Thursday, November 24, 2011

DEAD - Hardnaked But Dead - Cd / FDA Rekotz


Wofür steht Nürnberg? Für das Nürnberger Ei, das uns die Hektik und die deutsche Plansicherheit gebracht hat? Für Parteitage die den Verantwortlichen heute noch aus dem Arsch bluten sollten, wären sie nicht längst vertrocknet? Für Prozesse, die die Stadt einst in einen Fokus gerückt haben, den sie gar nicht gesucht hat? Oder für Christkindlmarkt und beschissene Lebkuchen um mit Friede, Freude, Eierkuchen alles wieder gerade zu rücken? Kompletter Mumpitz, zumal heute alles politisiert wird und die Stadt einen Repräsentanten auf der globalen Bühne braucht, der sich den öffentlichen Themen der Zeit stellt. Wie wäre es da mit der Hausband DEAD, sind ja schließlich Inventar der Stadt! DEAD stehen zum Beispiel für Frauenquote, etwas das sich gutbetuchte Schlipsträger gern als Lippenbekenntnis in die Vita schreiben. Aber DEAD tun etwas dafür, habe nach Mel Gibson kaum mal jemanden erlebt, der ein wirklicher Frauenversteher ist. Liegt wohl daran, das Mr. Dany Dee Ranger seine feminine Seite (bloß nicht krumm nehmen, gebe nächstes mal einen aus) in den Kampf für Frauenparkplätze vor Getränkemärkten, essbare Unterwäsche und Nacktputzen in öffentlichen Toiletten führt. Frauentausch steht übrigens auch ganz oben auf der Agenda, und zwar soll die Ausstrahlung vor 23.00 Uhr unter Strafe gestellt werden, um Appetit und Fortpflanzungstrieb ohne Viagra langfristig zu garantieren. Das wird sich als sicherer Plan gegen die Überalterung der Nation erweisen. Dieses Vorhaben lässt sich mit der Musik auf „Hardnaked But Dead“ glänzend umsetzen, hat sie doch dermaßen Groove und Schwung in der Hüfte, dass der nötige Bewegungsspielraum und entsprechendes Training für einen erfolgreichen Koitus prima beübt werden kann. Kein extremes Gekloppe, das uns in den Rhythmus sexuell bestrafter Karnickel auf der Flucht verfallen lässt. Nee, wir dürfen es dem King gleich machen und das Becken wie alte Rock´n Roller kreisen lassen. Auch da wird die Frau ihren Vorteil schnell erkennen, denn sie mag den Verwöhngang doch gewiss mehr als immer nur hart und schmerzhaft mit dem Kopf gegen den Heizkörper gerüttelt zu werden. DEAD stehen ganz in der Tradition der alten Helden, die einst noch mit gefetteter Locke unter den Petticoat durften. Zumindest im Geiste! Aber ohne die würden auch die Franken keinen Stich landen und im Rhythmus der Großeltern schunkeln, wie wir alle. DEAD sind das repräsentativste Aushängeschild für eine neue Politik aus Nürnberg, weltoffen, feministisch, verständnisvoll und aufrichtig bei der Sache. Um die stets nur guten Absichten der 3 jungen Musiker zu unterstützen, etwas das euch ein dringendes Anliegen sein sollte, würde ich für den Erwerb des neuen Albums plädieren. Scheiße, ist das Ding geil … feucht, warm und ganz gegen den Trend auch haarig! … Oder hätte ich euch wirklich was über die Musik erzählen sollen? Ihr spinnt wohl, das sind DEAD! Erschienen diesmal bei FDA Rekotz, nachdem sie ihrem Thüringer Vorgängerlabel nicht genug Geld in den Sack gespült haben (munkel, munkel).
9/10

