Tuesday, November 30, 2010

BRUTALLY DECEASED - Dead Lovers Guide - Cd / Lavadome Productions


Wisst ihr wie das ist, wenn man etwas findet von dem man gar nicht gewusst hat, dass man danach sucht und zudem noch an einem Ort, wo sich dieses „etwas“ gar nicht vermuten ließ? Ja, na klar doch. Mir geht das jetzt so mit BRUTALLY DECEASED. Die kommen aus der tschechischen Nachbarenklave europäischer Brüderlichkeit und solch geartete Herkunft lässt grindiges Geschmetter erwarten. Bloß,… dass dem ist nicht so. Da begeht doch tatsächlich jemand territoriale Blasphemie ohne eine rote Rübe zu bekommen, Frechheit! Kann sich einer vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn die eigene Erwartungshaltung im Staub zerschmettert wird? Hier machen sich Musiker auf ihren Faves so nah wie möglich zu stehen, und das nicht nur mit dem obligatorischen Coversong. Nee, da ist alles gefährlich dicht dran, und zwar an DISMEMBER. Wäre da der growlende Gesang nicht, ginge das glatt als Kopie durch. Und zwar in Punkto Songwriting genau wie beim Sound. Das ist alles extrem tief geschraubt, roh und primitiv mit der nötigen melodiösen Würze. Keine Ahnung ob die Band damit vielleicht zu weit geht, das müssen die selbst wissen, gute Songs schreiben sie aber ganz sicher. Dass der Bandname dann noch bei GRAVE „geklaut“ ist, spielt auch keine Rolle mehr. Und mehr bedarf es nicht um die Musik zu beschreiben, 100 % Schwedentot, ohne Ausflüchte und Hintertüren, alles stimmig zusammen getragen mit düsterer Atmosphäre und nostalgischem Nachhall. Ob das reicht um auch heute noch zu bestehen, das entscheidet ganz allein ihr. Der Haufen setzt sich unter anderem aus dem Drummer von JIG AI und einigen HEAVING EARTH Leuten zusammen, die mit ihrer anderen Band MORBID ANGEL nacheifern. Somit ist die Heldenverehrung, zumindest in Teilen der Band keine Unbekannte. Da es aber gelingt unterhaltsam zu sein und auf die Feinheiten zu achten, die entsprechend interessante Stücke ausmachen, sollte das legitim sein. BRUTALLY DECEASED gelingt hier zwar kein Geniestreich, präsentieren aber ein souveränes Album das auf sicheren Beinen steht und allen Old School Fans gut ins Ohr gehen sollte.
7/10

Sunday, November 28, 2010

IRONWOOD - Storm Over Sea - Cd


Zu dem Albumtitel gibt es eine schöne Metapher, „Sturm im Wasserglas“. Ich weiß nicht so recht was ich damit anfangen soll, das ist als hätte jemand einen Wagen auf dem falschen Gleis abgestellt. Meinem Gleis! Und ich schieb die Tür auf und habe keine Ahnung was raus poltert. Genau wie Tolkins mystisches Tor zur unterirdischen Zwergenfestung, wie krieg ich das auf und will ich es überhaupt. Fest steht für mich, dass ein echter Sturm mich auch umhauen muss, IRONWOOD mich aber eher liebkosen als mir Ohrfeigen zu verpassen. Es geht hier scheinbar um mythischen Humbug, wie es von Folk Metal zu erwarten ist. Jedoch ist das Wort Metal bei weitem nicht auf alle Stücke anzurechnen. Der Frontmann klingt eher nach Schlaftablette, eben mal ins Studio geschneit aber noch nicht wach. Dann verarbeitet die Instrumentalfront immer wieder progressive Element die den sprichwörtlichen Fuß in der Tür schnell nach draußen stoßen. Disharmonien ist unsereins von solch gearteter Kunst überhaupt nicht gewöhnt. Muss ich noch mal zu Tolkien kommen, das ist so als hätte nicht er sein Epos über Elben, Hobbits und Orks geschrieben sondern Easton – Ellis. Über große Strecken herrscht Melancholie, ob im Black Metal /Pagan Gewand mit Geschwindigkeitsausrutschern und Gekeife oder noch anstrengender über reine, ellenlange akustische Pfade. Es scheint als wollten IRONWOOD uns nach teilweise hart zu knabbernder Kost auf Schmusekurs bringen. Das erinnert mich dann wieder an Ian Anderson, wie er einbeinig in seiner Herde Schafe steht, nur dass die blöden Viecher seine Flöte zertrampelt haben. Kacke auch! Mir ist das alles zu viel und gleichzeitig zu wenig. „Was will der Künstler uns damit sagen ?“, hätte meine alte Deutschlehrerin da wohl gefragt. Dass er virtuos und vielschichtig ist, dass er seine Instrumente im klassischen Sinn kritiklos beherrscht? Oder vielleicht, dass uns das gar nichts angeht? Dass die selbst nicht wissen, wohin der Strom sie treibt? Ob Dan Swanö, der hieran den Feinschliff ausgeführt hat, wusste was das ist, wohin die Reise führt? Was ihr hier nicht suchen dürft, ist ein echtes Metal Album, dafür bleibt bei all dem selbstverliebten akustischen Geklimper auf der Suche nach weiten Meeren, dichten Wäldern und dem darin zappelnden Viehzeugs kaum Platz. Und das ist es, was ich wirklich schade finde. Die sollen sich lieber mit einer Tüte Gras unter den Wasserfall setzen und ihren Träumereien nachhängen, die Welt daran zu beteiligen, selbst wenn es auf gesundem Niveau geschieht, scheint nicht zwingend nötig. Wie gesagt, auf dem falschen Gleis geparkt, Pech gehabt! http://ironwoodsound.com.au/
5/10

