2011

LVCIFYRE - The Calling Depths - Cd / Pulverised Records


Der Leibhaftige muss sein Feuer unter Großmutters Suppenkessel schon mächtig geschürt haben, wenn daraus so etwas wie LVCIFYRE entspringt. Und dabei stelle zumindest ich mir unter britischer Stahlschmelze etwas gänzlich anderes vor, als rasendes Chaos mit Zickenklaue. Der Blastalarm erinnert etwas an Krisiun, aber auch an Behemoth oder den ostmärkischen Pedant und Rüpelklan Belphegor. Offensichtlich hat das Trio aus London mit solchen Untönen in der Kindernahrung zueinander gefunden und hängt sich ganz geschickt an ebenjenes Subgenre satanischer Unzucht und dämonischer Kakophonie an. Geboren in einer Selbsthilfegruppe für verschüttete Legastheniker, haben sie sich ohne Skrupel zu einem Bandnamen durchgerungen, dessen schreibtechnische Albernheit die Inselhirnis in keinster Weise tangiert. „He, wir wollen keinen Scheiß Euro, dann brauchen wir auch nicht unbedingt gerade aus schreiben oder lesen.“ Der künstlerische, intellektuelle oder sonstige Wert des Banners unter das sich die 3 stellen, ist auch aus größt möglicher Nähe nicht auszumachen. Aber dafür hämmern sie ihren schwärzlich tönenden Pesthauch über das Schlachtfeld hominiden Freiheitswahns und verbreiten ganz im Sinne ihrer Vorbilder Tod und Pein mit Leder und Militariaequipment…, zumindest polierte Patronengurte darf man sich denken. Growls, schnelle Riffs und martialisches Schlagzeug brennen eine Schneise in den Forst und sind ursächlich dafür verantwortlich, dass dem Hörer eine blutrote Wand vor die 12 knallt. Wenn sie könnten, würden sie den Gehörnten aus seiner brenzligen Sauna befreien und über das Antlitz der Erde toben lassen, rein musikalisch treffen sie mit dieser Debüt – Scheibe alle Vorbereitungen für die große Party. Endlose 6 Saiter - Gewaltausbrüche von der Wucht getunter Abraumbagger, gepaart mit klassischen Solis und unter Ablehnung von eigentlich nötigen Atempausen, ebenen die Bahn für diabolische Growls, die wiederrum vom Drummer auf Korn genommen werden. Der treibt den ganzen Terror ohne Unterlass vor sich her. Was sich anhört wie der letzte Feldzug gegen alles und jeden, ist aber eigentlich nicht mehr als ein etwas größeres Strohfeuer in der Spartenabteilung für Ewigböse, denn der Zug für Teufelsanbeter hat schon ganz andere Passagiere an Bord und hält nicht an jeder Blockstelle um naive Mitstreiter aufzulesen. Denn trotz aller Qualitäten machen die gehörnten Briten nichts anderes als ihre umso erfolgreicheren Schattenspender. Was bleibt ist ein angenehm hohes Niveau in Punkto Können und Sound (mhm… etwas mehr Bass wäre auch nicht störend gewesen), und unverbesserliche Gutgläubigkeit an die Kraft des Bösen in diversen elektrisch betriebenen Instrumenten. Wenn euch das allerdings reichen sollte, dann ruft schon mal den Kutscher und lasst Einspannen!
6/10

