Thursday, September 30, 2010

MR. DEATH - Death Suits You - Mcd / Agonia Records


MR. DEATH stehen für schweren “antiken” Death Metal, solchen, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, der auf Midtempo und stampfende Dieselloks steht, keinesfalls aber das Hochgeschwindigkeitstempo des aktuellen Jahrtausends übernehmen wird. MR. DEATH ist roh und primitiv, technische Feinheiten gehen der Band hörbar am Arsch vorbei. Mit dieser Einstellung kommt ein Batzen Schwedentot aus dem Fleischwolf, der so in Richtung GRAVE geht. Auch die produktionstechnischen Voraussetzungen verweisen auf Linientreue, Sunlight Studio, Fred Estby am Mischer und die Musiker selbst entstammen Bands wie TREBLINKA, TIAMAT und EXPULSION. Da sollte man meinen, das Ding wäre in trockenen Tüchern. Aber seltsamerweise ergibt die positive Konstellation nicht mehr als guten aber gewöhnlichen Death Metal, der hier mal mit anständigen Ideen aufblitzt, an anderer Stelle aber erstaunlich einfallslos agiert. Die Riffs sind alles andere als spektakulär, bleiben vereinzelt hängen, der Großteil rauscht aber eher unbeachtet vorbei. Leadgitarre und Drums hätten ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit verdient, allein um die vorhandenen Qualitäten der Band aus dem Schatten zu führen. Mit dem musikalischen Know How der Bandmitglieder muss da einfach viel mehr gehen. Nicht dass wir uns missverstehen, „Death Suits You“ ist durchaus nicht übel, aber bei weitem nicht das, was wir hätten erwarten dürfen. Ein richtig schwerer Klopfer ist „Strandead“, der wie ein altes MASTER – Stück mit dickem Basssound klingt. Mehr davon und das Abendbrot wäre gerettet. Die Regel besteht aus trockenem, etwas sperrigem Gebolze mit diversen Tempovariationen, ohne jedoch auf dem Gas zu stehen, und schicken, gut präsentierten Growls. Das hätte in der guten alten Zeit so manchen beinharten Metalhead überzeugt, heute droht selbiges aber in der Masse abzutauchen. Ich finde es schade, aber gut zu sein bedeutet in der aktuellen Szenerangelei einfach nur etwas über Mittelmaß zu balancieren. 6/10

Wednesday, September 29, 2010

CLITEATER - The Great Southern Clitkill - Cd / War Anthem Records


So, jetzt sind PANTERA dran um CLITEATERS 4. Album den richtigen Zündstoff für ein anständiges Gemetzel zu verpassen. Selbstredend verprügeln die Holländer auch ihre eigene Version von „The Great Southern Trendkill“, die steht der Band auch ausgezeichnet, rockt und groovt das Teil doch wie Hölle. Schade, dass sie auf dem Album selbst an solche Vorlagen kaum anknüpfen. Bei so einem straffen Pass hinter die feindlichen Linien kann nicht viel schief gehen. Aber die Zukunft scheint auch so gesichert, gibt es dort draußen doch noch so einige Klassiker zu vergewaltigen. Die einzige echte Gefahr besteht darin, dass CLITEATER sich selbst kopieren, da dem ganzen Goregeballer rein musikalisch Grenzen gesetzt sind, da will doch keiner Technik und Harmonie oder sonst was hören. Oder geht ihr zum Metzger und bestellt ein 50 Euro Blumen - Bouquet für eure Tanzlehrerin? Na also. Wenn ich CLITEATER höre, dann erwarte ich eine satte, matschige, spaßige, geschmacklose, primitive, ironische und brutale Tracht Popoklatsche! Und natürlich besteht für eine Band immer das Risiko sich mal fest zu fahren, da müssen die schon selbst mit umgehen und den Fans beweisen, dass da immer noch ein paar Zentner Kohlen im Keller sind, die sie nachzulegen verstehen. Und CLITEATER können das, auch wenn sie immer CLITEATER bleiben, weil sie CLITEATER sind. Und trotzdem arbeiten sie immer noch an der Feineinstellung, zum einen nähern sie sich in den vor allen langsamereren Songs typischen Gore Grind Gewohnheiten mit fetten tief gelegten Gitarren und simplen Rhythmen. Ich bin mir sicher, dass sie noch mal an der Bassschraube gedreht haben. Hinzu kommt der geliebte Polka – Tanz – Rhythmus, den Goregrinder und Mittvierziger Osteuropäer mit ausreichend Wodka im Getriebe spielend beherrschen. Und zweitens sind sie immer noch in der Lage, schnelle Attacken zu reiten und jedes noch so kaputte Arrangement mit viel Humor zu beladen. Natürlich reizen sie auch Klischees aus, sabbern einen Mundfurz ins Mikro als wären sie Vorschulkinder oder blamieren sich als schlechte Karaokesänger (Money – Berry Gordy). Klar ist so was nicht nötig, aber wer sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, den lass machen, denn der wird uns noch lange erhalten bleiben. CLITEATER liefern das erwartete Album ab, unterhalten uns glänzend und können es eben immer noch! 8/10

