Wednesday, March 30, 2011

VULGAROYAL BLOODHILL - Muerteatroz - Cd / Rotten Roll Rex


Vorsicht, zu diesem Album habe ich an verschiedenen Stellen gelesen, dass ihm ein technischer Anspruch nachgesagt wird. Mit diesem Stigmata dürften sich die Musiker auf das gröbste beleidigt fühlen. Das ist gottverdammt noch mal primitiver Gore Grind mit 4/4 Takt (vermutlich) und 3 Akkorden. Allerhöchstens einige wenige Auswüchse rein kompositorischer Freiheit durchbrechen die etwas Enge Kruste aus Blut, Gewalt und Pussys! Mehr aber auch nicht. Der große Rest ist ein Bombenhagel aus gewöhnlichen und trotzdem unterhaltsamen matschigen Backpfeifen in Rahmen dessen, was ROMPEPROP, S.R.O.M. oder HYMEN HOLOCAUST vorgeben. Und das reicht vollkommen aus, um uns zu zeigen, dass Spaß und Anspruch nicht zwangsläufig zusammen gehören (müssen). Im Verlauf des Albums zerfällt der billige aber gute Eindruck leider in zu viele Intros und zu kurze Songs. Erhalten sind lediglich Fragmente, die das Wort Musik nicht mehr ganz ernst zu nehmen wissen. Da kommen leider keine echten Stücke mehr zusammen, nur noch Schnipsel aus buntem Konfetti, das übrig bleibt, wenn das Resthirn von Crusty dem Clown in den Gartenhäcksler gekippt wird. Wer Lust hat, kann ja versuchen aus dem Einzelteilepuzzel aus kurzen Akkorden, Rülpskannonaden und diversem anderem Geschepper ganze Lieder zusammen zu setzen und die überhand nehmenden Folterintros an die Seite zu packen. Das wird eine archäologische Herausforderung für die Ohren! Nee, mal im Ernst, wäre es der Band gelungen, das fortzusetzen, womit sie ihr Album beginnen, gäbe es für Szenejunkies kaum was dran zu nörgeln, so aber fällt dem Hühnchen immer mehr Fleisch von den mageren Rippen und es bleibt ein abgenagtes Skelett über, anhand dessen Anatomie nur zu erahnen bleibt, wie fett es einst wahr. Da gibt es Nummern wie „ Za ga tu“ (was auch immer da bedeutet, von vertonter Bedienungsanleitung für Motorsensen bis hin zu ins hebräisch übersetzte Beipackzettel von ungeprüften Psychopharmaka), die mehr Potential haben, ein höheres Niveau in Aussicht stellen, als es in der Absicht der Musiker lag. Aus Angst, richtige Musik machen zu müssen, verstecken sie sich dann lieber hinter verbalen Gewaltandrohungen an ihr gestörtes Frauenbild. Aufgrund dessen wird infolge vieles kürzer als die eigenen asiatischen Schwänze, die so schon unter keinem überschwänglichen Leumund stehen. Aber ich will gar nicht so sehr drauf pissen, denn im Grunde gefällt es mir schon, dann höre ich eben immer wieder „Sale el cortejo funebre“ oder „Quitar las tripas a un dios“ die die Coolness in spe gepachtet haben, und zappe über all jene mit den endlos erscheinenden Intros hinweg, da auf die meist nur Rums, krach, peng und ein abrupter Sturz ins bodenlose folgt. Auch das DARK ANGEL Cover ist eher ein Gag als ernst gemeint. Aber was ist an Gore und Perversion eingehüllt in eine „musikalische“ Brandschutzdecke überhaupt ernst zu nehmen. Eben, ganz genau, Hauptsache den Pimmel gerieben, mit Gleichgesinnten über die Vorstellung von echtem Sex gefachsimpelt und einen Abend lang viel Spaß gehabt! VULGAROYAL BLOODHILL sind schon ein paar echt abgeklärte Säcke, die sich über die gesamte Spielzeit ruhig hätten mehr trauen dürfen.
6/10

Monday, March 28, 2011

5 STABBED 4 CORPSES - Get Smashed - Cd / Rotten Roll Rex


So, nu jetzte ma hier, was isn das? Disco im Schweinekoben? Animal Farm nur mit Ringelschwänzen und der Rest ist in Gläser und Därme gestopft? Verschiebebahnhof auf´m Ackerland? Primitiver Stumpfsinn als Lückenbüßer für das verpasste Mutantenstadel? Eine nachhaltige Kotzorgie während des jährlichen Besäufnisses beim Traditionsvereinshappening? Wer macht solche Geräusche? Die Mistgabel, wenn sie sich durch fette Schwarte und durchschissenes Stroh bohrt. Das letzte Quieken der Sau, bevor sich der Schlachter mit dem Bolzenschussapparat den Fuß durchlöchert? Das asthmatische Röcheln des grenzdebilen Viehzüchters nach der 40. Kippe und noch vor der Frühstückspause? Der Hammer, der verzweifelt gegen rostige Nägel drischt um den morschen Stall zusammen zu halten. Das Ergebnis eines Methanüberschusses? Und wer profitiert davon? Die wirklichen Verursacher, die vor Lachen nicht von der Mutti kommen (in diesem Fall sogar einmal vom Papi…oder nicht). Ein Plattenlabel, das Unsummen verdient, da Leute alles kaufen was stinkt und laut ist? Jeder der mal im Osten Trabi gefahren hat, (oder meinetwegen auch anders rum, Seele und Herz des Knatterkastens unterlagen autonomer Steuerung) klaut sich jetzt so ein audioterroristisches Mordsteil und verliebt sich in den Lärmfaktor, wegen der Nostalgie. Wie komme ich überhaupt auf so einen Blödsinn? Die Typen hier sind schuld, mit so einer Rülpse fällt das Leugnen schwer, Hier mache ich den generellen Schuldanspruch geltend! Schuld an allen vergangenen und zukünftigen Weltkriegen inklusive Untergang der Gustloff, und jetzt wird meine bis dato wohlbehütete geistige Stabilität zum Opfer. Die haben mich versaut, wer will jetzt noch mit mir Halma spielen und Bierdeckel schnipsen. Mein Wert ist schlagartig gefallen, genau wie mein Unterkiefer, der irgendwie Flüssigkeit verliert. Man sagt mir sogar nach, ich würde eine auffällige Schleifspur hinterlassen. Ich habe Angstzustände und abgekaute Fingernägel, lache, wenn ich weinen sollte und weine wenn ich lachen sollte … gut, das hatte ich schon vorher. Himmel ist das bescheuert und wohl deshalb ein Muss für alle die nicht nach Musik mit Anspruch suchen, selbst wenn der nur mal vorbei spaziert ist. Das sind Pellets für alle die ausschließlich Flaschenbier aus grünen Pullen kippen, das Maul aufreißen, wenn keiner was fragt, Horrorfilme als Leitfaden für den Umgang mit sozialen Problemstellungen im Allgemeinen verstehen und unheimlich heimlich Pornoschnipsel am PC glotzen. Also für jene, die wissen, wie man seine Freizeit gestaltet. Ab dafür, ihr Luden!
6/10