Wednesday, December 28, 2011

MASS MURDER PHENOMENA - Necrotrophic - Ep


Bei diesem Quartett aus Ohio handelt es sich ganz offenbar wirklich um ein Phänomen. Sie behaupten von sich selbst zu alt zu sein um in irgendeine Schublade zu passen, dabei ist die Band noch jung, nur die Musik alt. Aber vielleicht sind die Musiker selbst schon grau, nur das Projekt grün an Jahren und eigentlich ist die Musik selbst ganz frisch, klingt nur nicht so, Auch möglich, dass die Idee des Massenmordphänomens älter ist, als alle 4 zusammen. Das Prinzip des instrumentalen Todesterrors ist auf jeden Fall alt, gemessen an dem was die schnelllebige Zeit heute alles an künstlerischen Verwachsungen an uns vorbei schleust. Eines ist jedoch klar wie eine Mondfinsternis in der Mittagsstunde, die Norm der Heavy Metal Folter ist dann wirklich von gestern, damit hat man schon Drogenbarone in die Verzweiflung getrieben. Das was MASS MURDER PHENOMENA unter dieser Flagge verbreiten, sollte zumindest für solche Aktionen tauglich sein, selbst wenn Amnesty International Bedenken anmelden sollte. Und deshalb muss ich für die Band auch keine Schublade erfinden, ich portioniere die einfach in verschiedene Exemplare aus den frühen 90ern, als da wären Tod, Gedresche und vielleicht auch etwas verdammte Verderbnis. Fest steht, dass die Handvoll Songs der Ep mit primitiven und bleischweren Riffs weiter kommen, als mit allem Geblaste der Welt, gegen das sie sich erfolgreich wehren. Was dann am Ende des musikalischen Verdauungstraktes hinten wieder ans Sonnenlicht purzelt, ist funktional, effektiv, wenig spektakulär und massiv altbacken. Ich mag den schweren Gitarrensound trotzdem, unter Aussparung technischen Anspruchs schreddert so manch klebriges Riff am äußeren Cortex entlang und hinterlässt wenigstens periphere Riefen und blutige Schrammen. Genau genommen erweist sich das simple Songwriting äußerst passend zu Old School Proll mit Bierbauch und dem Verlangen, das schüttere Haar noch mal in den Propeller zu drehen. Alte Säcke Musik eben, stumpf, ungemein heavy aber eben auch nicht bahnbrechend oder gar besonders innovativ. Ein Mid Tempo Stück folgt dem anderen, zwischendrin wird immer mal gut durchgeschüttelt um nach plötzlich einsetzender Atemnot wieder an ein gemütlicheres Tempo zu ermahnen. Abwechslung und intellektuelle Höhenflüge sind nicht das Ziel der Amis, die wohl gern Speckmann zugehört haben, aber auch poltrigen Teutonenthrash unter den Dielen ihres Proberaums beerdigt haben, gemeinsam mit alten Black Sabbath Alben. Alles in allem gibt es sicher schlechtere Mischungen und wer keine Angst vor frühzeitigem Einnicken oder gar drohender Langeweile hat, der darf sich gern mal eine Portion für unterwegs absäbeln. Hier geht´s zur WEBSITE
6/10

Tuesday, December 13, 2011

DECEMBER FLOWER - When All Life Ends… - Cd / Cyclone Empire


Was mir als erstes die Retina blendet, noch bevor die Musik überaus empfindsamen Ohrenschmalz implodieren lässt, ist das Coverartwork. Das liegt verboten nah an dem was in den 90ern Dissection Alben geziert hat, stilistisch und farblich, sozusagen der Sensenmann in individueller Variation auf nächtlich, pflaumenfarbenen Grund … oder von mir auch etwas mehr zu schwarz tendierend. Ob da auch musikalische Verknüpfungen im Spiel sind, ist nicht ganz so offensichtlich. Die hölzerne Leichenkarre des Schnitters rollt eher in Richtung Dark Tranquility oder Unanimated, genau wie der freundliche Namedropingverweis des Labels verspricht, wer hätte das gedacht. Der Albumtitel lässt übrigens auch Raum für Spekulationen, ein investigativer Tintenkleckser würde Parallelen zu At The Gates finden wollen, aber das bleibt vorerst in den Nebeln Walhallas verborgen. Und so steht fest, dass ein kleines tektonisches Wunder seinen Lauf genommen hat und Göteborg nach Niedersachsen gedriftet ist, still und heimlich, ohne Verwerfungen. Und nur um jetzt richtig auszubrechen, die platte Scholle anständig durchzurütteln. Da haben die jetzt eben ihre eigene Gotenburg! Feines Bauwerk, von wegen Fertigteile, das ist noch schön traditionell Stein auf Stein. Gut, den Stein haben die Nordmänner aus Diepholz nicht selbst gebrannt, das Wissen darum gilt als verschollen, aber vermauert haben sie alles in hoher handwerklicher Kunst. Nun muss es nur noch bis nächsten Dezember den Unbilden menschlicher Ungeduld und Schnelllebigkeit harren, quasi bis zu Apokalypse, dann kratzen wir noch mal die Eisblumen vom Fenster, rekapitulieren ein weiteres verlorenes Jahr und sind froh, dass uns December Flower den Soundtrack zum Ende aller Welten gespielt haben. Soll heißen, für jene die Metaphern für eine Suppenzutat halten, dass in „When All Life Ends…“ viel aufwendige und versierte Kleinarbeit steckt, die es aufrichtig zu würdigen gilt, Musik mit Herz und Hirn … irgendwie. Das Tempo ist beinahe durchweg hoch, Melodien, die fundamentale Grundfeste, sprießen wie Lianen in Tarzans´ Refugium, das Songwriting ist mehr als stimmig, und betont zurückhaltende Parts runden das Ergebnis positiv ab. Bleibt anzumerken, das erwartungsgemäß viel aggressives Potential unterm Bleimantel steckt und der Drummer dafür sorgt, dass es nie zu gemütlich wird. Selbst wenn zum Beispiel der mittlere Teil von „As Darkness Reigns“ oder vor allem das Instrumental „Dying Sun“ schon mal einen anderen Eindruck vermitteln. Fakt ist, Gevatter Ewigkeit klopft bereits mit dem Sensenschaft auf den Fußboden vor der Tür und December Flower haben ihm den roten Teppich vor die knochigen Staksen geworfen. Ob er tanzen wird? ... man weiß es nicht, aber ihr solltet es tun, solange euch noch Zeit bleibt!
8/10