Tuesday, September 28, 2010

FACEBREAKER - Infected - Cd / Cyclon Empire


Es gibt Bands, die können es einfach, haben den Bogen vom ersten Ton an raus und setzen jeden Anschlag punktgenau ins Ziel. Eben genau wie FACEBREAKER die mit ihrer Nummer 3 eine Lawine lostreten, die seinesgleichen sucht. Stahl trifft Fleisch und hinterlässt blutige Narben. So lässt sich gut versinnbildlichen welche Geschütze FACEBREAKER auffahren um ihren Krieg ungeschlagen zu gewinnen. Die Band setzt wieder auf schweren Midtempo Death Metal mit einheimischer, schwedischer Soundwalze und nicht zu überhörender Reminiszenz an BOLT THROWER. Schlachtenlärm und Kanonendonner sind über weite Phasen und vorwiegend bei den schleppenden Stücken dem britischen Eiland entlehnt. Hört euch nur „Mankind Under Siege“ an, die Nummer wird die grauen Gewebeverbindungen im Schädel schmerzvoll strapazieren, indem sie in kreisender Rotation unaufhaltsam an die Innenseite des selbigen gepresst werden. Mörderisch das ganze, bollernde Drums, monotones zähes Tempo und eine Lead Gitarre die mit einer Kampfansage gleichzusetzen ist. Zudem blitzen vereinzelt Anlehnungen an alte ILLDISPOSED auf, und lässt einen Song wie „Cannibalistic“ zu einem wahren Ohrwurm mutieren. Richtig losknüppeln ist nicht die Sache von FACEBREAKER, die ziehen ihre stärksten Momente aus der Tatsache, dass sie mit dem Bremspedal für bleihaltige Luft sorgen können und so ungemein heavy wirken. Auch ist die technische Schiene nicht der Weg an die Front, FACEBREAKER können glücklicherweise der ursprünglichen Bedeutung des Death Metal noch einiges abgewinnen. Tatsächlich enthält „Infected“ keine Ausfälle aber jede Menge Material, das on stage mörderisch wirken dürfte. Und so schafft das Album eine Symbiose aus tonnenschweren Riffs, massivem Trommelfeuer aus der Schießbude, erdigen Growls und fetter Bassschlagseite, die angenehm Hammer und Amboss passiert und das Trommelfell zum vibrieren bringt. Letztendlich dürft ihr eine explosive Mischung genießen, die jedem Death Metal Fan die Freudentränen in die Augen treiben wird! „Infected“ ist ein brutaler Frontalangriff aus dem Black Lodge Studio mit zusätzlichem Feinschliff von Peter Tägtgren. Ab dafür, foltert euren Nacken! 9/10