Sunday, March 27, 2011

SURGICAL MURDER Split - Cd / Extreminal Productions


Auf dieses Release haben sich 3 Bands verirrt, die in etwa so was wie die 3 kleinen Schweinchen darstellen könnten, auch wenn sie den Vergleich mit äußerster Bestimmtheit ablehnen würden. Die bauen ihre wackligen Häuschen, jeder für sich, und dann kommt der große böse Wolf und pustet den Quatsch einfach auf den Haufen der enttäuschten Erwartungen. Der Wolf würde ich gern sein, aber mein Lungenvolumen ist wertvoller, als es an den bald leeren Raum zu vergeuden. Zumindest hat sich die Ferkelbande zusammen getan und gemeinsam was auf die Beine gestellt. Jedenfalls nach außen hin. Das Ergebnis ist eine 3 - Way Split mit eindeutig amerikanischer Death Metal Prägung, von brutalem Slam Zeug bis hin zu US Old School und weniger das von der technischen Sorte. Die Bands unterscheiden sich natürlich in ihrer genauen Ausrichtung, aber darauf will ich gar nicht eingehen, Fakt ist, dass sie es lieben zu lärmen, dafür aber qualitativ gern Abstriche in Kauf nehmen. Gerade mal MORBID DEVOURMENT schaffen es, einen gewissen Anspruch und zackigen Punktlandungsblast beizusteuern. Die Musik hier aus dem Orbit zu blasen, wäre unfair, aber eins ist doch klar, von Gehacke wie diesem gibt es so viel, dass es keine Rolle spielt, wer dafür verantwortlich ist, der Wiedererkennungswert ist in etwa so hoch, wie die Tatsache, dass es in der Sahara zu viel Sand gibt. Wer zählt schon jedes einzelne Steinchen, wenn es dazu keinen triftigen Grund gibt? Es sollte aber doch das Ziel sein, Wasser zu finden, nicht noch mehr feinkörnige Erde in Eimern dahin zu schleppen, wo die Natur gewiss keine Mangel vorgesehen hat. MORBID DEVOURMENT hätten wahrscheinlich stärkere Splitpartner gebraucht, wenn sie sich hervorheben wollten. So haben sie sich aber für AKTARMA SUICIDE und BRUTAL CORE entschieden, die bestimmt einen guten Job im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen, doch wenn Bemühungen nicht reichen, na ja, bei und ist man dann vorrangig dazu verflucht, dem Arbeitsamt seine Frondienste zu Verfügung zu stellen. Es ist deutlich zu hören, dass die Songs der, ich nenne sie mal begleitende Bands, aus unterschiedlichen Sessions stammen, was einen äußerst unfertigen oder gar unvorbereiteten Eindruck hinterlässt. Eben so, als müsste da schnell was zusammen gekehrt werden, vielleicht hat die Vorbereitungszeit gefehlt, oder denen ist egal was sie veröffentlichen, Hauptsache das Zeug geht raus. Ich finde es jedenfalls bedauerlich, dass dieses Teil so viel Glaubwürdigkeit einbüßt, weil es unbedingt ein Schnellschuss sein wollte. Fazit, nur was für Freunde von Allerwelts - Death Metal, die die Auswirkungen der Globalisierung verkraften können!
5/10

Friday, March 25, 2011

CAMPAIGN FOR MUSICAL DESTRUCTION # 16


Eine ganz entscheidende Feststellung hat sich klammheimlich an mich heran geschlichen. Ab einem gewissen Alter oder aufgrund eines imaginären genetischen Knüppels, der hinterrücks zuschlägt, rückt eine Lesebrille immer näher an den Wahrscheinlichkeitshorizont eines Pressekonsumenten, wenn er denn noch auf dem Laufenden bleiben will. Sollte man sich dieser Tatsache nicht tapfer stellen, wird man so einiges vermissen und dem geistigen Verfall Tür und Tor öffnen. Gut, das ist überzogen, läge es nur an der richtigen Brennweite um die Menschheit vor der Verblödung zu retten, wären Zeiss – Brillengläser ausverkauft. Nach, oder eigentlich während des lockeren Studiums des neuen C.F.M.D., ist mir aber zumindest die Notwendigkeit eines persönlichen Exemplars bewusst geworden. Zur Hölle, ist der Scheiß eng bedruckt, gerade bei den Reviews lese ich die Zeilen entweder doppelt (was ich immer noch rechtzeitig bemerke) oder überspringe unbeabsichtigt gleich mal 2. Dann verliere ich natürlich umgehend den Faden und setzte ganz oben wieder an. Soll heißen, ich werde alt und quengelig, aber auch, dass viel Information unbedingt löblich ist, es aber im Fokus rotieren sollte, dass jene auch im annehmbaren Maße aufzunehmen sind. Ja, soviel dazu. Und inhaltlich? Beim Daumenkino ist der Entschluss schnell gefasst, ich fange von hinten an! Da gibt es Interview mit Dan Swanö und Tomas Skogsberg, die über vermeintlich gute alte Zeiten plauschen sollen. Swanö macht das auch und das ist unterhaltsam und informativ. Skogsbergs´ Antworten bestehen meist nur aus einem Satz und der häufig nur aus einem Wort, was von extremer Lustlosigkeit zeugt und jeden Schreiberling enttäuschen muss, der sich das Hirn martert, um was interessantes zu formen ohne tröge Standards einzubauen. Die Idee hinter der Story ist cool, das Ergebnis zu 50 Prozent enttäuschend, ohne dass wirklich jemand was dafür könnte, außer Herr Skogsberg natürlich. Im Verlauf des schwarz / weiß Printexkurses stolpere ich danach über so einige unbekannte, Crust / Grind / Death Combos (weiße Flecken auf der Brainmap getilgt, Aufgabe erfüllt meine Herren) und andere leidlich bekannte. ATTACK OF RAGE finde ich persönlich zum Beispiel schön schnittig. Wenn ihr wissen wollt, wer im Einzelnen noch vorgestellt wird, dann besucht die Homepage, ich will das jetzt nicht alles abtippen: http://www.campaign-for-musical-destruction.de/ ! So ein Stückchen Perversenlexikon beinhaltet das Teil übrigens auch wieder. Serienmörderportrait und was über Syphilis. Is echt eklig, ich wäre für trendgerechte Diätrezepte, zum Beispiel; wie überlebe ich den Sommer gesund, ohne Black Metal anzusetzen. Oder was für den Garten, gerade jetzt zum Start der Saison; welche Erde eignet sich am besten um flammende Kreuze umgedreht einzugraben. Aber nein, nichts mit praktischen Tipps, nur geschmacksferne Abartigkeiten, widerlich! Schlussendlich hat sich noch ein Livebericht hinein verirrt, von einem unerschrockenen Duo, das den Schlamm von Bad Berka überlebt hat. Gut gemacht, aber KEITZER ignorieren und ORIGIN angeblich verpassen, geht gar nicht, schämt euch! So, gut jetzt, natürlich ist dieser Artikel durchweg lieb gemeint, kann mich halt manchmal nicht zurück halten. Die Ausgabe bestellt ihr umgehend über die Webadresse oder es gibt was hinten drauf!