Sunday, December 11, 2011

DETRIMENTUM - Inhuman Disgrace - Cd / Deepsend Records


Einigermaßen erstaunt bin ich, was mit DETRIMENTUM nach ihrer letzten Scheibe passiert ist, habe ich mich doch auf rapide scheppernden Death Grind eingestellt, wollte mir wohlig das Fell gerben lassen. Aber bei dem Brittenpanzer sind in letzter Zeit scheinbar die Ketten gerissen und zudem ist das Rohr verstopft, was eine Generalüberholung nötig zu machen schien. Infolge dessen sind sie zum Dreier geschrumpft, haben nach „Embracing This Deformity“ ebenfalls 3 Leute vor den Zug geschmissen und mit Steve Paul die Drums „neu“ besetzt. Das alles hat offensichtlich Auswirkungen auf das aktuelle Album! Plötzlich sind vermehrt Melodien und sogar Akustikparts möglich, der größte Teil des brutalen Spiels und Blendwerks für falsch vorbereitete Geister ist Mid Tempo Geschepper mit viel Abwechslung und dadurch durchaus technischem Anspruch. Da braucht es schon mehrere Durchläufe, die wie Einläufe wirken mögen, um den Kern des ganzen zu greifen. Tatsächlich und trotz allem spielerischen Breitwandformats, hat die Band ganz schön Biss verloren und wirkt auf den ersten Hieb etwas bieder. Geblieben ist der gut gestaffelte Doppelvokalterror (zumindest an den entscheidenden Stellen). Das ist aber auch beinahe alles. DETRIMENTUM erproben sich an einem klassischen Death Metal Album, das sie selbst sicher als gelungen betrachten, an den Vorgänger aber nicht anzuknüpfen vermag, es sicher auch gar nicht soll. Gruseligerweise gibt es sogar chorale Gesänge „ The Journeymen´s Lament“ mit pseudomystischem Schnick Schnack. Um nicht einen komplett falschen Eindruck zu vermitteln, sei an dieser Stelle aber auch betont, dass sie es keinesfalls verlernt haben, richtig auf die Tube zu drücken, auch diese Stellen werdet hier wiederfinden. Insgesamt ist „Inhuman Disgrace“ aber schon zurückhaltender oder irgendwie einfach anders, vielleicht vielschichtiger bis anspruchsvoller, vielleicht aber auch nicht mehr so gierig und blutdurstig wie ehemals. Wofür auch immer die Tempobremse und das wesentlich atmosphärerische (gibt es so ein Wort?) Spiel des Trios steht, mit Sicherheit wollten sie mehr heraus kitzeln, als das bisher der Fall war. DETRIMENTUM haben sich neu aufgestellt, bestimmt nicht grundlegend die Ufer gewechselt, aber scheinbar Bock gehabt ihr altes Gebretter zu variieren. Ob das nun als gelungen zu bezeichnen ist, bleibt an euch hängen, wer das Debüt Album wegen seiner kompromisslosen Härte und seiner scharfen Klingen (metaphorisch) mochte, wird nun erst mal etwas umdenken müssen. Wer aber auf straighten und fett inszenierten Death Metal in ansprechender Verpackung und ohne modischen Tinnef steht, der bekommt einen mehr als brauchbaren, gut verdaubaren und nur wenig ranzig riechenden Leichenschmaus vorgesetzt.
6/10