Wednesday, November 23, 2011

SPLIT YOURSELF - 5 Way Compilation - Cd


5 Freunde das sind wir; FETOCIDE, CEREBRIC TURMOIL, JOHNSTON, VERY WICKED, TEARS OF DECAY. Anstatt sich gegenseitig ins Taschentuch zu heulen und den Weltenschmerz ins eigene innerste zu lassen, haben die Bands ihre mehr oder (etwas) weniger frischen Songs zusammen gepackt um zu zeigen, dass sie alle in der Lage sind, Frischluft durchs Oberlicht zu lassen. Versenkung?, vielleicht andere, wir nicht! Und ehe ein in der Menge häufig dem Untergang geweihtes Demo versandet, erweist es sich als wesentlich attraktiver mit breiter Brust alles in einen Topf zu schmeißen und den Hörer entscheiden zu lassen, auf welcher Stufe er es erhitzen will. Fest steht, dass der teutonische Underground immer noch agil ist und lebt, krabbelt und wimmelt wie Maden auf einem Kadaver und unaufhaltsam beharrlich mäandert wie tektonische Platten, die die Szene immer mal wieder erschüttern. Das Ergebnis dieser konspirativen Übereinkunft zur Unterjochung eingeschlafener Geschmäcker ist brutal, aggressiv, progressiv, frontal, grindig, witzig, ernsthaft und tricky. Je nach bandinterner Windrichtung! Nur eins haben sie gemeinsam, ein striktes Qualitätsbewusstsein, das bei der Musik wenige Kompromisse zulässt und weit über dilettantische Proberaumunfälle hinaus reicht. Aber das war auch im Vorfeld klar. Schöner wäre es sicherlich, könnte die eine oder andere Band live aktiver sein, dann bräuchten sie diese, für manchen an eine Notlösung grenzende Veröffentlichung vielleicht gar nicht. Aber es ist nun mal so wie es ist, also lassen wir sie rein, erfreuen uns am Hallo, das sagen soll, „Wir sind noch da und bleiben ein Weilchen. Zieht euch wasserdichte Unterwäsche an, wir haben vor ordentlich drauf zu hauen und wir lieben Schmerzen. Von uns kriegt ihr Death Metal mit all seinen geschmackvollen Geschmacklosigkeiten, trendfreies Gemetzel zu allen Mahlzeiten und in allen Lebenslagen!“ Manches wird euch mit dem Kopf schütteln und die Stirn in Falten ziehen lassen, anderes ein breites Grinsen ins verzerrte Spiegelbild zaubern, häufig gilt es einfach nur zu bangen! Manches geht runter wie gut gefettet, anderes darf auch mal sperrig und nicht auf den ersten Versuch verdaubar sein. Das gilt natürlich schlechthin als Beweis für die Vielfältigkeit der heimatlichen Szene, und so bunt und verschieden die Bands sind, so sind es auch die Bekloppten, die an den Wochenenden den Rest ihrer Stütze zusammen kratzen und einen weiten Weg auf sich nehmen um ebenjene Bands zu sehen. Im Zuge dessen will ich euch diese Split an eure unruhig schlagenden Herzen tackern um euch daran zu erinnern, warum die Death Metal Szene immer noch so umtriebig ist. Es ist in eurem Blut! 5 Freunde das sind wir; FETOCIDE, CEREBRIC TURMOIL, JOHNSTON, VERY WICKED, TEARS OF DECAY. Fragt sich letztendlich nur wer den Köterposten kriegt? Aber so einfach packt man uns keine Banane in den Auspuff!