Wednesday, March 23, 2011

BLASPHERIAN - Infernal Warriors Of Death - Cd / Deathgasm Records


BLASPHERIAN sind die Art von Pfadfinder, die ausdauernd und zeitvergessen mit einer stumpfen Campingaxt auf eine 500 jährige Eiche einprügeln, bis sie vor Verzweiflung und etwas Mitleid einen horizontalen Status einnimmt. Um den Kern des Baumes zu erreichen, benötigen die keine großartige Technik, da reichen Leder, Spikes, tiefer Grabessound und reichlich blasphemische Schmähungen. Old School eben! Ich nehme der Band ihr Anliegen und die Ernsthaftigkeit ihrer Forstarbeiterdramatik gern ab, es besteht aber auch die Gefahr, dass manch einem aufgrund der latenten Stumpfsinnigkeit des Gesamtbildes die Füße einschlafen. Das bleibt Ansichtssache und muss jeder selber entscheiden. BLASPHERIAN haben die Fährte alter INCANTATION aufgenommen, tja und wer der schon mal gefolgt ist, kann sein Glück wieder versuchen. Das Arsenal an akustischen Schneidewerkzeugen ist stattlich, der imaginäre Scherenschleifer war aber lange nicht mehr dran, die Klingen sind ungeschliffen und dienen eher zum groben hacken als zum filigranen Scheibchen schneiden, oder anders ausgedrückt, ihr trefft nicht nicht den perfiden Sternekoch aus dem Kempinski, sondern den sympathischen Metzger von der Ecke, der sich noch mal die Hände an der Latexschürze abwischt, bevor er euch lächelnd die Hand schüttelt. So entwickelt sich BLASPHERIAN zu einer vertraut erscheinenden Blutkartusche, die durch ein Wurmloch in die brandenden Wogen eines neuzeitlich aufgemischten Ozeans metallischer Spielereien katapultiert wird, und erst mal alle Fische in ihrem näheren Umfeld blindwütig und vielleicht auch etwas panisch zerfetzt. Frischer Wind steht nicht auf der Wetterkarte, modriger Friedhofshauch, der in grünen Schwaden bodennah über den Totenacker mäandert, beschreibt die Situation wohl passender. Mit dieser Mentalität, die in Granit gemeißelt scheint, gelingt ein kraftvolles, unaufhaltsam wirkendes Stück Death Metal ohne großen Anspruch, aber wegen seiner Gewichtigkeit mit authentischer Schleifspur aus Blut und Stahl. BLASPHERIAN ist nicht die Band, an die man sich gewöhnen muss oder gar entdecken will, die sind wie alte Bekannte, bei denen das Hirn nicht unbedingt in höhere Sphären ausschlagen muss, um zu verstehen was da vorgeht. BLASPHERIAN ist simpel und effizient gestrickt, bieten sicher kein schönes Äußeres oder einen marktträchtigen bunten Spoiler, punkten lieber bei denen, deren Bandscheiben langsam verdampfen und für die Arthrose kein Wort aus einem Fremdsprachenlexikon ist. Gewiss ist aber, dass die Ohren, die es denn wollen, düsteres und kompromissloses Death Metal Futter kriegen. „Infernal Warriors Of Death“ passt prima durch die Pforte ins Retrowelle - Hinterzimmer, ohne sich die Jackenaufschläge allzu sehr schmutzig zu machen!
7/10

Monday, March 21, 2011

DEMONICAL - Death Infernal - Cd / Cyclone Empire


DEMONICAL tragen ihren Lokalkolorit beachtlich locker und selbstsicher über der Schulter, als wäre er ein Sack voller Gänsedaunen. Der wiegt so leicht, dass die neuen Songs scheinbar aus dem Studio geschwebt sind, so glatt und fein geschnitten hört sich das an. In gewissem Sinne ist das eigentlich schade, denn auch wenn es von massivem Patriotismus zeugt, von jener Sorte, die vielleicht schon an Provinzialismus grenzt, fehlt für meine Ohren der dreckige und morbide Grabeshauch der originalen skandinavischen Totenackererde. Es besteht einfach ein nicht zu feiner Unterschied darin, ob jemand seiner Szene und seinem Tun treu ist und weiß wohin er gehört oder ob er für die Sache seine Großmutter ohne anhaltende Gewissensbisse verkaufen würde. Aber hier ins Feuer zu pissen, wäre der falsche Ort und auch unbegründet, denn der quasi CENTINEX Nachklapp komponiert und schreddert seine Stücke ja nicht ohne Rückgrat, die können per se nicht anders, das ist so ne genetische Nummer und irgendwie auch aufrichtig. Wer will sich schon gegen seine Muttermilch wehren, selbst wenn Mutter nichts davon weiß, wohin ihre Milch den kreischenden Racker eines Tages treiben wird. Und deshalb drapieren DEMONICAL ein typisch schwedisches Album in die Auslage, dass sich jedoch die Freiheit nimmt und neben der DISMEMBER Titte auch an der der Geliebten zu nuckeln. Da entstehen dann außer schnarrenden Tieffliegern mit leicht melodiöser Bombenlast auch Stücke aus einer Schmiede, die von manch Neidern und Pseudoundergroundlern bereits hämisch als Pop Musik verschrien wird. Das wären dann nämlich AMON AMARTH, wofür Songs wie „March For Victory“ und „From Northern Shores“ (nur auf Vinyl und Digi – Pack) exemplarisch sind. Ich bin mir sicher, dass ist eher auf den Spaß an sich, als auf Unentschlossenheit zurück zu führen. Deshalb stimmt mich „Death Infernal“ mit seinem programmatischen Titel und seinem nicht ganz so großartigen Titelstück trotz einiger Dellen und zu sauberem Sound sehr zufrieden. Dabei hätte ich durchaus das Recht, härter mit denen ins Gericht zu ziehen, da sie mich mal mit Lakritzfusel vergiften wollten und meinen liebgewonnenen Campingstuhl zu Kleinholz zerhackstückelt haben. Gut, dass ich nicht nachtragend bin und mich an brachialem Elchtot immer wieder erfreue! Anständiges professionelles und frisches Album, alles darunter wäre enttäuschend!
7/10