Friday, December 9, 2011

SPECTRAL MORTUARY - Total Depravity - Cd / Deepsend Records


SPECTRAL MORTUARY jubeln uns klammheimlich ihren 2. Longplayer unter. Und der lässt kaum vermuten, dass er durch Meister Swanös´ Hände und Ohren gegangen ist. Na gut, die bestechende Soundqualität mal ausgenommen. Die Band selbst steht für lupenreinen brutalen bis verhalten progressiven US Death Metal alter Schule. Rasend teuflisch mit all seinen diabolischen Verfehlungen begeben sich die Dänen in düstere Mid Tempo Gefilde und blastendes Unbehagen. Schön zu hören, dass es ihnen gelungen ist, sich von allen neumodischen Verfehlungen einer aufgeweichten Szene fern zu halten. Im Fokus bedrängen uns eingängige Riffs, finstere Growls und ein sich gesund schwitzender Drummer. Wen verwundert es da, dass sich Lichtgeschwindigkeitsriffs wie in „Found In Feces“ in die graue Masse vergesslicher Hirne einbrennen. Das liegt an der Intensität, für deren Basis unverkennbar teutonische Thrash Acts wie Destruction verantwortlich zeichnen. Um dann nicht in vollkommene Tempometzelei zu verfallen, wird der Anker immer an den richtigen Stellen geworfen und es erheben sich ziemlich harte Mid Tempo Wände, die das zu harsche Vorwärtspreschen immer wieder aufhalten. Und zudem für eine angenehme, leicht sinistere Stimmung sorgen. „Defects Of Depravity“ ist da so was wie ein Vorzeigesong, jongliert er doch mit finstern, leicht orientalisch anmutenden Melodien, eingebettet in teuflisches Geschmetter und dickes Gitarrenbrett. So lebt das Album vom Wechselspiel, wäre es mit nur einer Seite der bleiernen Wippe wahrscheinlich viel zu schnell am Ende und ermüdend. Letztendlich ist das Vorhaben unserer nordischen Nachbarn geschickt, hörerfreundlich und relativ risikoarm umgesetzt. Der technische Anspruch geht dabei genau so wenig unter, klassische Solis stehen für echtes Metal Feeling, wie das furiose Soundbollwerk. Euch erwartet ein beinahe klassisches Death Metal Album, bei dem sich Fans von Krisiun genau so wohl fühlen sollten, wie jene, die lieber Malevolent Creation oder von mir aus Vital Remains nachlechzen. Brutales Stakkato, satte Klampfen und schwere Melodien zwischen den Hörnern des Höllenfürsten gezupft, ist alles drin um euch einen Grund zu geben am Montag beim Chirurgen vorstellig zu werden, oder besser gleich beim Chiropraktiker. Mehr als ein paar gute Ideen, das richtige Gespür für fast vollkommenen Metal und ein angemessenes Studio (inklusive Kleingeld) braucht es nicht um sich seine Vorstellungen in Plastik brennen zu lassen. Vorstellungskraft nebst den Willen und die Mittel alles umzusetzen und ruck zuck ist das Fass voll. Hinten raus fällt dann eine der momentan interessantesten Bands aus Dänemark, die mehr wert sein sollte als ein belangloser Download.
8/10

SACRIFICIAL SLAUGHTER / ENFUNERATION - American Death Thrash - Cd / HPGD Prod.