IN DEMISE - Adapting To Disorder - Cd / Eigenproduktion


IN DEMISE haben musikalische eine Menge zu verticken, eigentlich so viel, dass es an manchen Stellen eines professionellen Übersetzers und geschulten Verständniscoachs bedarf. Ich bin mir nicht sicher, ober der biersaufende, kettenrauchende Langhaarige das mit glasigem Blick und schwankendem Oberkörper alles so erfassen kann, wie es ursprünglich beabsichtigt war. IN DEMISE tragen mit zunehmender Spielzeit jedenfalls ordentlich auf und tendieren von brutal zu progressiv bis jazzig. Etwas gelitten hat da der Sound, stülpt sich doch der Gesang in seiner ganzen anatomischen Tiefe, unterstützt vom Basssound generell, wie der fette Arsch vom Calmund über die Kloschüssel und sperrt das restliche Instrumentarium über längere Zeit darin ein. Hilfe flehend kloppen die Songs dann mit der dringenden Bitte nach Frischluft von innen an das Porzellangefängis. Da aber beinahe das komplette Album die Grenzen der totmetallischen Verträglichkeit auslotet, kann das auch System haben. Versteht mich nicht falsch, es sei denn ihr wollt, die Scheibe beinhaltet viel straighte US - lastige Brutalität und zerrt gewaltig am Darm. Nur gibt das Gesamtbild keinen Pfifferling auf permanente Eingängigkeit. In einer anderen Paralleldimension hätte dich so was pronto bei den Eiern gepackt und kopfüber in die Gartenhecke genagelt. Dann baumelst du da und schnappst nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, die grenzenlose Erschöpfung macht dich müde und du denkst dir platzt der Kopf. Vielleicht wird er das auch bald tun, dem Unvermeidlichen kannst du nicht ausweichen. Es kommt wieder auf dich zu, wie eine Stahlramme prallt es auf deine Ohren, dreht dir den Magen um und selbst wenn du die ganze Zeit versuchst die Augen geschlossen zu halten, nimmt es dich auseinander wie der Schlachter das Vieh. Da hilft nicht kotzen, da hilft nicht jammern, da hilft nur akzeptieren und sich auf den Tanz mit dem Teufel einzulassen. Es bleibt nur eine Frage, die gestellt werden will; Wie schnell kommt das Ende? Um die Antwort darauf zu erhalten, wirst du das Album wahlweise ertragen müssen oder genießen können. In jedem Fall bist du auf deinem eigenen „Via Dolorosa“ Marsch nach einem Durchlauf noch lange nicht am Ziel. IN DEMISE ist wie 10 römische Kohorten, die auf dich treten und peitschen bis das Gewicht deinen Kreuzes dich zu erdrücken droht. Hmmm, ich denke es kann verflucht hart werden, den Schädelberg zu erreichen, kneif die Backen zusammen. In einer anderen Dimension hingegen wird das Album bei Arte und MDR Figaro hoch und runter gespielt und die Ergüsse der Musiker werden Konzertsäle füllen. In unserer Eigenen, da will ich „Adapting To Disorder“ mal als brutal, gewagt und interessant bezeichnen, da es den Brüdern definitiv Spaß macht mit den Erwartungshaltungen anderer Ping Pong zu spielen. Ist gewiss untauglich, eben mal im Vorbeirennen gehört zu werden. Seltener hat ein Albumtitel in 3 Worten beschreiben können, was die Songs verkörpern, und wenn ich mir das so überlege, hätte ich mir die Schreiberei sparen können! FACEBOOK
7/10