Friday, March 18, 2011

PROKNE - Demo 2011 - Cd - r


Seltsamer Name für eine Mütze voll Musik, hat wohl irgendwas mit griechischer Mythologie zu tun. In welchem Zusammenhang das mit dem lyrisch beschriebenen alltäglichen Chaos und Wahnsinn auf Gottes Erde steht, entzieht sich mir noch. Die 5 Songs skizzieren aber mehr als deutlich, was hier falsch läuft und offenbaren ihre anarchistische oder zumindest linke Ader. Das Ergebnis ist TON – STEINE – SCHERBEN und A.P.O. auf Grind und Power - Violence. Ich habe beschlossen, diesen hektischen Radau zu mögen und finde es gut, dass die Texte abgedruckt sind. Wenn schon einer was zu sagen hat, dann nützt es wenig, sein Anliegen gegen die Wand zu kreischen, wo es doch keiner versteht und höchstens der Putz von fliegendem Rotz feucht wird. Aber so möchte ich das Geschepper gern als engagiert betrachten und mit dem textlichen Hintergrund passt die Musik dazu wie der Arsch auf den Eimer. Klar sein muss aber auch, dass mit so was keine großen Sprünge zu veranstalten sind, höchstens die eigenen An-, und Absichten angemessen vertont werden und es außerhalb eines recht überschaubaren Kreises niemanden interessieren wird. Wer darüber hinweg sieht und den eigentlichen Undergroundgedanken nicht vergessen hat, bzw. nicht verklärt, der hat ein paar heftige, laute und ungemütliche Minuten für Ohr und Hirn vor sich. Das ganze wird bisher noch von einem Einzelstreiter verzapft, der aber wohl auf Suche nach Abhilfe, respektive Unterstützung ist. PROKNE hetzt die Meute auf den Spuren von YACOEPSAE, zertrampelt gut bürgerliche Konventionen, geifert schrille Hetze gegen den einlullenden Einheitstrott und hält der dekadenten und egoistischen westlichen Gesellschaft den Spiegel vor. Vielleicht hat der Knabe aber auch nur die Augen aufgemacht. Gut so, mal sehen wie lange die Luft reicht, hoffentlich länger als der Job, die Ehefrau und Boulevardfernsehen als feierabendliches Fernsehprogramm. Lediglich das dazugehörige Bier ist unbedingt gestattet. Der Sound dieser ersten Anklageschrift gegen Bourgeoise und erblindetes und abgestumpftes Proletariat ist zu schrill und irgendwie wurde der Bass im Schichterbus vergessen. Aber bei dem Tempo kann das schon mal passieren. Ich bin mir sicher, dass dieses Demo keine künstlerische Offenbarung ist, also erwartet bitte nicht zu viel, dennoch habe ich den Eindruck, dass der Meister es mit seinen Stücken aufrichtig ernst meint. Allein dafür gebühren ihm einige Punkte auf der Habenseite und wer sich gern vergrinden lässt ohne dafür Därme und willige Pussies zu brauchen, der darf das jetzt unter folgendem linke gern tun: http://www.myspace.com/prokne
6/10

Wednesday, March 16, 2011

THE DEAD - Ritual Executions - Cd / Diabolical Conquest


THE DEAD aus Australien sind so was wie ein entfernter Verwandter von NEUROSIS. Aber wirklich nur entfernt, in etwa so als würden sie sich einen aufgetragenen Mantel überstreifen und in der Tasche ein eingewickeltes Bonbon aus Death / Doom und Sludge finden, seine bittere Süße als angenehm empfinden. Dass dieser Mantel aber noch viele andere Taschen und Geheimbeutelchen in seinem Innenleben verbirgt, ist dem Träger noch nicht bewusst, die Zeit ist jedoch, so will ich beruhigend sagen, auf der Seite des neuen Eigentümers. Aufgrund dessen, dass die Uhr gerade erst zu ticken beginnt, stolpert er noch etwas behäbig und naiv in den Ring um sich vielleicht eine Tracht Prügel abzuholen, garantiert aber auch, um ein paar ordentliche Schläge auszuteilen. Dass THE DEAD wirklich was drauf haben, entpuppt sich also nicht sofort, die zu suchenden Feinheiten verstecken sich hinter Düsternis und Schwere der Musik, da sollte man wohl tatsächlich genauer hinhören. Der Gitarrensound ist geprägt von absoluter Bleimentalität, wenn auch etwas schrammlig, passend dazu dürfen die Growls mit verschleimten und entzündeten Stimmbändern in den Abgründen menschlichen Unwohlseins entstanden sein. Dass die Musik hinter dieser tödlichen Doomfassade auch über Groove verfügt, wird da nicht auf den ersten Durchlauf klar, auch nicht, dass so manches Arrangement mehr beinhaltet, als nur böse und bedrohlich zu klingen. Ich kenne das Debüt der Band nicht, aber das was auf „Ritual Executions“ zu hören ist, ist keinesfalls alltäglicher Matsch vom Band, dazu macht die Band viel zu eigenwillige Musik. Das mit dem Tempo ist nicht deren Boxstall, auch wenn sie es können, die profitieren von gewichtiger Behäbigkeit. Da siehst du die Faust auf dich zufliegen, kannst noch drüber nachdenken, wo und wie schmerzhaft sie einschlagen wird, welcher Knochen zu Staubmehl zerfallen wird, und es gelingt dir doch nicht, dich den Konsequenzen zu entziehen. Bei den wenigen Temposteigerungen kommt eher so ein nihilistisch schwarzer Impuls durch, der die Band von einer etwas anderen Weiter zeigt. Diese steht ihr aber nicht unbedingt gut und so ist es löblich, dass sie die wenigen Black Metal Exkurse auf ein vertretbares Minimum reduzieren. THE DEAD repräsentieren eine depressive und ernst zu nehmende Metal Variante weit abseits der neuen Spaß – Attitüde, die zumindest im Death/Grind Sektor bedauerlicherweise ihr Unwesen treibt. „Ritual Executions“ ist ein Re – Release aus dem Jahr 09 und soll den Musikern mit Labelunterstützung etwas Auftrieb verleihen. Mal sehen ob es klappt, die Musik ist lohnenswert, trotz oder gerade wegen der unabdinglichen Eigenwilligkeit ihrer selbst, der Produktion und des daraus resultierenden Sounds! 7/10