Friday, November 26, 2010

POSTMORTEM - Seeds Of Devestation - Cd / War Anthem Records


Nun, es ist wohl eindeutig ein gutes Zeichen, wenn ich bei den ersten Rhythmen der neuen POSTMORTEM Scheibe anfange mit den Füßen zu trommeln. „Seeds Of Devestation“ befähigt meine Extremitäten sich auf ein wildes Spiel einzulassen, eines das ich im Normalfall gar nicht beherrsche. Aber dadurch wird die herausragende Eigenschaft des Albums deutlich, es ist ohne Anlauf eingängig. Angetrieben von einem unglaublich präzisem Schlagzeug mit mörderischem Sound rüpelt sich ein Stück nach dem anderen durch graue Windungen neuraler Reizleiter und dockt an genau den Stellen an, die eben Fuß und Bein zappeln lassen. Auch bemerkenswert empfinde ich die Tatsache, dass nach 20 Jahren (oder so) Bandgeschichte immer noch was geht, die Berliner immer noch am Altar der Innovationen kitzeln können. Dies wird unter anderem bei „ Ghost Of The Warship“ deutlich, bei dem die Leadgitarre mit ohrwurmartiger Breitseite besticht und dem Stück einen hohen Wiedererkennungswert gibt, ihn sozusagen zu einer Pflichtinterpretation auf der Bühne erhebt. Das ungewöhnlichste Stück dann, „Nocturnal Prayer“ zeigt eine ganz neue Seite, die ich so noch gar nicht bewusst wahrgenommen habe, melodisch, einfühlsam, etwas zurückhaltend. Genau genommen ist das eine echte schwedische Deprigranate mit Piano, primitiver Old School Gitarre und sehr schick anzuhörenden Melodien. Eher was für einen Vikingerzug als für kompromisslose moderne Kriegsführung. Der Rausschmeißer „Waranthem“ ist schlussendlich ein cooles Instrumental, dem schnell der Beiname Füllwerk anhaften könnte, wäre er nicht so verdammt gut. Unterm Strich bleibt viel mehr als nur überzeugendes Gebretter! Ich muss aber auch zugeben, dass mir „Constant Hate“ einen Tick besser gefallen hat, das ist natürlich rein subjektiv und schmälert die Qualität der aktuellen Scheibe keinesfalls. Nur eines braucht sie nicht, den Labelvergleich zu Slayer und Bolt Thrower, denn erstens ist der überflüssig, da POSTMORTEM sehr gut für sich selbst steht, nach so langer Zeit wäre alles andere auch nicht tragbar, die Band nicht da wo sie heute ist. Und zweitens stimmt der einfach gar nicht. Aber das nur nebenbei „Seeds Of Devestation“ ist eins der treffsichersten Geschosse, die in diesem Jahr aus unseren Landen abgeschossen wurden!
8/10

Thursday, November 25, 2010

TANKARD - Vol(l)ume 14 - Cd / AFM Records


„Vol(l)ume 14 beginnt beinahe melancholisch, mit einer Instrumentaleinleitung die die Vermutung nahe legt, der Katzenjammer käme diesmal vor dem Suff. Aber weit gefehlt, Tankard bleibt Tankard und jeder weiß auf was er sich einlässt, wenn er eine Scheibe der thrashenden Bierkönige einwirft. Gewiss hatte die Band schon bessere Alben, das Neue klingt doch etwas zurückhaltend, was jedoch soll die Band eigentlich noch machen. In all den Jahren ihrer Karriere haben sie musikalisch vieles ausgereizt und immer den Fuß in der Basis behalten, einen Tankard Song erkennt man eben sofort. Und sollte das mal nicht so sein, wäre dieser Fauxpas kaum verzeihlich. Dieses Faktes sind die Herren sich sicher bewusst. Also knattern Tankard weiter mit derselben alten 4-Takter Bierkutsche durch die Lande, reparieren mal am Auspuff, tunen mal die Maschine und wechseln den Vergaser, das Gerüst bleibt trotz aller Feinarbeit das selbe. Schön wäre es, würde „Vol(l)ume 14“ hin und wieder mal etwas mehr Gas geben, sonst entsteht der Eindruck, die Mannschaft wird langsam müde. Ich hoffe ehrlich das täuscht! Aber guck mal hier, „Beck´s In The City“ geht schnittig ab, das Teil sollte als Anker genutzt werden um ähnlich coole Nummern drum herum zu bauen, ein ganzes Album davon und Tankard hätten an alte Zeiten anknüpfen können. An Zeiten als das Bier noch billiger war und es etwas bedeutete Metaller zu sein und die eigene Kutte spazieren zu tragen. Für Nostalgie ist heute aber wenig Platz und so lassen wir Tankard einfach machen, was sie für richtig halten, geht ja auch sonst keinen was an. Und so steht auch eines wieder felsenfest…äh…fest. Wer sich dieses Jahr ein 50 Liter Fass Hopfenkaltschale unter den Weihnachtsbaum rollt, der hat auch das neue Tankard Album oben drauf zu packen! Denn das gehört zusammen wie besoffen sein und Kater haben. Wer das nicht vereint, hat irgendwo geschlampt. Nun dann, Alkoholiker aller Konfessionen trinkt euch einen, Tankard bis zum Ende und sei es über Stolpersteine wie Polyneuropathie, Korsakov - Syndrom und Leberversagen! Die haben es halt immer noch drauf, irgendwie…mehr als nur Wochenendkrieger. 7/10