Thursday, November 17, 2011

ABHORDIUM - When Depravity Incarnates - Cd / Eigenproduktion



ABHORDIUM ist ein finnisches Gespinst aus blastendem Death Metal, ambienten, schwarzen Versuchen und der deutlichen Abstinenz an finanziellen Mitteln um der Produktion den nötigen, feuchten Bums zu geben. Sie versuchen sich ganz passabel an der Peripherie von Bands wie NILE aber auch DECAPITATED, haben aber auch noch eine Menge Bahnen im Haifischbecken zu bewältigen, bis sie da angekommen sind, wo andere schon das Handtuch um den Kadaver geschlungen haben. Auf diesem Weg erwartet euch ein atmosphärisches bis gnadenlos prügelndes Drama, das nicht wirklich Fuß fassen kann, da es unter anderem keinen wirklichen Support vom Sound bekommt. Dem fehlen nämlich einige Einheiten an Druck im leicht abkühlenden Kessel. Damit geht auch einiges an Authentizität flöten. Auf diese Weise klingen die Riffs der Leadgitarre eher so wie schales Büchsenbier schmeckt, denn sich der Herausforderung zu stellen ein frisch gezapftes vom Tresen zu klauen. Schlussendlich wird es darauf hinaus laufen, dass die 4 finnischen Jungs ein durchaus respektables erstes Album aufgelegt haben, sie aber in den heranstürmenden, stahlbewehrten Armeen anderer Releases, wenn auch nicht zertrampelt, so doch höchstens mit getrieben werden. Um bestehen zu können, bedarf es eines stärkeren innovativen Geistes, nötige finanzielle Mittel oder aber der Sprung auf den Zug eines momentanen Trends. Das alles fehlt ABHORDIUM, oder aber sie wehren sich gegen Gleichmacherei, das ist auch möglich. Auf der Trasse, auf der sie sich durch ihre finnischen Wälder pirschen, wird ihnen der Erfolg jedenfalls nicht vergönnt sein, und das vorhandene Talent kaum erkannt werden, egal, sollen sie nur. Leider gehen somit auch die positiven Seiten verlustig, das großartige Schlagwerk - Massaker zum Beispiel. Der Kerl hat den Bogen raus und verdrischt Rentierfelle heftiger und präziser als es andere Drummer auch nur im Kopf zusammen kriegen. Und auch das Songwriting an sich hat einiges an Höhepunkten zu bieten, „Circulation of stygian wings“ zum Beispiel erweist sich als astreiner, Hochgeschwindigkeits – Nackenbrecher, mit leider verkorkstem Mittelteil. Und da kränkelt es eigentlich am meisten. Die fühlen sich scheinbar gezwungen bei so ziemlich jedem Song irgendwann mal von der Pace zu gehen, damit belangloserer Einheiten, wenigstens partiell, das Ruder übernehmen können und die Stücke an den Rand der akustischen Verunglimpfung führen dürfen. Zudem setzt dann noch diabolisches Kreischen ein, dass die Krähen von den Linden vor meinem Fenster vertreibt. Dann lieber so einen Start wie in „Chaos Mantra“, da hat der akustische Freilauf wenigsten Wiedererkennungswert, auch wenn er nah an gewissen amerikanischen Ägyptologen angepflockt ist. Mehr Mut zu einer rigoroseren Marschrichtung würde ABHORDIUM sehr gut tun. Echter Death Metal braucht mehr Feuer unter der Haube, einzig gute Absichten interessieren niemanden. http://www.abhordium.com/
5/10