Friday, March 11, 2011

DRUG HONKEY - Death Dub - Cd / Diabolical Conquest


DRUG HONKEY fühlt sich an wie der schlimmste Sonntagmorgen nach einem obligatorischen Wochenendabsturz. Jede Bewegung wird zur Qual, dein Körper scheint unter Fremdeinwirkung zu stehen. Im Kopf versuchen viele kleine Minenzwerge mit Presslufthämmern Runen in die Schädeldecke zu stemmen. Das Hirn schwappt in einer übergroßen Pfütze Restalkohols hin und her und du glaubst, jemand hätte dich vergiftet. Einen klaren Gedanken zu fassen ist aber vollkommen unmöglich, da derer so viele durch die trübe Brühe eines sonnigen Morgens schwimmen, dass du einfach keinen greifen kannst. Dir ist schlecht, du musst pinkeln und in deinen Schläuchen rührt sich auch was, aber du bekommst die Füße nicht aus dem Bett, da sie jemand mit Blei beschwert hat. Irgendwann schälst du dich doch aus den Laken, da das unverbesserliche Mütterchen Vernunft, das ganz hinten, verängstigt und zitternd mit tränengefüllten Augen, in deinem Kopf kauert, dich mit Verantwortung angesteckt hat. Als du den ersten Schritt machen willst, schlägt die unbarmherzige Brandung eines orgastischen Ozeans mit Windstärke 12 über dir zusammen und bringt den Turm zum wanken. Du greift das erst beste um dich fest zu halten und erwischt nicht mehr als die Gardine, die deiner Fallneigung nicht standzuhalten vermag. So hältst du es für besser, mit dem neu angepassten Schleier auf dem Kopf auf allen vieren in das Bad zu robben und du hoffst innständig, das noch niemand wach ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber auch die stirbt. Du willst nur noch sterben, doch der Schnitter hat sich um echte Leiden zu kümmern. So, und mit diesen Gedankensprüngen soll ich mir dann DRUG HONKEY geben? Das soll ich genießen? Nur so viel wie meinen eigenen Untergang! Die Band unterliegt offensichtlich staatlich gesteuerten Drogenexperimenten, wie sonst wäre so eine experimentelle Todesdoomkakophonie zu erklären. Das komplette Album wabert, kreischt und fietscht wie Radiosender auf Kurzwelle und der musikalische Konsens ist hinter dem Horizont des Vertretbaren abhanden gekommen. Das ist echt schwierig und ich hab keinen Schimmer, wem ich das empfehlen sollte. Das geht wahrscheinlich nur in komplett derangiertem Zustand, aber dann braucht ihr das auch nicht mehr, da macht die interne Ohrengeräuschefabrik ihr eigenes unerträgliches Konzert. Wie soll ich das nur beschreiben, vielleicht wie Vangelis rückwärts mit übersteuerten Instrumenten und einem schönen Gruß an die Hölle. Das vorliegende Album ist eine Neuveröffentlichung und scheint von der Presse geliebt zu werden, die spinnen doch alle, wer noch einigermaßen bei Verstand ist, der lässt die Finger weg!
4/10

Thursday, March 10, 2011

PRELUDIUM - Impending Hostility - Cd / Diabolical Conquest


Im Windschatten des Polensturms von Bands wie VADER, DECAPITATED oder YATTERING versuchen auch andere seit Jahren den Vorschub der Erfolgreicheren zu nutzen. Dazu gehören zweifelsohne PRELUDIUM, die mit ihrem 3. Album zu überzeugen gedenken. Nun werde ich einen Scheißdreck tun und einer Kapelle ihren Lokalpatriotismus vorwerfen, das steht mir auch gar nicht zu, aber besonders innovativ ist es bestimmt nicht, einfach nur anzudocken und sich mittreiben zu lassen. PRELUDIUM gelingen natürlich mehr als passable und schwere Stücke mit viel Blast und düsterer Ausstrahlung, der ganze blasphemische Part der Geschichte halt. Um mit so technisch versierten Haudegen auf Augenhöhe zu bleiben, muss man selbst den Druck erhöhen. Zudem fließen immer wieder echt brutale Roots ein. Aber bitte, all das macht kein herausragendes Album, was da steht ist souveräner abgeklärter Death Metal Stoff mit einigen Highlights und viel Rahmengeplänkel. Um der Sache ein bisschen mehr Glanz zu verleihen, kann ich nur sagen, laut aufdrehen hilft! Der Rest ist Mittelmaß, um einen unvergesslichen Krieg vom Zaun zu brechen, bedarf es mehr als nur gut zu sein. Das sind viele und was dabei dann hinten runter fällt, reicht vielleicht für ein Scharmützel, aber nicht für die finale Schlacht, bei der jeder letztendlich als Sieger vom Feld der Musikerehre gehen will. PRELUDIUM punkten zumindest mit dickem Sound und dem Wissen, dass die große Apokalypse noch bevor steht und vielleicht noch Zeit für früchtetragendes Sparring bleibt. Ich will´s nur hoffen, denn eigentlich haben unsere osteuropäischen Nachbarn das ganze Rüstzeug in der eigenen Garage, die müssen nur noch schauen, welcher Gaul was tragen soll und wie bei richtigem Einsatz die Effektivität gesteigert werden kann. Technisches Know How, kompositorische Dichte und dicke Eier, alles da, muss nur noch irgendwie sortiert werden und das sollten die Teufelsbuben noch lernen. Wenn nicht, dann krebsen sie weiter in der Ursuppe mit all den anderen Einzellern und hoffen vergebens darauf, dass sich der evolutionäre Schub von selbst einstellt. Also, es lohnt sich, das Interesse an PRELUDIUM nicht zu verlieren und die Scheibe dürft ihr euch ruhig reinziehen, die rostige Axt der Zeitverschwendung wird euch schon nicht gleich enthaupten. Für Fans von obengenannten Bands mit Hang zu schwarzer Vernichtung, ist bestimmt mehr als ein geschädigtes Trommelfell drin. So lass ich mich dann auch zu versöhnlichen 6 Punkten hinreißen!
6/10