Tuesday, November 23, 2010

THE DECAPITATED MIDGETS - 30 Ways To Die - Cd / Goatgrind Records


Auch das Vorjahresprodukt dieser finnischen Hinterwäldler verströmt pures Chaos und unterscheidet sich nur unwesentlich von der aktuellen Scheibe. Vielleicht ist der Crusteinschlag etwas größer aber auch Gorekram wird mehr als berücksichtigt und 3 Akkorde reichen voll aus. Roh, stumpf, primitiv und auch deswegen unterhaltend! Überraschen lassen dürft ihr euch von einzelnen Metal Solos, die kommen so unerwartet, als würde die Straßenbahn über die Ostsee fahren und ehe ihr euch danach umdrehen könnt ist sie wieder weg. Ich glaub hier spielt viel Selbstironie und auch ein Pitshifter mit aber sonst? ... ist auf alle Fälle mehr als gut genug um Fensterscheiben in Spinnennetzte zu verwandeln. Na und die Texte erst…welche Texte?...eher Songtitel, die tappen von einem Gedärmklischee ins nächste, sind eher albern als wirklich ernst zu nehmen. Das soll wohl zeigen, dass der Spaß im Vordergrund steht, wenn auch auf abstruse Art, was für eine kranke Scheiße. Wen schockt so was eigentlich, innerhalb der Szene hatten wir doch schon alles, da stört sich doch keiner dran und außerhalb…da wird so ein Gepolter doch überhaupt nicht wahr genommen. Deshalb kann man, wenn es sich um explizit schlitzen, köpfen, in Scheiße ersäufen, mit Maden kuscheln, erwürgen, ins Leberkoma saufen, in Pisse kochen, an den eigenen Adern aufhängen und intensives Kopulieren mit jüngst Verstorbenen geht, tatsächlich auf Texte verzichten. Malt doch lieber ein paar bunte Bilder für den Psychiater oder den Pfleger mit dem Pillentablett. Wenn Gore an die Wand geschmiert wird, denken nur die wenigsten Eingeweihten an Textilien oder gescheiterte Politclowns. THE DECAPITATED MIDGETS sind cool, kompromisslos bis gedankenlos, knüppeln so lang auf den Zuhörer und seine Nerven ein, bis dessen Hirn weich und reif für eine neue musikalische Steilvorlage ist. Gore Grind bis die Hämorrhoiden platzen und die Spulwürmer ersaufen! Nichts besonderes, nichts Neues, aber wer eh keinen rechten Geschmackssinn mehr hat, und die Humorzone zudem unter der Gürtellinie trägt, der darf wohlig erschauern, ich zitter mit! 7/10

Sunday, November 21, 2010

THE DECAPITATED MIDGETS - Shit Ceremony - Cd / Goatgrind Records


Dass man mit 3 Akkorden, genug Fusel im Blut und Unsinn im Kopf eine zünftige Keilerei anzetteln kann, hat sich auch bis in den finnischen Norden rumgesprochen. THE DECAPITATED MIDGETS gehören scheinbar zu der Generation jüngerer Bands die schamlos Krawall machen, gern Hektik und Chaos verbreiten, ohne begnadete Musiker sein zu müssen. Es wird einfach drauflos geschreddert, mal in irrwitzigem Tempo oder auch mit gorigem 1 - 2 - Tipp, Hauptsache so ein Song ist in unter einer Minute kaputt! Dem Sänger wird ein roter Knebelball verpasst, der die Zunge am Gaumen fixiert und nur noch lalala – Laute zulässt. Als würde der Kerl mit dem Kopf in Kartoffelbrei stecken. Meines Wissens ist der Drummer gleichzeitig Stimmfabrikant, was erklärt woher die einzelnen hohen Schreie herkommen. Wenn sich der Knoten in den Armen nach zu viel Trommelwirbel löst, scheint er sich gern einen Stick ins Auge zu rammen. Texte sind da wohl Quatsch…und selbst wenn. Die Typen die an diverse Instrumente gekettet sind agieren wie der Esel mit der Möhre vor dem Maul, bockig losstürmen, nicht planvoll agieren und trotzdem zum Ziel kommen, nachdem furchtlos alles zertrampelt wurde was die Dreistigkeit besaß im Wege herum zu lungern. Dann ist es irgendwie gelungen das alles im Studio noch mal zusammen zu kloppen und einen repräsentativen Sound zu zaubern und schon ist der Sturm durch. THE DECAPITATED MIDGETS sind eine von vielen die unterhaltsamen Lärm in den Topf werfen und wer gern mal in der Suppe löffelt, darf auch leckere finnische Häppchen kosten, denn trotz des großen Topfes schmeckt das vorzüglich. Ich empfehle das jetzt mal REGURGITATE Fans, die auch mit einer satten Portion Punk umgehen können. Erstaunlich auch mit welcher Zielstrebigkeit die Band agiert, 3 Alben und 2 Ep´s seit der Gründung 2008. Die scheinen keinen Anlauf zu brauchen, springen aus dem Stand in den Pfuhl der sich Grindcore nennt. Ist schon ein kaputter Haufen, der durchaus seine Berechtigung hat. 7/10

Saturday, November 20, 2010

GERBOPHILIA - Militeratogene - Cd / Goatgrind Records


Na das sind ein paar Plüschclowns, die meucheln das komplette Kinderzimmer, reißen die Füllung aus den Teddys, schmieren bunte Knete an die himmelblauen Tapeten, kippen Fassbrause in die Computertastatur und sind generell vergnügungssüchtig. Ernsthaft, GERBOPHILIA ist ein pures Spaßunternehmen, das seine unbeschwerten Ziele mittels teuflischer Grindcoresubversionen durchsetzt. Da läuft dann einiges zusammen, musikalisch so in etwa CLITEATER oder diverse und zahllose Tschechencombos, dazu dann der Humor oder auch kleinkindliche bis sexuell gestörte Debilität von Bands wie ULTRA VOMIT oder den Pikatschu – Jüngern GRONIBARD. Na ja und dann lassen die einfach mal ganz entspannt locker, schnaufen noch mal durch und pfeffern in Folge ohne Verschnaufpause eine rosarote Farbbombe nach der anderen durch das Puppenhaus. Das rockt, groovt und knüppelt gleichzeitig und unterhält glänzend. Find ich gut, wenn eine Band so unverkrampft klingt und man den Spaß den die haben, wenn sie Lärm als Musik verkaufen, auch gleich hört. Umso erstaunlicher, dass es die eidgenössische Spielbude gar nicht mehr gibt, das Album hat ja auch schon etwas Moos am Hinterhuf. Nun gut, wer so bekloppte Töne auskotzt und rumpelt dass damit jede Hochzeitsgesellschaft gesprengt werden könnte und der schwangeren Braut Kefir aus den Titten läuft, der muss sich nicht wundern, wenn plötzlich keiner mehr lacht. Sei es drum, ich find´s gut, amüsiere mich köstlich, habe Tränen der Erquickung in den Augen und nehme jede brutale Ohrfeige gern in Kauf. Ganz besonders gefällt mir, dass sie sich mit beinahe jedem Stück was neues einfallen lassen und auf diese Weise überhaupt nicht langweilen können. GERBOPHILIA ist quasi ein lokaler Kreativpool in dem auf zu häufige Wiederholung Nikelodeon – Verbot steht. Auch schön, dass sie so ziemlich alles durch den Kakao zu ziehen scheinen, was einem Schweizer auf der Jagd nach Sensationen und Alltäglichkeiten eben so im Netz hängen bleibt. Klar ist aber auch, dass ihr schon einen Sprung in der Schüssel haben müsst um so was in den eigenen 4 Wänden aufzulegen. GERBOPHILIA bedeutet angenehmen Radau ohne den Anspruch sich selbst zu ernst zu nehmen. 8/10