Wednesday, November 16, 2011

CARNIFEX - Until I Feel Nothing - Cd / Victory Records


CARNIFEX gehören ganz sicher zu den Top Bands der Deathcore Szene, mit all ihrem Highspeed – Melo - Breakdown Krempel und was sonst noch zu dem Baukasten gehören mag, aus dem sich die Kiddies von heute ihre eigene Version vom Metalverständnis zusammen pappen. Aber eins muss ich CARNIFEX auch lassen, die wissen schon unter welcher Eiche Schatten sie geschlüpft sind. Und so entstehen, wenigstens zum Teil, Songs deren Bindung an ursprünglichen Death Metal zumindest zu erahnen ist. Zugute kommt ihnen auch, dass sie nicht nur mit Ihresgleichen den Planeten unsicher machen, sondern auch mit alten Hasen auf die Bühne gehen und so ihren Horizont erweitern. Wenn es die Musik auch nicht unmittelbar zu beeinflussen weiß, eröffnet es doch eine größere Fanbase und so einen lukrativeren Markt. So wuchtig das Album vorgetragen ist, so leichtfüßig wirkt das Wechselspiel aus Stimmen und Tempo, vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt, deren Ausgang im ungewissen liegt, aber wo die Papiertüte zwischen den Schenkeln wenigstens beruhigend wirkt. Das dabei „nur“ die üblichen Elemente einer Schublade genutzt werden und diese in ihrer Führung manchmal knarzt, war zu erwarten. Denn bei aller Souveränität in punkto musikalischen Durchsetzungsvermögens, ist der Einfallsreichtum der Band auch nicht unbedingt Lichtjahre entfernt von anderen Adepten wie WHITECHAPEL oder ALL SHALL PERISH. Austauschbarkeit ist jedoch wahrlich kein Phänomen, das nur auf diese Szene zutrifft. Was mit gefällt, ist, dass CARNIFEX ein weiteres kompromisslos brutales Album zu produzieren in der Lage sind und auch nach intensivem Touren immer noch keinen Riss in der metaphorischen Sollbruchstelle aufweisen. Die reißen einfach weiter mit gleichem konstantem Zug an ihrer bandinternen Stahltrosse, als gäbe es kein Morgen. Mit so rigorosem, beinahe sturem Vorgehen macht man sich wahrscheinlich auch unempfindlich gegen Einflüsse von außen. So dürft ihr euch auf ein weiteres Album der Amis freuen, bei dem euch im Vorfeld klar sein wird, womit eure Gier befriedigt wird und das überraschungsarm in diesem Falle effizient bedeutet. Wer damit leben kann und sich von einer mehr als heftigen Produktion beeindrucken lässt, der sieht über mögliche kreative Mankos gern hinweg, Hauptsache es knallt! Und auch „Until I Feel Nothing“ wird reißend Absatz finden, egal wohin die Meinungen tendieren, die Knaben stehen schließlich nicht umsonst da oben. Ich sollte nun aber aufhören, die Scheibe durchlaufen zu lassen, sonst erreicht die Bedeutung des Albumtitels meinen inneren Cortex und ich sehe mich gezwungen, den ganzen Müll hier umzudichten.
7/10

Saturday, November 12, 2011

BASTARD PRIEST - Ghouls Of The Endless Night - Cd / Pulverised Records


BASTARD PRIEST erhalten die Auszeichnung „Bewahrer und Verteidiger des einzig aufrechten Glaubens“, von der Death Metal Universität Stockholm. Diesen Schulterschlag haben sich zwei Asselpunks verdient, weil sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn auf kulturhistorischer Ebene großes vollbracht haben. Sie stellen sich mit wehenden Fahnen und bleibestückten Schusswaffen in den Dienst einer Musik, die die schwedische Szene in den ausgehenden 80ern prägen sollte und heute noch immer, und sogar mehr, an treuen Gefolgsmännern rekrutiert als einst vorstellbar erschien. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die beiden genau zugehört und festgestellt, dass es einst und also auch heute nicht von Belang ist, wie ausgefeilt ein Musiker auf der Überholspur fiedeln muss, solange er seine Töne (einigermaßen) trifft, und mit stumpfen, knarzigen Selbstbewusstsein dem Zahn der Zeit in den Nerv bohrt. Selbst wenn die 2 den Eindruck vermitteln, mit dem Esel verwandt zu sein, der mit stoischem Gleichmut den Holzpflug in gerader Linie über den staubigen Acker zieht, und zu bocken anfängt, wenn irgendjemand sich einbildet einen Richtungswechsel verlangen zu können, sollte das ihrer Reputation eher nützen als schaden. Das Vieh trabt nun mal nur in eine Richtung, und sein Starrsinn ist weltberühmt. Genau so gehen BASTARD PRIEST ihr Werk an, unbeirrbar, fest im Glauben. So freut es uns, wenn es statt Technik, rumpelt, statt Melodie Friedhofsflair, statt Schweinegrowls die Stimme aus dem Grab und statt Blast inquisitorische Folterprügel gibt. Im Verlauf des aktuellen Albums schiebt sich ein gewisser Anteil an morbiden und zähen Parts ein, gruseliger Scheiß von der Art, die Tote mit Klauenfingen an Grabplatten zerren lässt, solche die dem Tempo des klassischen, nach Menschenfleisch gierenden Zombies entspricht. Wenn die Leadgitarre den Mond anheult wie einst der Werwolf die Jungfrau und leichenfressende Ghoule schmatzend den lokalen Todesacker abfrühstücken, dann ist es Zeit den verdammten Bastard von einem Priester aus seinem Gefängnis zu befreien und den Kampf gegen die Schemen der Nacht aufnehmen zu lassen. Dazu dezent eingeschobene Soundsampel und das Gefühl, das eigene Ende schwebt wie fetter Nebel am Horizont, und das pure Grauen vor der unbekannten Gefahr haftet sich im Hirn an, wie Teer unter den Schuhen. Spooky! Wahrlich, den Ritterschlag haben sie sich verdient, die zwei Jungs, sind sie doch einfach losgestürmt und haben etwas angerichtet, dass die einen in den Wahnsinn treibt, und sich die anderen mit orgastischen Zuckungen in feuchte Friedhofserde wühlen lässt. BASTARD PRIEST haben das Potential zu polarisierten, auch wenn sie nur Radau machen wollen. Der ist einfach zu gut gelungen, und zwar weil er simpel, gar primitiv und ungemein direkt und erdig ist. So hat Death Metal einst begonnen und so sollte er unseren Nachkommen hinterlassen werden! Amen!
9/10