Wednesday, March 9, 2011

OMISION - In The Shadow Of The Cross - Cd / Chaos Records


Nach dem ersten Song dachte ich mir, „Wofür bist du denn hier wieder aufgestanden?“. Das ist ja so gewöhnlich und langweilig, da wird das ganze Album eine Herausforderung an mein Durchhaltevermögen, mir stehen 40 grauenvolle Minuten bevor. Im weiteren Verlauf musste ich aber feststellen, dass OMISION hart verhandeln können und der erste Eindruck nicht zwangsläufig der bestimmende sein muss. OMISION verlegen sich auf einen Art des Death Metals, der oberflächlich betrachtet altbacken sein mag unter der Staubkruste aber durchaus seine Reize hat. Musikalisch gesehen, stehen hier UNLEASHED Pate. Vor allem der Sänger Heriberto Perez möchte offensichtlich wie ein trinkhorschwingender dicker Wikinger klingen und legt es mit Stimmlage und Arrangements voll darauf an. Und so nehmen die Songs Stück für Stück Gestalt an, pellen sich wie die tränentreibende Zwiebel aus ihrer Schale. „Won´t be saved“ zum Beispiel, ist fast durchgängig ein sehr ruhiges und zurückhaltendes Stück, wirkt aber gerade deshalb tonnenschwer, und ist so aufgebaut, dass es sich zum Ende steigert und auch technisch nicht ganz wertfrei bleibt. Was mit einem knatternden Bass beginnt, endet mit einem Ritt über das Griffbrett der Leadgitarre. Oder „ Pray“, der zu Beginn auf Blast – Vollbedienung setzt und dann das Tempo in der Mitte zugunsten einiger Tieflader raus nimmt. Das Augenmerk der meisten Songs liegt auf Old School Riffs die zu einer Pace im mittleren Drehzahlbereich passen. Dazu immer mal wieder leicht melancholisch melodiöse Soli und eine sich steigernde Songdynamik. Sind also alles gar keine so üblen Trademarks, die das mexikanische Musikerkarussell von sich gibt und allemal besser als zu befürchten war. Lediglich der Einstand auf „In The Shadow Of The Cross“ ist tüchtig in die Hose gegangen. OMISION klingen wie ein paar Übergewichtige, schon angegraute Kegelfreunde, die gern frittierte Kohlehydrate und ausgebackenes Meerschwein futtern und es eher etwas gemütlicher mögen, die Hektik der Moderne nicht mehr brauchen. Mit so viel Ruhe und Zeit im Bauch, lassen sie ihre Jugendzeit noch mal Revue passieren und texten ein paar richtig gute Metal Stücke, die sie einst gern von ihren Helden gehört hätten. Ist natürlich Quatsch, schwebte mir nur gerade so vor, Tatsache ist, dass die Band schon gefühlte 100 Mitglieder hatte und bereits seit 93 immer mal wieder ergebnislos durch die Szene spukt. „In The Shadow…“ ist also quasi ihr Debüt, was irgendwie albern ist, den erwähnten Punkt mit der Ruhe und Zeit aber jetzt wohl zu verdeutlichen mag. Nach so langer Zeit muss einfach was bei rumkommen, was haben die sonst all die Jahre in ihrem Proberaum getrieben? Will’s gar nicht wissen.
7/10

Tuesday, March 8, 2011

ZOMBIEFICATION - Midnight Stench - Lp / Chaos Records


ZOMBIEFICATION sind Mr. Jacko und Mr. Hitch und ein Bundle von Gastmusikern, die ihre Schleppleinen ausgeworfen haben um einen beinahe spektakulären Namen aus der alten See zu ziehen. Dieser gehörte einst einem schwedischen Räuber namens NIRVANA 2002, der den heute nicht mehr braucht, da er schon seit geraumer Zeit ausgestorben ist. Einiges an genetischem Erbgut haben Mr. Jacko und Mr. Hitch da aber wohl geschluckt, klingen sie doch genau nach der Zeit sowie Örtlichkeit, in der der Fisch einst Beute machte. Zudem können sie gut mit DISMEMBER, an denen sich das Songwriting und der Gesang, zumindest partiell orientieren. Das ist gar nicht mal so dumm, so sind nämlich ein ganzer Satz guter Old School Songs ins Netz gegangen, die heuer noch cool zu Ohr gehen. Die Band setzt dabei, und zuzüglich ihrer morbiden Ausstrahlung, auf einen melodischen Aspekt, ein Fakt, der ihnen ebenfalls sehr gut steht. Und wo wir schon mal bei morbide sind, exemplarisch dafür ist das Stück „Sleepless Mother“, da es durch seinen doomigen Touch einen echten Geruch nach Graberde und modrigen Knochen verströmt. „Sleepless Mother sticht schon aus dem Rest des Fangs heraus und verpasst dem Album einen gewissen Aha – Effekt. Auch andere Stücke gehen regelmäßig auf die Tempobremse, aber dieses ist das Ding mit der Gänsehaut, bei dem man im Dunkeln ängstlich über die Schulter blickt, wenn man mit der Töle allein Gassi muss. Mitverantwortlich für die permanent düstere Stimmung sind Gesang, (da kniet sich jemand voll rein), und die Leadgitarre, die schartige Riffs zaubert und Melodien en Masse produziert, welche nicht von der lieblichen Seite kommen. Das hat pures Horror – Soundtrack Feeling, und zum Henker, genau so was erwarte ich! Dann spielt es auch gar keine Rolle, dass manchmal auch von anderen freundlich gemaust wurde, zieht euch nur „The Early Years „ rein! Das Album selbst erschien letztes Jahr bereits via Asphyxiate Recordings, die zwischenzeitlich die Segel gestrichen haben. Das was bei mir jetzt aktuell auf dem Teller schrammt, ist jedoch die Vinyl Version, welche bei Chaos Records über den Tisch geht. Selbige ist um „Blood & Disgorge“ erweitert, wie sich das für eine Platte auch gehört. Gegen Bares gibt es 2 Versionen, schwarzes und auf 200 Stück limitiertes silbernes Vinyl. Für Langloden und Gammler, die die guten alten Zeiten gern mit neuen Bands reanimieren sind ZOMBIEFICATION ein gefundenes Fressen, da die all die leckeren Sachen an den Gräten haben, die nötig sind um den Zahn tropfen zu lassen. Sehr gelungener Einstand!
9/10