Wednesday, November 17, 2010

NEIGE ET NOIRCEUR - La Seigneurie Des Loups Cd / Sepulchral Productions


Ich bin vom Glauben abgefallen! Nie hätte ich mir erträumt, selbst in meinen grausigsten fremdbestimmten Albträumen nicht, dass der Tag kommen würde, an dem mir eine Black Metal Band / respektive Projekt gefallen könnte. Heute ist der schwärzeste Tag meiner traurigen Existenz, denn all meine Ängste haben Gestalt angenommen. Und zwar in Form von NEIGE ET NOIRCEUR, ein Ein - Mann Satansbraten, der die Register an den richtigen Stellen zu ziehen vermag. Ich bin allein bass erstaunt wie ein einzelner Kümmerling so kreativ zu sein vermag, wo solche Hirsche doch sonst eher in sexuell pervertierter oder missverstandener Selbstvergötterung dämmern. Der hier hat das geschafft an dem die meisten scheitern und verzweifeln ohne es zu merken. Cool ist schon der Anfang, wer bitte schön kommt auf die Idee ein fieses, eiskaltes Black Metal Album mit einer Maultrommel zu starten. Da erwartet doch jeder wieder schmusige Folkmucke aus der Retorte. Dazu pfeifen immer wieder sehr ungewöhnliche elektronische Spielereien durch den einen oder anderen Song und zwar so dezent, dass ich anfänglich gar nicht drüber gestolpert bin. Das hier klingt nicht nach der Hölle sondern nach den düstersten Ecken des Universums. Also weniger Waldesrauschen als sphärische Radiowellen auf der Suche nach jemanden der nach Hause telefonieren will. Lyrisch hat das zugegebener maßen nichts damit zu tun, das entspringt eher meiner verbogenen Fantasie. Das eigentliche Klangkonzept ist schneller aber auch verhaltener Black Metal normaler aber gehobener Couleur und mit etwas Bathory, viel Wut und Raserei und melodischen bis epischen Auswüchsen. Flankenschutz erhält die Musik durch Kreischvokale als auch tiefe Growls, selbige so geschickt eingebaut, dass sie eher unterstützend wirken als tonangebend sind. Abgerundet hat der Kerl sein Album dann schlussendlich doch noch mit einigen mittelalterlichen Instrumenten und zurückholenden die Atmosphäre quasi stützenden Soundsampel. Die Mischung macht die Musik und die ist in diesem Fall mehr als gelungen. Es spielt so nicht mal eine Rolle, dass die meisten Stücke ellenlang sind. Ihr dürft euch gefangen fühlen zwischen Hass und Triebhaftigkeit als auch Lagerfeuerromantik mit Wolfsgeheul, all das wird hier beschrieben und dokumentiert die Geschichte von Quebec, der Heimatstadt von Mastermind (nicht zu nah am Scheiterhaufen) „Spiritus“. Seinem Schlachtruf würde ich folgen und die Mistgabel noch mal anschleifen um sie allen Zweiflern mit Schwung in den Arsch zu rammen. Lasst die Ketten rasseln, greift eure Schwerter, wir ziehen aus um uns ein bisschen Spaß zu suchen! 9/10

Sunday, November 14, 2010

FORTERESSE - Par Hauts Bois Et Vastes Plaines - Cd / Sepulchral Productions


In meinen klammen zitternden Fingern halte ich das aktuelle Album von FORTERESSE, einer kanadischen Black Metal Band, die gerade ihr 3. Album an den Gehörnten bringen will. Ich habe überall Gänsehaut, mir schlottern die Knie und eins muss zum anderen führen, erst mal Heizung an, saukalt in der Bude heute. Dann wundere ich mich über den Einfallsreichtum dieser schwarzen Knaben. 7 Stücke auf der Platte und alle haben den gleichen Titel, nämlich jenen des Albums. Ist das jetzt was Konzeptionelles oder ist das 7-mal die gleiche Nummer…oder sogar nur eine einzige und eine Fliege hat in unbestimmten Abständen auf die Rille gekackt, wodurch unbeabsichtigte Sekundenpausen entstehen. Kann es sein, dass die uns einfach nur verarschen? Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die Band ihre Kreativität voll in ihr Songwriting gesteckt hat und nix mehr für den Rest da war. Vielleicht ist das genau die richtige Verfahrensweise um etwas ganz spezielles zu schaffen, vielleicht taugt das aber auch nur so viel wie der Donnerbalken zur Frischwassergewinnung. Man wird sehen! Nach drei Durchläufen bin ich dann auf der sicheren Seite und tendiere zu der Fliegentheorie. Und zwar, weil alle Stücke mit dem gleichen behäbigen Gleichklang völlig entspannt über die Bühne gehen. Nix mit irgendwelchen Variationen und Überraschungen, FORTERESSE sind überraschend überraschungsarm und beschaulich. Würde die Gitarre und das aus dem Hintergrund fauchende Gekreisch ausgeblendet, dafür noch mehr Wert auf Keyboards und zusätzlichen Percussions gelegt, könnte diese Musik glatt an ein Yogastudio verkauft werden. Ist tatsächlich sehr harmonisch und schön anzuhören, dafür dass es Black Metal ist aber viel zu harmlos. Eigentlich find ich es gar nicht mal so übel, wenn ich mir irgendwann mal die Pulsadern aufschneiden will, dann habe ich einen tieftraurigen Soundtrack gefunden, der mir den Abschied leicht machen wird. Tatsache ist aber, dass ich gar keine scharfen Messer habe und lieber einen saufe um dunkle Wolken zu vertreiben. So wird das Album nie eine Chance haben, noch mal meine Anlage zu passieren. FOETERESSE ist was für lebensmüde Scherenschleifer, die sich schnell einlullen lassen. Tasteninstrumente außergewöhnlich stimmig, Rest austauschbar. 5/10