Monday, September 27, 2010

DARK ORDER Cold War Of The Condor Cd / Battle God Productions


“Cold war…” ist das dritte Album von DARK ORDER und versteht sich als Konzeptalbum. Was die australische Band mit Pinochet und Chile zu schaffen hat, ist mir allerdings nicht plausibel. Aber gut, Slayer hatten Auschwitz und DARK ORDER greifen eben nicht so weit in die Vergangenheit um einen Diktator für ihr Vorhaben der Zweckentfremdung anheimfallen zu lassen. Und Arschlöcher passen immer gut auf Metalthemen, kann man hier doch eine gute aggressive Keilerei vom Zaun brechen. Musikalisch sind sie ebenfalls auf Slayerschen Pfaden unterwegs, allerdings ohne deren technisches Verständnis und Nachhaltigkeit. DAK ORDER klingen neben kurzen Frickelein und vertraut erscheinenden Riffs doch verdächtig dünn auf der Brust. Und vor allem der Sänger, der eindeutig versucht nach Araya zu klingen, zumindest in der Art des Gesangs, weniger stimmlich, liegt auf der kompletten Bahn daneben. So entsetzlich habe ich noch selten jemanden beim Stimmbänder malträtieren erlebt. Mit der Ballade „A Lament For Victor Jara“ setzt er dem die Krone auf, das macht den Eindruck, als würde jemand beim Casting vor der Jury stehen, der gar nicht singen will, sondern nur die Studiotür mit der von der Eckkneipe verwechselt hat. Also, wer auf Thrash Metal steht, der bleibt bei Slayer, DARK ORDER ist im direkten Vergleich nicht viel mehr als heiße Luft und ich verstehe nicht, dass das Album anderenorts so gut weg kommt. Sicher, das gewählte inhaltliche Thema ist löblich, mit der Vergangenheit kritisch abzurechnen, in welcher Beziehung man dazu auch immer steht, bleibt anerkennenswert. Aber auf diese Weise wird das niemandem gerecht. Nicht mit langweiligem Getrommel und zu einfallslosen Riffs und generell wackligem Songwriting. Die Brüder haben den Gong noch nicht gehört, denn mit solch einer Vorstellung, vertreiben sie nicht mal die Motten aus dem Uniformspind. „Cold war Of The Condor“ nervt und hat wenig von einer innovativen Thrash Metal Band, ist zu 90 Prozent trocken und bröcklig wie altes Brot 3/10

Friday, September 24, 2010

IMPERIAL CONQUEST Omnipotence Cd


Auch wenn ich von dieser Band noch nie was gehört habe, ist doch eines sofort auffällig, für jemanden, der aus Tampa/Florida kommt, hat die eingeschliffene Hörgewohnheit ganz andere Erwartungen, als von dunkelschwarzen Allmachtsfantasien überfallen zu werden. Das sollte aber nicht negativ beleuchtet werden, geht doch die Band, die wohl ursprünglich aus Puerto Rico stammt, mit viel Enthusiasmus und Höllenfeuer an ihr Werk. Ich bin nun nicht der Herr der schwarzen Musik, ganz gewiss nicht, aber IMPERIAL CONQUEST klingen nicht unbedingt nach den aktuellen satanischen Geiferein unserer Breitengrade, erinnern mich eher durch ihren Wechsel von Mid – Tempo und Double – Bass Drums, und vor allem wegen des Keyboards an EMINENZ, die seinerzeit hier die Wälder erfolgreich unsicher gemacht haben. IMPERIAL CONQUEST leben von musikalischer Aggression und purer Raserei in Verbindung mit getragenen Melodien mit teils klassischen Ansätzen. Das Werk ist dann doch recht episch angelegt, so dass ich nicht überrascht wäre, plötzlich auch mit Geigen und Flöten malträtiert zu werden. Dem Gehörnten sei Dank, verzichten sie darauf, zu schwülstig zu werden. Interessanter wäre es gewesen, hätten sie auf der Scheibe mal den einen oder anderen Hammer mehr geschwungen, so sind alle Stücke stets auf Augenhöhe, lassen dadurch den Reiz des Besonderen, den viele Musiker brauchen um auf sich aufmerksam zu machen, vermissen. Da fehlen immer mal wieder gewisse zündende Ideen, die in der Lage wären, den Songs doch immer noch mal etwas mehr Feuer unter die schwieligen Ärsche zu machen. Wenn man es nicht so arg kritisch betrachtet und hier zwar im Endeffekt kein bahnbrechender Aufreger raus gekommen ist, muss die Band sich trotzdem nicht verstecken, haben sie doch durchweg starke Stücke im Rücken. Von der handwerklichen Seite betrachtet, ist „Omnipotence“ ein sehr stimmiges und düsteres Album mit anständiger Produktion als sichere Bank. Mit einigen Abstrichen sind IMPERIAL CONQUEST überzeugend und werfen der Meute ein amtliches Album vor die Füße 7/10 http://www.myspace.com/imperialconquestfl