Friday, November 11, 2011

HEDON CRIES - The End Of The Path Is Nigh - Cd / Eigenproduktion


HEDON CRIES schwanken zwischen düsteren Absichten und fröhlicher, melodischer Unvergänglichkeit. Wie ein breitbeiniger Ritt auf zwei Eisschollen, kann sich der Depp, der Gefahr läuft ins kalte Wasser einzubrechen, nicht entscheiden auf welche er nun springen soll. Aber HEDON CRIES sind Griechen und das sagt in heutiger Zeit eine Menge. Auch mit dem Sparen haben sie es nicht so, sie tragen nämlich in beiden Richtungen dick auf. Trotzdem werfe ich dem Ergebnis vor, eher durchwachsen bis gefährlich nahe an der Grenze einer Schlaftablettenwirkung zu sein, als für ein tatsächlich gelungenes Werk einzustehen. Und wenn der Pfad laut Albumtitel fast zu Ende sein soll, dann können sie eh einpacken und den letzten Sirtaki in den staubigen Boden der Akropolis steppen. Das Album ist bis zu einem gewissen Punkt gut gelungen, kommt auf Dauer aber zu selbstverliebt rüber und verliert schnell an Schwung. Ein Death Metal Album melodischer Prägung darf auch ruhig mal Dampf machen, Fahrt aufnehmen und die Scheune abfackeln. All das fehlt auf „The End Of The Path Is Nigh“, und wird ersetzt durch wenige leicht metalcorige Riffs (bei den schnelleren Parts) und viel schnuckelige, tränenüberströmte Instrumentenqual. Da möchte man manchmal nicht mehr leben, so drückt das aufs Gemüt. Was bleibt ist ein gewisses Maß an Mittelmäßigkeit, womit sich noch niemand an den Haaren aus dem Dreck gezogen hat. „I Hate You“ zum Beispiel, das ist ein Titel der assoziativ mit Aggression und echtem, musikalischen Gewaltausbruch in Zusammenhang stehen sollte, aber die Sonne scheint mir aus dem Arsch, wenn ich bei solch übermelodiösem und kuschligen Tönen jemanden hassen sollte. Bitte verschont mich. Stellt sich mir die Frage, wie man so viel Weichspüler hinter kippen kann um sein Talent dermaßen gekonnt an die Wand zu setzen. Vielleicht drückt bei dem Vierer auch der genetische Code der Ahnen stärker durch als bei anderen. Obwohl vom kriegerischen Eroberer nicht viel übrig geblieben ist, haben die angeblich alle nackt Sport getrieben, sind sonst in kurzen Röcken flanieren gegangen und mit der Geschlechterrolle haben sie es bekanntermaßen nie so ernst genommen, nicht mal ihr größter Feldherr. Verflixte Lustknaben. Irgendwie scheinen HEDON CRIES das alles in ihre Musik aufgenommen zu haben, inklusive hintergründigem Schwertgerassel, das ich gar nicht absprechen will. Da es aber Fakt ist, dass die Band nur alle 4 Jahre ein Album zuwege bring, ist bis 2015 Ruhe und bis dahin hat uns der große Meteor oder was auch immer längst verschluckt. Ich will das Album nur jenen empfehlen, die ausschließlich auf melodischen Death Metal stehen und vor guten Riffs weglaufen, die sich früher in ihrer Kuschelrocksammlung für die härtesten gehalten haben. Das Album gibt es als legalen, kostenlosen Download und die werden schon gewusst haben warum. Findet ihr auf meiner Downloadseite.
4/10