Saturday, November 13, 2010

4 WAYS OF EASTERN BRUTALITY - Split Cd / Extreminal Productions


Was haben wir denn hier…kurz zusammen gefasst geben sich 4 unbedenkliche Eintagsfliegen die Klinke in die Hand. 2 türkische und 2 indonesische Bands mit jeweils 2 Songs. Nun und was die hier abziehen ist gewiss im großen Zusammenhang betrachtet bedeutungslos, aber eigentlich macht das trotz dessen Laune. Dieses asiatische Joint Venture hat mächtig auf die Kacke und rumpelt den Putz von den Wänden. Besonders die Herren aus Fernost machen das was sie allgemein am besten können, schamlos bei den Amis die brutalsten Death Metal Töne klauen, gurgeln und growlen, dass jeder Vorwekvertreter Angst bekommt seinen Job zu verlieren. CRANIAL SCHISM rutschen schlüpfrig durch musikalische Stereotype und verlassen das Geschehen durchaus gekonnt und zwar mit Geballer und Slamparts. Nun ja und mit REVER verhält es sich genau so, einfach drauf los ohne tanken und Luftdruck prüfen Gas geben und ins Blaue rasen. Nur der Drumcomputer hängt etwas quer, den mag ich nicht. Nicht weil es einer ist, sondern weil ich es höre. Die Brüder unter dem Sichelmond schließen sich dem Gesamtbild an, schon der Name MAKATTOPSY lässt wenig Streicheleinheiten erwarten, so knietief steckt der im Klischee (bis zum Hals) und lässt der Band gar keine andere Wahl als mit dem Presslufthammer Musik zu machen. Und eigentlich ist es völlig Brille welcher Song von welcher Band stammt, denn mit einigem Augenzwinkern und dem zurückdrehen der Anspruchsschraube klingen die so wie so alle gleich. Bis auf REKTAL TUSE vielleicht, die sich gern mit 3 Akkorden zufrieden geben und fiesen Grindcore zusammen bolzen. Ich scheiß in den Kochtopf, wenn von allen je was größeres zu hören sein wird, mit eigenen Alben wären die nur ein weiteres Sandkorn in der Wüste. Wo sich jetzt aber schon mal 4 zusammen tun, ergibt das wenigstens einen halben Kiesel und erhöht die Chance wahrgenommen zu werden. Ich habe beschlossen, dass Geschepper zu mögen, selbst wenn es nur der Sturm im Wasserglas sein sollte. Für etwas oberflächliche und kurzweilige Unterhaltung unter dem Zeichen des Blut und Eitergottes ist gesorgt. 7/10

Thursday, November 11, 2010

HUMANITY FALLS - Ordaining The Apocalypse Cd


Es gibt Leute die müsste man zu ihrem Glück prügeln. Die haben alles und kriegen es doch nicht auf die Reihe. Zu solchen bedauerlichen Typen gehören auch HUMANITY FALLS, eine Band die das Rüstzeug hat was ganz großes hinzulegen und trotzdem auf der Strecke bleiben. Ihre Art des Death Metal hat was ganz Spezielles, Ungewöhnliches, sie geben dem Wort Progressiv eine ganz neue Bedeutung, sind völlig abgefahren. Zudem spielerisch sicher und stecken voller cooler Ideen. Gut, einfach zu schlucken ist ihre Musik bestimmt auch nicht, was daran liegt, dass sie mit psychedelischen Sounds jonglieren wie ein Zirkusartist. Ganz besonders zum Ende der Scheibe hin. Da geht es genauso brutal ab wie chaotisch im vermuteten Drogenrausch, bis hin zu irgendwie sphärischen Klängen. Gepimpte 70er quasi! Mittelpunkt bleiben trotzdem brutale, grindige und temporeiche Trademarks. Genau das macht die Stärke der Band aus, denn wenn es auch noch so gewöhnungsbedürftig erscheint, ist das Gesamtbild mehr als stimmig und die feuern uns ein paar ganz mächtige Hiebe auf die Ohren. Das beweist auch, dass der Death Metal noch lange nicht ausgereizt ist, und auch wenn sie offensichtlich auf manche Konvention pfeifen, steht die Mucke immer noch mitten in der brutalsten Szene der Welt. Ja und wie verkacken sie es dann? Mit dem Sound... mal wieder. Zum einen ist es unverzeihlich auf Bässe zu verzichten, damit wirken die Songs ungefähr so authentisch wie Balsaholz im Stahlwerk. Keine verwertbare Bassgitarre, kein erwähnenswerter Bassdrumsound. Das geht einfach nicht, dann lässt sich die Qualität exzellenter Musik nur noch erahnen. Zudem ist jeder Saitenumgriff der Gitarre, zumindest beim ersten Stück, zu hören. Das fietscht einfach nur nervig. Die komplette Cd versäuft in einem dilettantischen Proberaumquast. Dass es hörbar live eingetrommelt ist kann dabei nicht als Entschuldigung gelten, das machen andere auch. Man kann einfach kein Blei mit Wachs gießen. Warum zur Hölle machen die so was, da haben HUMANITY FALLS massig Punkte auf der Straße liegen lassen. Nee, trotz echt guter Musik kann ich dieses Album nicht mit reinem Gewissen empfehlen. Ein bisschen was investiert und hier hätte was wahrlich Gewaltiges stehen können. http://www.myspace.com/humanityfallsband 6/10

Monday, November 8, 2010

VEX - Thanatopsis - Cd / Horror Pain Gore Death Prod.