Thursday, September 23, 2010

PASADENA NAPALM DIVISION P.N.D. Ep/ Abyss Records


PASADENA NAPALM DIVISION stellt ein quasi All Star Projekt dar, bestehend aus Mitgliedern von D.R.I., DEAD HORSES und VERBAL ABUSE. Und eben so klingt dann auch die Musik auf dieser knapp 15 Minütigen Ep, locker, flockiger Crossover Thrash aus den 80ern mit einigen Rhythmus und Vokalparallelen zu Macabre. So wie Musik und Texte rüberkommen, nimmt sich das Unternehmen selbst nicht so ernst, macht eher den Eindruck, als wollten die Herren auf ihre alten Tage noch mal etwas Spaß haben. Dann gibt es eben eine große Portion Unbeschwertheit ohne musikalischen Tiefgang. Der erster Song „Spell It Out“ ist scheinbar so was wie ein Rekordversuch beim Buchstabierwettbewerb in der Grundschule, ohne Quatsch, Kurt Brecht buchstabiert seinen Text. Ist schon ein ulkiger Einfall. Ja, ich denke, P.N.D. verbreiten gute Laune, erweisen sich jedoch nicht als das metallische Schwergewicht, das sich hinter dem Namen zu verstecken scheint. Zudem ist ein Hiddentrack, so unterhaltsam er sein mag, auf einer Ep mehr als überflüssig. Viel mehr zu mosern gibt es nicht, P.N.D. erfinden das Genre nicht neu, warum auch, müssen sie ja nicht zwei Mal tun. Sie zeigen einfach, dass der gute alte ANTHRAX / DRI / SOD Spirit noch lebt und immer noch funktioniert. Ich glaube zwar nicht, dass sich hier ein Klassiker manifestiert und die Musik über längere Zeit große Beachtung erlangen wird, aber wenn eine Handvoll „alter“ Hasen antritt um noch mal die Keule zu schwingen, dann ist das mehr als gerechtfertigt. Vielleicht wollen sie auch nur sich selbst beweisen, dass der Pool noch nicht ausgeschöpft ist, und schreiben Musik mehr für sich selbst als für das Publikum. P.N.D. versprühen auf ihrem ersten Output 15 Minuten lang unkomplizierte und spritzige Ideen mit angenehmen Unterhaltungswert ohne dabei Maßstäbe zu setzen. Das rutscht einfach ohne irgendwelchen Beigeschmack runter und fertig. 7/10