Monday, November 7, 2011

GENITAL MUTILATION / CLITCLUTCHER / ENDOMERTITIS - Necro Anal Smegma Split EP


Der Rechtschaffende erhebt sich und spricht. Und sehet der Tag wird dereinst kommen, der Tag des Gerichts über die wissentlich Gehörlosen. Sie werden Buße tun in Fleisch und Blut für alles das sie nicht gottgefällig getan haben. Sie werden im Staub niederknien und rechtfertigen, warum sie so verdammten Radau machen müssen, und die Sonntägliche Ruhe mit ihren elektronischen Instrumenten glauben zersägen zu können. Sie werden Tränen vergießend vor dem Antlitz Gottes Rechenschaft ablegen ob ihrer begangenen Sünden. Der Sünde der Entfremdung von allem göttlichen, indem sie sich ihren Eltern verweigerten und deren aufrechte Verfechtung wahrer herrlicher Musik absagten. Büßen müssen sie für die Entfremdung vom Leben, dass ihnen einzig der Herr schenkte und das sie in ihren abstoßenden Texten nicht zu lobpreisen wissen. Ist es denn mit der Sünde im Volk Gottes tatsächlich so, wie mit einer gefährlichen und giftigen Säure: Ein Tropfen genügt, um einen ganzen Eimer oder noch viel mehr Wasser zu vergiften. Diese Buben verderben die Moral der Jugend mit sexistischen Gewaltphantasien, die über das bildliche und lyrische hinaus gehen, derer unsere Väter auch mit Scham nicht habhaft wurden. Und so wird Gott unsanft zu ihnen sprechen: „Was liegst du da vor mir und flennst. Das rebellische Gesocks hat sich versündigt. Nicht ich, sondern ihr habt meinen Bund und mein Gebot gebrochen. Ihr habt wissentlich von den Unschuldigen genommen, deshalb können sie nicht vor mir bestehen. Wenn ihr aber sagt, ihr habt nicht gesündigt, so macht ihr euch darüber hinaus zum Lügner, und mein Wort ist nicht mehr für euch. Also schicke ich euch zweimal in die Verdammnis, auf das euer Fleisch verfaule, euer Blut stocke, eure Haut vertrockne und eure Seele für immer im großen Nichts irre.“ Aber liebe Gemeinde, wenn ihr euch vom Urteil des Herren nicht beeinflussen lasst, dann seid auch ihr verloren, dann wird auch euer Kadaver einst sinnlos gekreuzigt und auf felsigem Grund zerschmettert daliegen, und niemand wird eure Einsamkeit durchbrechen können … Wenn euch das hingegen völlig Schnuppe ist, das könnt ihr mit dieser 3 –Way – Split, nicht unbedingt künstlerisch nahrhaften, dafür unverfänglichen Slam - Spaß haben und der 3 Cent Nutte den 7 – Striemer über ihre rückwärtige Bastion flanschen, nackig durch die Laube flitzen und die Korken in den Kronleuchter knallen lassen. Für eine jugendfreie Sause ist das Unterfangen „Necro Anal Smegma Split“ gut genug, respektloser Kiddikrawall eben, ohne ernsthafte Anlehnung an das was Death Metal einst war. Ähhhh … Stopp! Der mittlere Part, der von CLITCLUTCHER (ts, ts) übernommen wird, sei da bitte auszuklammern, klingt nämlich wie das fehlgeschlagene Produkt einer kolumbianischen Drogenküche, brutal schlecht. Das Kunstwerk, welches keines sein will, könnt ihr legal auf meiner Downloadseite ziehen.
6/10