Das außergewöhnlichste an “Thanatopsis” dürfte wohl das Cover sein, das sehr schlicht und eher untypisch für eine Band ausgefallen ist, die sich mit Black/Death Metal Tönen verdingt. Da liegt ein ausgebleichter, angeknabberter und zahnloser Schädel vor einem Runenstein inmitten einer grasgrünen ungemähten Kuhweide. Das erscheint so als hätte Hamlet Yoricks Schädel dort hin geworfen weil er dessen überdrüssig war. Jetzt warten die Überreste des armen Sünders darauf, von dampfenden Kuhfladen zugedeckt zu werden. Sicher hatte die Band andere Assoziationen als sie sich dafür entschieden hat, das Schicksal nutzt manchmal seltsame Pfade. Genau so schlicht aber weniger speziell ist die Musik, die sich an klassischen skandinavischen Finsterhorden orientiert. Schlicht deswegen, weil völlig unaufgeregt, zu beschaulich und verdächtig langweilig. Manchmal sogar schon doomig. Die scheinen wirklich vergessen zu haben morgens aufzustehen und haben deshalb ihre Songs im Bett eingetrümmert. „The Past Is Frozen“, die Gegenwart aber auch Brüder. Und „Erosion“ spricht wohl da für sich, die Alpen haben auch mehr als einen Winter gebraucht bis sie so aussahen wie heute. Ich bezweifle aber, dass VEX so viel Zeit bleibt. Mal so eine Song einfach durchzuziehen liegt ganz sicher nicht in der Absicht der Band, geholfen hätte es bestimmt. Gut, es ist ihnen wohl anzurechnen das sie ihren Stil von Mid – Tempo bis Schlafwagen mit Akustikbegleitung strikt durchziehen und auch die hohen Saiten bedienen können, ja sogar atmosphärisch düster kommt das rüber und die teil vorgetragenen Melodien passen sich dem an. Aber trotzdem lockt man damit nicht mal die Babuschka hinterm Kachelofen hervor. VEX und ihr Album entsprechen dem grässlichen Novemberwetter mit Nieselregen ohne Sonne, dafür Sturm und angefrorene Ärsche. Vielleicht s ehe ich das auch zu finster, trotzdem ist „Thanatopsis“ weniger interessant als das Infoblatt weis machen will. „Dynamic Death Metal“ habe ich bisher noch nicht gefunden, was sicher daran liegt, dass sich Cd´s nicht rückwärts abspielen lassen. Außerdem werden Tempo und Aggressionen versprochen. Ersteres ist über weite Strecken glattweg gelogen und zweiteres bleibt relativ. Dass es auch durchaus anders geht beweist „Eyes Of Wrath“, bei dem der Zug auch mal in die Puschen kommt, leider gibt es zu wenig davon und selbst der macht unterwegs einen Zwischenstopp. Aber zumindest der Sound stimmt und die Band macht einen souveränen Eindruck bei dem was sie da eben so macht. Meine Kiste ist das nicht…ich ignoranter…was auch immer. Allenfalls empfehlenswert für absolute Old School Puristen. 4/10

Saturday, November 6, 2010

CANNIBAL ACCIDENT - Brutalent - Cd


CANNIBAL ACCIDENT die Zweite und wieder wird Feuer unterm Kessel der Nordlandkannibalen gemacht, das Feuer lodert und grillt das Opferfleisch in Rekordzeit zu Steinkohle. Die 10 NEUEN Songs hängen sich nahtlos an das erste Album aus dem letzten Jahr an; Verlieren keinen Deut an Fahrt. Die Messer sind geschliffen, das Tafelsilber geputzt und es ist angerichtet. Im Zentrum steht wieder komplettes, rohes und primitives Chaos. Ebenso wie ich es von einer ordentlichen Grind n´Gore Band auch erwarte. Bei den Blastattacken wetzt alles durcheinander, brüllen, kreischen, knüppeln, Spaß haben. Der Rest besteht aus coolen Goregrind Grooves mit ratterndem Bass und durchhängender Gitarre. Das klingt dann in etwa so wie frühe LENG TCHÉ, als die noch auf Technik geschissen haben. „Brutalent“ präsentiert sich uns als überraschungsarmes dennoch kurzweiliges und unterhaltsames Stück Schlachtfleisch, gut abgehangen, etwas überreif und kompromisslos brutal. CANNIBAL ACCIDENT fühlen sich bei NAPALM DEATH genau so wohl wie bei GENERAL SURGERY (Zweiteren stehen sie musikalisch jedoch näher), und ihrer Vorliebe für gepflegten Radau lassen sie freien Lauf. Zudem scheinen sie genau zu wissen wie man es anstellt nicht billig und amateurhaft zu klingen. Wichtig auch, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Wie schon auf dem Debut funktioniert das auch diesmal wieder ohne anzuecken. Mal wild, mal das Tanzbein schwingen, mal den Punk suchen und die Bude ohne Unfall nach Hause bringen, so wird ein Schuh draus. Die stärkeren Momente gewinnt die finnische Band aus ihren langsameren, rockigen Elementen. Letztendlich bestimmen aber die Mischung und die Überzeugungskraft über die Qualität des Gemetzels. Lyrisch geht es wieder um Kannibalismus mit viel Augenzwinkern und einigen Klischees. So ein echter Menschenfresser würde bei dieser musikalischen Untermalung seines Treibens wohl Magenschmerzen kriegen und auf Kokosnussdiät umsteigen. Wenn´s das Bier zur Mahlzeit trotzdem noch schmeckt, bitte schön immer feste drauf, ordentlich laut aufdrehen! Bisschen kurz schneidet die Party dann doch ab, grenzwertig für ein volles Album, ich kann damit aber leben. CANNIBAL ACCIDENT stehen für die Sorte Grindcore, die nicht immer politisch korrekt sein will, den Tag genießt und allen Zweiflern das Fell verdrischt – Ein Spaßunternehmen mit gehörig unmusikalischem Schneid! http://www.myspace.com/cannibalaccident 8/10