American Death / Thrash ist ein Trademark, das wohl bezeichnender für diese Split nicht sein könnte. Zumindest für den ersten Part, bei dem SACRIFICIAL SLAUGHTER mit unglaublicher Vehemenz die Felle verdreschen. Würden sich die Vocals nicht aus diversen, inhumanen Klangwelten zusammen setzen, hätten wir es mit einem beinahe lupenreinen Thrash Act zu tun. So aber, gepaart mit sehr engagiertem Drumming, wird Death Metal daraus. Na ja, und die Schnittstelle von beidem bestätigt den Titel der Scheibe. Die 5 Stücke, die sie sich wagen uns um die Ohren zu hauen, sind die ersten seit der 2009er Scheibe, infolge dessen sie 2 mal auch unseren Landstrich recht beachtet gequert haben. Und wenn eines nach Bestätigung sucht, dann der Fakt, dass die Band beinahe erschreckend zielstrebig am eigenen Vorankommen arbeitet. Selten habe ich Songs gehört, die wie aus einem Guss klingen und trotzdem in sich selbst variieren, dass es nicht unmöglich wäre, auf halbem Weg die Orientierung zu verlieren. Das wichtigste scheint mir aber das straighte Songwriting zu sein, das mit purer Aggressivität und inhaltlicher Fettleibigkeit so manche ignorante Mauer zum Einsturz bewegen kann. Der immensen Fülle an nackenbrecherischen Gitarrenriffs kann sich kaum etwas wiedersetzen. ENFUNERATION müssen sich im Nachklapp ganz schön was einfallen lassen, um da mitzuhalten, und das nicht nur, weil sie in unseren Gefilden noch ein unbeschriebenes Blatt sein dürften. Die stehen dann auch für Death Metal alter Prägung, mit schön Wut und Raserei im Arsch. Und tatsächlich ist das etwas, worauf sie sich ohne zu großen Respekt vor alten Hasen, sehr gut verstehen. Das Label wirbt mit Vergleichen zu Asphyx und Autopsy, dafür sind sie mir aber eigentlich viel zu schnell und zu wenig morbide. Ich sehe sie eher bei Massacre oder Monstrosity. Kaum wirklich technisch, aber auch keinesfalls primitiv, sondern eher mit relativ hoher Drehzahl alles unwegsame plattwalzend. Das dabei Stücke gelingen, die über eine erweiterte Halbwertzeit verfügen, sollte nicht verwunderlich stimmen, denn hier tut sich eine weitere Band mit Potential auf. Eine die darauf verzichtet eine neue Schublade aufzuziehen, sondern sich lediglich am kompletten Inhalt der Kommode zu bedienen weiß. Über musikalische Fingerfertigkeit gilt es bei beiden Bands nicht zu streiten, da kommt ein wirklicher „Fünffinger - Schlagring – Strauß“ brutaler Innovationen zusammen. Coole Ideen, eingängiges Geschmetter am Nerv dessen, was die Fans hören wollen und auch verdauen können. Sicher wäre auch noch mehr drin gewesen, aber beide Abrissunternehmer beweisen apokalyptische Genauigkeit und das reicht um das Ende schmackhaft zu machen. American Death / Thrash ist eine funktionale Formel um beherzt Ärsche und Schädel zu zertrümmern, also, stellt euch gefälligst an!
8/10

Monday, December 5, 2011

DISCREATE - Contingent Development of Inanimate Modification - Demo


DISCREATE klingen wie eine lokale Tsunamiwarnung, ungestüm, schmerzverliebt und verdammich laut. Das sind schon beinahe zu viele Adjektive für ein kurzes Vergnügen, eines das fast schon wieder vorbei ist, bevor man noch den Ep Titel ausgesprochen hat. Wahrscheinlich holt die Zeit den Kostenfaktor zu schnell ein, auch auf den Phillipinen. Das was uns DISCREATE bereit sind zu geben, sind 3 schnittige Blastbrocken mit strak progressivem Potential und dadurch ein ganzes Stück jenseits des blutigen Pfades brutalisierter Götter. Um keine Missverständnisse liegen zu lassen, die sind durchweg heftig, growlen und knüppeln das Innerste nach außen, gleichzeitig scheuen sie sich aber nicht, auch gewagtere Wege einzuschlagen und die Gitarre mal eher tricky Sachen zupfen zu lassen. Natürlich täuscht der Fakt nicht darüber hinweg, dass das hier noch lange nicht die Messlatte für Frickelweltmeister ist, bei weitem nicht. So klingen einige Übergänge recht holprig und Riffs ermüden schon mal in Wiederholungen. Der Drummer gibt sich redlich Mühe, das manchmal etwas gewagte Konstrukt zusammen zu halten, und ich denke er zieht sich passabel aus der Affäre. Jedenfalls dürfte er der Typ in dem Trio sein, der rein physisch am meisten rackern muss, mhm gut, das tun die Brüder an dieser Position immer, aber der Junge hat sich eine Blume im Knopfloch verdient. Arbeitsleistung in Sichtweite der Hennecke Norm, das gibt von mir eine metaphorische Plakette ans Revers. Und der Kerl, der sein Organ opfert, ha, na der erst, klingt doch tatsächlich so, als hätte er auf seinem anatomischen Atlas Norden und Süden verwechselt, weil der Schlagzeuger direkt auf ihn eindrischt und die straff gespannte Pauke mit Hämatomen aus seiner Bassdrum übersät. Dabei werden die Innereien zu Mus gequirlt und erzeugen so ungewollt die abwegigsten Töne! Das ist selbstredend eine rein hypothetische Annahme, kenne mich mit den kulturellen Gepflogenheiten unserer philippinischen Mitbürger natürlich nicht aus. Was der Band dann tatsächlich zu passe kommen würde, wäre wohl eine 2. Gitarre, dieserart ließe sich spielerischer Leerraum bei so manchem progressiveren Alleingang des einzigen Sechsaiters vermeiden. Unter Umständen würden entsprechende Passagen auch nicht Gefahr laufen banal zu klingen, was sie leider tun. Laut Website haben die sogar eine, aber nur irgendwie nicht auf diesen Aufnahmen. Der Bass ist leider auch vom Lkw gefallen und keiner hat ihn je wiedergehört, schade. Aber der technische Anspruch wird auch ohne relativ hoch gehalten, das sogar unter Ausklammerung des „Auf Die Nerven Gehen“ Quotienten, so fit und selbstverliebt sind sie dann doch nicht. Wer auf brutales US Gerödel steht und dabei nicht auf vertrackte Spielereien an der Peripherie verzichten mag, der bekommt 3 gute Songs vor die Füße gekotzt, und darf sich nach noch nicht mal 10 Minuten wieder entspannen! Hier könnt ihr mal rein hören: KLICKIKLICKI
6/10