Friday, November 4, 2011

HARPOON - Deception Among Birds Cd / Seventh Rule Recordings


HARPOON beurteilen zu wollen, ist kein einfaches Unterfangen. Da treffen sich Elemente aus Metalcore und Grind, wollen es uns schnell machen, wie eine 20 Euro Nutte. Dabei findet sich wenig aus der alten Schule wieder, eher schmerzt es modern und progressiv in den Ohren. HARPOON stellen sich den Herausforderungen ihrer Freier nicht in einer miefigen Seitengassen, da geht es eher ins lila gepolsterte Penthouse. So manches kompositorische Vorhaben ist doch sehr gewagt und nicht ohne weiteres begehbar, respektive betritt man diesen Weg nicht ohne Reue. Besonders schwerwiegend auf der Verlustseite sind die melodischen, ja irgendwie epischen Teile, bei der der Gesang gefährlich clean vorgetragen wird, der Sänger verständlich moralische Gewissensbisse ins Mikro heult. Für alte Grindsäcke, die roh und hart gepfählt werden wollen, und das ohne intellektuelle Komplikationen, ist das nix. Damit meine ich nicht nur das Mikrofonstrapazio, sonder das ganze Album. Die Band legt kaum Wert auf Spielfluss, mutet ihren Hörern lieber ein arg experimentelles Monstrum an musikalischer Philosophie und endlos verworrener Struktur zu. Wenn denn Songs partiell auf Krawall und Tempo gebürstet sind, kommt so was wie epileptische Vorfreude auf eine angemessene Packung instrumentaler Gewalt auf, aber das hält meist nicht lang an. Melancholie und führerlose Aggression schlagen dann ihre Schädel zusammen, dass es nur so funkt und Kopfschmerzen bleiben wohl noch die geringfügigste Komplikation eines unkontrollierbaren Crashs´. Durch die Vordertür kommst du da nicht, und die Hintertür klemmt. Das ist was für Kiddies, die etwas anspruchsvollere Schlösser knacken wollen. Bezugnehmend auf den Bandnamen, wird nicht die klassische Harpune mit Armkraft vom Beiboot geschleudert um Mittelsmann zwischen Mensch und Bestie zu sein. Dieses Geschoss gehört auf einen japanischen Trawler, das mit Maschinenkraft abgefeuert wird und mit seiner Spitze Haut und Fett der Giganten durchdringt und sich unwiderruflich im Skelett verkeilt. HARPOON ist viel zu mechanisch und macht es dem klassischen Seemann im hölzernen Ruderboot viel zu schwer auf moderneren, schwimmenden Schlachthöfen anzuheuern. Mit viel Fantasie finden sich Parallelen zu TOTAL FUCKING DESTRUCTION, viel mehr aber zu KLOAK und ähnlichen Vorreitern einer Szene, die nur noch rudimentär mit dem verwurzelt ist, was da in den 80ern in Britannien geboren, oder eher ausgekotzt wurde. Dieser Post - Hardcore/Grindquatsch, mag er musikalisch auch noch so gekonnt in Plastik verdammt sein, beleidigt so ziemlich jeden, der das grindige Bäumchen einst gehegt und gepflegt hat, denn das was nun kommt ist eher die Kettensäge, die an der Borke kratzt, als dass es tatsächlich der eigen Spross sein soll. Schwieriges Teil und subjektiv betrachtet ganz gewiss nichts was der Barmann ins Glas kippen sollte!
5/10