Friday, November 5, 2010

ABOMINANT - Where Demons Dwell - Cd / Deathgasm Records


Hätte ich nicht gewusst von wem das Album stammt hätte ich gedacht hier handelt es sich um was Neues von VITAL REMAINS, so verdammt nah ist das was ABOMINANT mit „Where Demons Dwell“ abliefern an „Icons Of Evil“ dran. ABOMINANT schicken nun schon zum 9. Mal alles in die Schlacht was sie an einsatzbereiten Truppen aufbringen können und der Gefechtslärm ist ohrenbetäubend. Aus sämtlichen Rohren schmettern Blastattacken die mit blasphemischer Raserei Ihresgleichen suchen. Wenn die richtig abgehen klingt das wie Artilleriebeschuss mit Stalinorgeln. In den Mid Tempo Phasen werden gewaltige Riffs an die Front geworfen und die Leadgitarre darf mit coolen Metal Solos richtig ackern. Unterstützt wird das Massaker durch den leicht hallenden Gitarrensound, der der Musik mehr Resonanz verleiht und den düsteren Eindruck verstärkt. Dass die Stücke strukturell sehr dicht beieinander liegen und sich manchmal gegenseitig zu kopieren scheinen, wirkt dabei etwas störend. Vielleicht ist das alles in einem Rutsch entstanden, der Brachialität des ganzen tut dieser Fakt aber keinen Abbruch. ABOMINANT ist es gelungen ein weiteres klassisches Death Metal Album hinzulegen, das wiederholt mit Elementen aus Black und Thrash Metal jongliert und eine gesunde Balance aus Brutalität mit irrem Geprügel und eingängigen Riffs mit melodiöser Ausrichtung herzustellen. Man möchte beinahe meinen, den Gehörnten selbst hinterm Steuer eines Höllenpanzers zu sehen, der unter seinen Ketten zu tausenden gebleichte Schädel zermalmt. „Where Demons Dwell“ liefert den perfekten und ungeschminkten Soundtrack einer irgendwann anstehenden postapokalyptischen Epoche, wirkt mit seiner Botschaft und der Musik also irgendwie prophetisch. Um ein solches Ergebnis zu erreichen müssen sie das Rad nicht noch mal rund feilen, sondern lediglich das Rüstzeug nutzen das sie sich in den letzten 17 Jahren und 8 Alben angeeignet haben. Wenn ABOMINANT aufschlagen, dann ist mit souveräner und kompromissloser Arbeit zu rechnen, dann ist purer unverfälschter und von neuzeitlichen Strömungen unbeeindruckter Death Metal angesagt! Also wer bei VITAL REMNAINS abgeht, schon immer DESTRUCTION mochte und mit brasilianischen Thrashgranaten nach dem Schwiegermonster wirft, der verpflichtet ABOMINANT zu Frontalangriffen auf alles was euch einengt! Es wird Zeit, Nieten und Patronengurte wieder zu entrosten, Krieg ist angesagt! 8/10

Thursday, November 4, 2010

DAMNATION DEFACED - Beyond The Pale Cd / SAOL


Das was DAMNATION DEFACED unter Prog Death verstehen ist doch eher eine Eigenkreation als stabile Konvention. Aber so hatten die das wohl auch beworben, als ihr eigenes Ding. Das stimmt schon und das Ergebnis stellt eine Mischung aus modernen, melodiösen, melancholischen, technischen und einzelnen old school Komponenten dar. Wäre das nicht mit eine gewissen Härte und Kompromisslosigkeit vorgetragen und wären nicht dieses teils fiese Vokalgewürge, könnten die Stücke von der Art der Arrangements beinahe als Power Metal durchgehen. Ach ja, der Gesang, der ist relativ variabel, weiß schöne Growls raus zubrüllen, klingt manchmal im Ansatz auch nach Dismember und quält sich zu häufig mit schmerzhaften Verrenkungen. Da entsteht der Eindruck, der Sänger würde an qualvoller Verstopfung leiden und der Ziegel wäre quer im Rektum verklemmt. Ansonsten ist das musikalisch schon in Ordnung, der richtige Drive fehlt mir etwas, so bald ein Song in die Puschen kommt, wird wieder auf Melodie und Harmonie gesetzt, es wird verhältnismäßig viel mit akustischen Parts jongliert, und Tempo und Aggressivität sind schnell hops. Verflucht das ist doch kein Hochschulprojekt, das soll doch nur Metal sein. Ich glaube die könnten mehr, wenn sie ihre Songs straffen würden, da muss gar nicht immer so viel rein um einen guten Eindruck zu machen. So verliert sich manches Stück in unnötigem klein in klein. Am besten gefällt mir die Musik, wenn sie flott und frei von der Leber knüppelt, gegen passende melodiöse Ausrichtung habe ich auch nichts. Nur homogener wäre schöner. Na und die Sache mit dem progressiven, also erwartet kein unnötiges Gefrickel (wofür ich dankbar bin), das bezieht sich eher auf die Mischung, setzt keinesfalls auf Disharmonie, eher im Gegenteil. Wirklich brutal sind DAMNATION DEFACED aber auch nicht, wollen die vielleicht auch nicht. „Beyond the Pale“ hat durchaus seine Qualitäten, da es auf Vielfalt setzt und die Umsetzung der eigenen Ideen auf sicheren Beinen steht.Das spielerische Niveau ist mehr als gesund, ist fit wie eine Pfennighure zu Wochenbeginn, das kann kaum ein Kritikpunkt sein. Die spielen wirklich mit diversen Variablen und bieten in jedem Stück was neues an, so wird es wenigstens nicht langweilig. Der richtig große Brecher ist noch nachzureichen, der Gesamteindruck bleibt aber ein durchaus souveräner. Nur ist manchmal weniger eben doch mehr. 6/10