Friday, September 17, 2010

ISHITROBOTS Doom Ep


Wenn einst Bandnamen in ihrer Brutalität und Widerwärtigkeit einander übertrumpfen mussten, so bezieht sich das heute häufig auf eher blutleere und technisiert spacige Themen, die sich in unverständlich dämlicher Weise die Grütze aus dem Hirn experimentieren. Das Prinzip ist jedoch das gleiche, nur die Werkzeuge sind anders. Mich erschrickt nichts mehr, nur nicht nachdenken, also ab dafür. Musikalisch legt das Duo von ISHITROBOTS einen ganz schön brutalen und verqueeren Tanz auf die Bretter. Vordergründig scheppert es dermaßen, dass sich der Nachbar 2 Straßen weiter noch nach möglichen Verwerfungen durch Straßenbau arbeiten erkundigen wird, da Großmutters Porzellan in der Vitrine Sprünge bekommen hat. Näher betrachtet stecken die Songs aber voll von wunderbar schmerzhaften Disharmonien, jazzigen Eskapaden und diversen kopfschmerzverursachenden Breaks. Da ich mir nicht sicher bin, wie ernst sie ihre selbstgekochte Suppe nehmen, weis ich auch nicht was da noch raus zu holen wäre. Aber das was ich zu hören kriege ist schon mal eine steile Vorlage, und wenn die den Ball im Spiel halten, wird es sicher noch interessant. Das klingt alles irgendwie als würden sie sich die Stücke aus dem Handgelenk schütteln ohne lange drüber zu sinnieren. Kann aber auch täuschen. Denn auf Grund gewisser Komplexität im Songwriting und den daraus resultierenden instrumentalen Verrenkungen, scheint mir da doch eine, wenigstens partielle, Konzentrationsfähigkeit in Bezug auf das Zusammenschrauben der Nummern zu erfordern. Wer auf direkte und trockene Unterhaltung steht, sollte nicht erwarten von diesem Berliner Tanzduo angemessen unterhalten zu werden, die sind einfach zu bekloppt und können zumindest musikalisch nicht gerade aus denken. Anstatt Riff, Solo, Riff und fertig schlagen ICHSCHEIßEROBOTER mehr Haken als der Hase vorm Fuchs. Das Gebretter ist am ehesten was für Leute, die es progressiver und abgedrehter mögen, für Herrschaften die sich Milch in den Tee kippen, weil das feiner ist. Völlig kaputte Scheiße mit einem Quäntchen Anspruch für Fans von wüster Death/Grind/Mathcore Mixtur.7/10 http://www.myspace.com/ishitrobots

Thursday, September 16, 2010

NECRONAUT Necronaut Cd / Regain Records


Da hat er wohl doch nicht lange still halten können, nach dem Ausstieg bei Dismember ist Fred Estby wieder aktiv. Mit Neconaut hat er sich selbst ein Soloalbum geschenkt, das mehr von ihm selbst hat, als von einer echten Band. Denn hier lebt er scheinbar seine eigenen Vorlieben aus. Begleitet wird er dabei von den unterschiedlichsten Vokalisten und Gitarristen, von Chris Reifert bis zu allem was in Skandinavien einen Namen hat. Und so klingen die Stücke zwar an der Basis immer noch nach Dismember, vor allem der basslastige und trockene Sound ist unverwechselbar, aber es ist leicht zu erkennen, dass sich dahinter viel mehr versteckt. Denn darüber hinaus sind die Stücke aber auch auf ihre Interpreten zugeschnitten und umgekehrt geben die Sänger den einzelnen Songs erst die angemessene Färbung. Dem geschuldet sind Titel und Vocals häufig auch kaum austauschbar, so würde Chris Reifert niemals auf „Soulside Serpents“ funktionieren und J.B. (Grand Magus) würde bei „Infecting Madness“ so passend klingen ein Pitbull im Katzenkörbchen. Beeinflusst ist Mr. Estby ohne Zweifel von alten Black Sabbath, aber auch Metal Sachen aus den 80ern. Er schreibt trockene und direkte Nummern, häufig schmucklos, ohne Zierrat, kann aber auch mit melodiösen Parts punkten. Necronaut steht für das souveräne Handwerk eines Künstlers, der weis was er will und nicht die Absicht hat, sich zu verbiegen. Viele Details seiner Musik klingen älter als er selbst ist und stellen wohl so was wie einen Kniefall vor dem Ursprung des Metal dar. Und selbstredend fehlen die typischen Dismemberstücke auch nicht „ The Lie In Which The Truth Is Buried“ zum Beispiel, bei dem er seine Stimmbänder selbst anstrengt. Das reizvolle im Allgemeinen ist die Verknüpfung verschiedener Einflüsse mit dem schnoddrigen Schweden – Basssound und der Kreativität seiner vielen Kumpel und Leidensgenossen. Im Grunde genommen ist das ganze Album sehr stimmig, ist aber eher tauglich als nostalgische Zeitreise denn eine Reminiszenz an aktuelles musikalisches Geschehen. Erfreulich wäre es allerdings, wenn das Album eine Einzelgeschichte bliebe, da ihm jedes Sequel den Reiz des Besonderen rauben würde, denn Necronaut ist mehr als einfach nur Death Metal. 8/10