Saturday, December 3, 2011

RITUAL NECROMANCY - Oath Of The Abyss - Cd / Dark Descent Records


Gegründet vor ca. 2 Jahren, setzt sich die Band aus einer Handvoll von Leuten zusammen, die mehr oder weniger seit längerer Zeit im Underground herum pflügen, quasi die Kruste mit diversem Erfahrungspotential beackern. Dabei verlassen sie sich auf gestandenes Material um den eigenen kreativen Anschub zu gewährleisten. Als offensichtlichstes drängen sich Assoziationen zu INCANTATION oder GRAVE RITUAL auf, aber auch der skandinavische Markt alter Schule steht zur Verfügung. Das vor allem in Beziehung auf den Sound, bei dem die Gitarrensaiten über das Brett schlabbern wie ausgeleierte Katzendärme. Hinzu kommt ein regelrecht morbider Anstrich bei den vielen tempogebremsten Passagen. Dass dann der Gesamteindruck an verstaubte Lumpen im vergessenen Bodenkämmerlein erinnert, weil wir es hier nicht mit einer, nach allen Raffinessen der modernen Technik ausgefeilten und gebügelten Studioproduktion zu tun haben, sollte nicht verwundern. Gerade dieser Fakt macht das Debüt der unerschütterlichen US Patrioten so authentisch. Da growlt der Frontsklave eben mal etwas verwaschen und eintönig, da darf die instrumentale Front gern mal schrammeln und mit durchaus primitiven Mitteln für abgeranzte Stimmung sorgen, und da ist es dem Drummer auch mal erlaubt, sein Kit die Kellertreppe runter rumpeln zu lassen. Die stärksten Moment hat das Album, wenn es seine Songs in der Geschwindigkeit von zähem Bodennebel auf Vorposten schickt, wie zum Beispiel bei „The Chasm“ geschehen. Ein Stück, das so behäbig mit dem Arsch über den Friedhof schleicht, dass jeder Untote ohne Mühe einen Happen abbekommt. Die Doom Anteile erweisen sich ausnahmslos als die tödlichsten der Platte! Zieht euch nur „Consummating Crypts Of Eternity“ rein, das ist das beste Beispiel, wie man ganze Zeitalter auslöschen kann, ohne einmal mit der Wimper zu zucken! Die Mid – Tempo Varianten der Band rattern da eher unbeeindruckt roh und leicht ungelenk am bandintern konstruierten Krematorium vorbei. Aber gebremst wird immer und zur rechten Zeit. Vereinzelte Irrläufer in den das Hochgeschwindigkeitssegment der totmetallischen Therapiegruppe sind da eher die Ausnahme, ergo Bestätigung der Regel, dass es sich mit angemessener Drehgeschwindigkeit viel beschaulicher meucheln lässt. Vielleicht hätte man dem Sänger etwas mehr Raum geben können, ihn aus der Nuschelecke raus lassen sollen, vielleicht die Arrangements der einen oder anderen Nummer noch mal überdenken. Aber ich vermute, darauf kommt es gar nicht an, denn dem Vierer ist ein Album gelungen, das nahtlos an die Frühphase einer Szene anzuknüpfen vermag, ohne nostalgisch zu sein. Und dazu gehört es auch, nicht alles auf den Punkt zu bringen, sogar, nicht wirklich schön zu klingen. Stumpfes Beballer und vor Todessehnsucht wimmernde Gitarren, das reicht um ergrautes (oder geflüchtetes) Haupthaar zu beglücken!
7/10