Wednesday, November 3, 2010

AEON OF HOURS - The Embodiment Of Darkness And Light - Cd / Harvest Moon Records


An ihrem Debüt werkeln die Australier wohl schon einige Zeit und in wechselnder Besetzung. Das ist der Cd auch anzuhören, behaupte ich mal frech. Denn das was euch hier erwartet und unter dem Banner Progressive Death Metal an den Mann gebracht werden soll, ist weitaus mehr als es scheint. Ob das nun unbedingt ein positives Zeichen ist wage ich zu bezweifeln. Denn genau genommen verhält sich die Musik von AEON OF HOURS wie ein wild gewordener Bullterrier der nicht weiß welchem Deppen er zuerst in die Eier beißen soll und einfach überall mal zu schnappt. So entsteht ein offensichtliches Chaos, dessen Wogen sich nicht einfach wieder glätten lassen. Nicht dass mich jemand falsch versteht, über das technische Können der Musiker will ich n icht richten, was mir aber nicht gefällt ist die als Progressivität verkaufte Unentschlossenheit, die gewaltig an den Nerven zehren kann. „The Embodiment Of Darkness And Light“ beginnt mit den typischen Disharmonien und irrem Gitarrengewichse einer Prog Death Band. Schnell aber wird klar, dass hier ganz was anderes abgeht, denn plötzlich dominieren profane Keyboardtöne mit tiefst schwarzer Atmosphäre das Geschehen. Dann kippt das Konzept auch mal in Richtung Metalcore und rattert holprige, abgehackte Riffs runter und lässt uns nach zahllosen Breaks völlig im Regen stehen, weil wir ganz fix die Orientierung verloren haben. AEON OF HOURS halten einen recht anständigen technischen Standard und trotzdem geht das zu wie in einem Irrenhaus, wo alle durcheinander flitzen, jeder seine eigenen Psychosen pflegt und der rote Faden mit bunten Zick Zack Linien übermalt wurde. Schade eigentlich, ich denke die Burschen haben eine große Chance verpasst, werden es mit diesem mehr als gewöhnungsbedürftigen, schwer zu schluckenden Konglomerat ziemlich schwer haben. AEON OF HOURS sind symphonisch und gleichzeitig verquer, modern und gleichzeitig traditionell schwarz, sind talentiert, können ihr Talent aber nicht in geordnete Bahnen lenken, sie schlagen Mainstream Töne an, genauso wie schwer zu vermarktende. Irgendwie passiert hier alles auf einmal und das funktioniert nicht, dafür ist die Zeit noch nicht reif. Revolutionär und bahnbrechend ist so was bei Leibe nicht. Macht euch euer eigenes Bild: http://aeonofhorus.bandcamp.com/ Auf Grund des Mutes so was zu produzieren und der erwähnten technischen Fingerfertigkeit sehe ich mich trotzdem gezwungen 6/10 Punkten zu verteilen. Aber ich habe euch gewarnt.

Monday, November 1, 2010

GWAR – Bloody Pit Of Horror - Cd / Metal Blade


25 Jahre nach dem angeblich ihr Raumfrachter abgestürzt ist, haben GWAR immer noch nicht genug Kohle von den Finanzmärkten der Terrestrier abgezapft und machen sich nunmehr auf einen weiteren Nagel in das Fleisch des guten Geschmacks zu schlagen um die Weltherrschaft durch geballten Nonsens und gezielte Satire zu erreichen. Wer´s glaubt, ich halte das so wie so für einen Fake. In Wahrheit handelt es sich bei GWAR nämlich um nigerianische Wanderarbeiter die mit dem Einbaum zur Maisernte nach New Mexico gekommen sind. Dort haben ihnen nette arabische Touristen ihre Greencards für einen Plastikbeutel voller bunter Perlen abgeschwatzt und futsch war die Arbeitserlaubnis. Solchermaßen gestrandet und nicht willens wieder in ihre Heimat zu gehen bevor sie genug Dollar verdient haben um ihre Frauen aus der Gefangenschaft mongolischer Murmeltierzüchter frei zu kaufen, mussten sie sich etwas einfallen lassen. Während ihrer nächtlichen Märsche durch Hinterhöfe, Hintertüren und Hinterwälder haben sie auf einem Rummelplatz Michael Jackson getroffen. Und seine Erscheinung hat sie auf die Idee gebracht. Außerirdische! Aber im Gegensatz zu ihm, der wirklich einer war und inkognito in den USA lebte weil er vom intergalaktischen Senat wegen unsachgemäßen Umgangs mit einem vulkanischen Vorschulkinderchor gesucht wurde (Er hatte Pausenbrote gegen 12 Flaschen pangalagtische Donnergurgler getauscht) wollten sie sich ab sofort für Außerirdische ausgeben obwohl sie nur Afrikaner waren. Um von der NASA nicht geschnappt und seziert zu werden wollten sie es, ebenso wie der von ihrer Idee schlagartig blass gewordene berühmte Künstler, mit Musik versuchen. Fehlte nur noch das Bühnenoutfit. Die Unerschrockenen entführten kurzerhand den Nachlassverwalter von Ed Wood und plünderten dessen Fundus in dem sich auch die komplette Ausstattung des Klassikers „Plan 9 From Outerspasce“ befand. So mutierten sie zu Steuerzahlern mit aggressiver Attitüde und drohten dem Kongress mit sofortiger Pulverisierung sollte man sie nicht gewähren lassen und erhielten sogar ihre Greencards auf Lebenszeit zurück. Dieser Betrug funktioniert jetzt schon ein viertel Jahrhundert und ich rate euch, diesen Text geheim zu halten und nicht am Image der Band zu rütteln-. Kauft das Album, nur so können wir sie aus Europa draußen halten und schlimmeres vermeiden! 9/10