Saturday, March 5, 2011

WARFIELD - Triumvirat - Mcd / Chaos Records


Wie kommt eine mexikanische Band darauf, einen auf nordischen Black Metal machen zu können. Sind 10 000 Kilometer nicht des Weges weit genug um vor Geschmacksverirrungen zu schützen? Wie zelebrieren die ihren Satanismus eigentlich in einem erzkatholischen Tropenland mit Regenwald, Wüste und ständiger Hitze? Da hält doch das Corpsepaint gar nicht, die müssen nach kürzester Zeit aussehen wie Bäckerlehrlinge nach Schicht, denn wie stilechte Teufelspandas. Alles verschwitzt und verschmiert! Und überhaupt, kriegen die denn ihre Hazienda – Terrasse voll, wenn die mal spielen wollen? Wo doch selbst die übelsten Typen, Massenmörder, Drogenbosse und Menschenhändler Sonntags in die Kirche gehen. Da können die den göttlichen Palast nicht einfach mal so anstecken! Halten die schwarze Messen unter Yucapalmen ab, nageln die das Jesuskind an einen Kaktus? Wie ist das mit den Namen? Der Sänger zum Beispiel nennt sich Hellfire (einer der gar nicht singt sondern laut Infoblatt protestiert), ruft den die Mutti zur Mittagszeit mit Pablo zum essen oder nennt sie ihn tatsächlich Hellfire und bekreuzigt sich danach 3-mal? Wer spricht das Tischgebet? Wie zum Teufel funktioniert Black Metal in Mexiko? Was haben die bei der Taufe gemacht (jeder Mexikaner ist getauft!) „Wie soll dein Sohn heißen, Hellfire? Im Namen des Vaters…“ Einmal untergetaucht und Wasserdampf steigt auf. „Hier nimm noch eine Gallone Weihwasser mit gute Frau, nur zur Sicherheit und schick ihn später lieber nicht zur Sonntagsschule!“ Wenn der durch die Straßen geht, tuscheln alte Frauen hinter seinem Rücken und seine Mutter ist schon seit Jahren nicht mehr zum Kaffee eingeladen worden. Und wenn er dann zur Frustbekämpfung oder Fotosession in den Wald will? Ein echter Black Metaller macht das doch, das weiß ich genau! Der lässt sich mit verkrampfter Mine im dichten Tann ablichten, stapft mit Fellstiefeln durch den Schnee und schwingt Fackeln, genau wie es das unheilige Gesetzt des schlechten Videos vorschreibt! Geht der Mexikaner dann in den Urwald und fällt Bäume? Bei der Luftfeuchte geht ständig die Fackel aus, wenn der einen Baum anpisst wird er wahlweise von Grabräubern oder Archäologen angepöbelt, weil er über eine verschollene Indiostadt gestolpert ist und das mit dem make up hatten wir schon. So ein mexikanischer Satansbube kann es nicht leicht haben, aber um Mitgefühl muss er auch nicht betteln, hätte ja einen vernünftigen Beruf lernen können! Was?...zur Musik hab ich nichts erzählt?...weiß ich doch!
4/10

Friday, March 4, 2011

STRYCHNOS - Undead Unsouls Unbound - Mcd / FDA Rekotz


Ein bisschen INCANTATION, ein bisschen DEMIGOD, ein bisschen VITAL REMAINS, ein bisschen MASSACRE, ein bisschen Spaß muss sein, dazu ein paar düstere aufgetragene Melodien an der AMON AMARTH Peripherie, viel unzüchtiges Endzeitspektakel und durch sind wir mit dem Zinnober! Angesichts der Tatsache, dass es immer wieder Musiker gibt, die seine aufopferungsvolle Arbeit akustisch umzusetzen wissen, lehnt sich der alte Ziegenfuß entspannt in seinem Knochenthron zurück und genießt die Show aus Feuer und Stahl. So lässt er die 4 Dänen seinen Job für ein paar Minuten übernehmen, während er wahrscheinlich einen Eimer randvoll mit Bloody Marys´ süffelt und Großmutter nach mehr Pfeffer schickt. 5 Songs lang dürfen sich die so honorierten Erdlinge nun vergnügen und foltern was das Zeug hält, Peitschen knallen, Fleisch reißt, Blut fließt, Flammen verschlingen, Knochen brechen, Zungen fallen zu Boden, es wird gevierteilt, gehängt, gehäutet, gequetscht, geschlagen, geschnitten. Schmerz und Sünden sind unvergänglich! Einer der dort in den Höllenkreisen gefangen scheint, ist Peter Lorres´ alter Ego Hans Beckert (danke Rico, hätte mich fast verrannt), dessen psychopathischer und bemitleidenswerter Monolog als Kindermörder für „Bestial Desires“ genutzt wird und aufgrund seiner Intensitäten den Song tatsächlich etwas blass erscheinen lässt. Aber grob gehackt sind die Mittel der Pein, die STRYCHNOS vorweisen können sehr präzise Werkzeuge um ein effektives Tagwerk (Nachtmahr) abzuliefern. Mit einem Höllenlärm und infernalischer Brutalität, ziehen sie ihre Klingen durch die Wunden der Gefallenen und Gestrauchelten, greifen mit ihren untoten Klauen nach der Unschuld und zerren alles was sie zu greifen kriegen in die Tiefen des ewigen Abgrundes. Der Gehörnte steht auf Death Metal und fragt sich, wie er sein Imperium aus Angst und Entsetzen bisher ohne zusammenhalten konnte. All die verzweifelten Schreie und vor Furcht zitternden Stimmen, lassen sich doch mit gewaltigem Gehämmer viel leichter aus ausgetrockneten Kehlen und über rissige Lippen locken als mit konventionellen Praktiken, die im Purgatorium sonst so in sind. Ein amtlicher Gitarrenanschlag treibt den Nagel viel anschaulicher durch faulendes Fleisch als ein schnöder Hammer, jawoll! Da bleibt nur zu hoffen (auch wenn es dort unten für so was keinen Platz gibt, die stirbt dort bekanntlich), dass STRYCHNOS sich von Herrn Fürst nicht fest einstellen lassen. Dann kommen die dort vielleicht gar nicht mehr weg und es wird nie was mit einem echten Album!
8/10

Thursday, March 3, 2011

THE FEINDBILD AND THE PORN - Dingens


4 süddeutsche Buben machen sich auf, um im Weitpinkelwettbewerb der Großen ihre Schwänze aneinander zu reiben. Und gleich der erste Strahl spritzt am Weitesten. Denn da lassen sie sich lepröse Kakerlaken einführen, was den Druck auf die prall gefüllte Blase zu erhöhen scheint, den Strahl schneidend scharf macht und ihn die bleiernen Wände des gutbürgerlichen Anstandes auf das brutalste zerschneiden lässt. Weiter geht es mit nekrophilen Pädophilen, die allen guten Geschmack außen vor lassen, wohl thematisch grenzwertig sein sollen, mich aber nicht zu schocken wissen. Ich kenne sogar einen (ohne Scheiß), der bleibt aber harmlos solange das Herzelein schlägt. Ebenso harmlos ist der Song, der weitestgehend auf tiefgestapelten Goregrind setzt. Als Konsequenz darauf, dass die ersten Tropfen auf den eigenen Schuhen landen tritt Captain Avalon an das Schlagmal und holt weit aus, die Bälle werden zerquetscht wie faulige Innereien und in den spacigen Teil elterlicher Albträume geschmettert. Das endet in einem apathischen Schlachtfest, aus dem der Metzger nicht aufzuwachen vermag und mit angemessener Klinge wuchtige Beatdowns aus dem Fleisch seiner Opfer schlägt. Das klingt dann in etwa wie eine etwas stotternde aber selbstbewusste Diesellock, die sich über den Berg quält und immer kurz vorm Motorschaden noch mal Fahrt aufnimmt, ein echter Ultratieftöner. Als vermeintlichen Höhepunkt und 5. Stück erwartet euch noch eine Abtreibung mittels Vorschlaghammer, die offen darlegt, dass mit dieser Mcd noch viel mehr abgetrieben wird als anfänglich angenommen, Verstand und guter Geschmack werden zerschmettert durch dicke Hosen und zu viel Pornos in der Krabblegruppe. Das Ergebnis ist ausufernder Grabenkrieg auf seine groteskeste Art, geführt mit erschreckender Brutalität und zahllosen gorigen Exzessen. Hätte die Band auf ihrem Opener aufgebaut, wäre die erste Schlacht schnell gewonnen, so dauert der Kampf mit den Urinsteinen etwas länger, die Trefferquote liegt aber im Bereich des Annehmbaren. Wer sich gern anpissen lässt und geschmacksresistent unterhalten werden will, der ist bei dieser schrägen Combo gut aufgehoben. 5 mal mit Brecheisen und Stechbeitel durch die Hirnschale auf der Suche nach der Erbse die den Harndrang steuert! Ich kann nur sagen, ab dafür, es gibt bedenklicheres! http://www.myspace.com/feindbildband
6/10

Wednesday, March 2, 2011

FERAL - Dragged To The Altar - Cd / Ibex Moon


Höre ich FERAL, sehe ich GRAVE auf meiner inneren metaphysischen Bühne. Na und das ist ja wohl nicht das schlechteste und sagt prinzipiell auch alles. FERAL trumpft zudem mit einem originalgetreuen Sound auf, bei dem sogar der Bass knatternd durchschlägt. Am markantesten aber dürfte der mantraartige Chorus sein, der bei vielen Stücken dominant ist, quasi als Refrain agiert und das Thema immer wiederholt. Wie bei „Judas“ zum Beispiel, das gibt den klassischen Metal – Aha – Effekt und dem Stück massig Auftrieb. „Dragged To The Altar“ ist vollgestopft mit Mid – Tempo Granaten und einigen, beinahe unerwarteten Raffinessen, die das Geschoß zwar nicht von der Flugbahn abbringen, aber für einiges an Splitterfeuer sorgen. „The Deathbog“ zum Beispiel hat den Hauch einer exotischen Note, leicht angegammelt und nicht mehr ganz farbenfroh aber der richtige Deckel für einen ganzen Eimer voll von bläulich schimmernden Inneren, die auf diesem Album blubbernd zum Leben erweckt werden. „The Curse Of The Casket“ darf sich rockig auf die Schuhe pissen und erlaubt selbst besoffenen Fellfressen mitzubangen, wenn auch mit geschlossenen Augen und einen Arm auf die Theke gestützt. Eines muss ich der Band aber doch zum Vorwurf machen, denn das Album besteht fast ausschließlich aus voran gegangenen Demotracks, die zum Teil 4 Jahre alt sind (gemessen am Jahr der Veröffentlichung, was noch mehr Raum für investigative Spekulationen offen lässt)). Das ist dann etwas ärmlich, aber vielleicht fließen die Ideen nicht so schnell wie diverse Körperflüssigkeiten, die sich beim Genuss des Albums zu verselbstständlichen drohen. Mit dem Tempo haben sie es eben nicht so, das hier ist schließlich ein Debütalbum und die Anfänge der Band, quasi in der Rohfassung, reichen bis 2003 zurück, das sagt doch alles. Stören soll es mich nicht, solange auf deren Altar Jungfrauen stilecht abdanken und alte Ziegenböcke sich an leblosen Kadavern vergehen dürfen, Tod und Verderben im Zenit von Skandinavier stehen, die das alles nicht so ernst nehmen und teures Bier in ihre Kehlen fließen lassen. Der, wie im Intro beschworene Herr wird zwar nicht kommen um sie zu Unsterblichen zu machen, dafür hat der Gong zu oft geschlagen, aber eine schmerzhafte Garbe an rostigen Schrapnellgranaten trifft das Ziel immer noch, keine Sorge. Diese Cd dürfen Fans des staubigen Schwedenbleis gefahrlos (oder auch nicht) genießen (das ganz bestimmt).
8/10

Tuesday, March 1, 2011

MAIM - Deceased To Exist - Cd / Soulseller Records


MAIM zeichnen verantwortlich für morbide Töne, die direkt aus dem Grab entstiegen scheinen. Dieses 2. Album der Schweden bietet Old School Mucke ganz im Sinne des Lokalpatriotismus mit schön düsterer und dreckiger Atmosphäre, deren Intensität greifbarer ist als aller Umweltdreck in vermeintlicher Frischluft. MAIM steht für typischen 90er Jahre Sound mit ungeschliffenem Instrumentarium, wenig echter Melodie und locker hängenden Saiten auf den Äxten. Von technischem Schnick Schnack und instrumentaler Verspieltheit haben die noch nie was gehört, als würden sie sich komplett abschotten, ihre Ideen aus alten ausgeleierten Tapes abgreifen und zum Aufnehmen in die Wälder hinterm Familiengehöft humpeln. Deutlich gesprochen, die saugen alles aus Bands wie NIHILIST, NIRVANA 2002 und sogar noch älteren Kapellen wie CELTIC FROST heraus, stehen für mehr als nur rohes Totmetall und haken sich auch bei schwarzen Machenschaften ein. Die Songs scheinen ohne viel Aufwand zu entstehen, kommen zumindest ohne aus, bewegen sich am Rande des Nötigen, unter maximaler Ausschöpfung der Ressourcen! Cool sind die raren, kurzen Solis, die den Hammer auf dem Amboss heulen lassen und in der Lage sein dürften so manch verwöhnten Lauschlappen den überproduzierten Mist aus den Gehörgängen zu schreien. Richtig gut gefällt mir „Crematory“, eine ultradüstere Instrumentalnummer mit viel Doom und Verzweiflung, passend zum Gedankenbild sich voranschleppender Zombies, die sich durch die schlammige Erde von Friedhöfen aus schlechten (und deswegen guten) südeuropäischen Explolationfilmen aus den 80ern wühlen. MAIM können sowohl schleppend und zäh wie lästiger Morgennebel auf der Landstraße mit erhöhtem Wildschadenrisiko als auch in gepflegtem brutalen Mid – Tempo, so wie es die Szene vorschreibt. Die Jungs haben echt nicht vor eine Weiche auf dem uralten Elchgleis zu suchen, egal viele Stöße die Strecke hat oder wie viel andere schon darüber weg geholpert sind. Ich kann das so aber gut akzeptieren, finde das komplette Album schon ziemlich heftig und auch gelungen. Tatsache ist aber, dass bei all den aus der weltweiten Friedhofserde sprießenden Bands gleichen oder ähnlichen Kalibers eine Differenzierung kaum noch möglich ist, somit zwangsweise den Horden an Basssoundfanatikern da auch die Individualität schneller abhanden kommen kann als die Jungfräulichkeit einer Nonne auf dem Kölner Karneval! Aber das ist ja wohl kaum euer Problem, denn ihr entscheidet letztendlich was ihr kauft (oder klaut, erzählt mir nichts) und was ihr zu ignorieren gedenkt. Richtig so!
8/10