Tuesday, September 14, 2010

ARCKANUM Sviga Læ Cd / Regain Records


Es ist schon bemerkenswert mit welch penetranter Regelmäßigkeit Johan Lahger seine jährlichen egomanischen Werke veröffentlicht. Alles in altschwedisch wahrscheinlich wieder, basierend auf diversen elitären Spinnereien um Satanismus, Heidenkulte und kosmische Verquickungen mit philosophischer Komponente … vermutlich. Definitiv aber tiefschwarz. Die Rhythmusabteilung liefert typische skandinavische Black Metal Begleitung, mit nicht ganz so schrillem aber schön schnoddrigem Sound. Definitiv nichts überraschendes aber dennoch angenehm. Die Leads sind dahingegen häufig melodiös bis episch angelegt, allerdings ohne zu verspielt und selbstverliebt zu wirken. Was besonders auffällig sein dürfte, ist „In Folva Felør“, ein Instrumental, das viel epische Ausstrahlung hat, sich fast völlig von den Normen des Black Metal löst und eher in Richtung Amon Amarth tendiert. Aber so weit würde der Herr Lahger dann wohl doch nicht gehen und präsentiert uns mit dem Rest des Albums ein wiederholt ansprechendes Gebräu aus rohem schwarzen Seelentod und atmosphärischer Dichte. Mit dieser Mischung verbleibt er zumeist im Mid – Tempo Bereich, kann dort mit getragenen Arrangements und einigen schnittigen Riffs überzeugen, verlegt sich aber auch vereinzelt auf zackiges Geprügel. Manchmal wäre es schöner, wenn so ein Song schneller auf den Punkt kommen würde, da die Kompositionen sich dann doch im Kreis zu drehen scheinen, und die Frage im Raum steht, „Weis er jetzt nicht weiter?“. Aber generell setzt „Sviga Læ” auf sehr gute kompositorische Dichte und wird die Freunde der voran gegangenen Werke locker überzeugen. Festzustellen wäre, dass Arckanum sich mit den Jahren von durchschnittlicher und eckiger musikalischer schwarzer Plänkelei gelöst hat, immer mal was ausprobiert und mit der verhalten melodischeren Schiene gut fährt. Nicht dass das Gesamtkonzept harmloser geworden wäre, klingt eben nur nicht mehr so fies und bedrohlich wie in den 90ern, als man ständig das Gefühl hatte, der Waldschrat springt von hinten aus dem dunklen Tann. Zeiten ändern sich und Typen mit einem Hau in der Waffel bleiben trotzdem häufig die besten Musiker. 7/10

Sunday, September 12, 2010

SURGICALLY IMPALED Demo


Ich weis nicht, ob es immer so vorteilhaft ist, sich vor den eigenen Göttern zu tief in den Staub zu werfen. Einerseits sind solche Reminiszenzen sicher lobenswert, andererseits behindern sie die Identitätsfindung der jeweiligen Bands. Musikalisch dürfte das Ein-Mann Projekt SURGICALLY IMPALED zweifelsohne als CANNIBAL CORPSE Clone durchgehen, und zwar so weit, dass man das Unternehmen für eine Tributgeschichte halten könnte. Aber darauf beschränkt es sich dann doch nicht, wird mit „The Cannibal Urge“ auch noch frech das berühmte SOD Riff von „March Of The SOD“ geklaut. Ganz schön dreist…oder ideenlos. Leider leidet zu guter Letzt auch der Sound immens und klaut so den Druck aus der Produktion. Vom „Hau Drauf“ Faktor allerdings funktionieren die 3 Stücke sehr wohl, das Gebretter ist schnell, brutal und kompromisslos, vielleicht nicht unbedingt was für anspruchsvolle Geister aber für ein paar blutige Striemen auf den Allerwertesten langt das dennoch. Und in Anbetracht der Tatsache, dass dieses Demo die ersten Gehversuche des Knaben sind, würde ich das Release als vorsichtiges aber respektloses Herantasten an die Szene betrachten und das Vorhaben voll unterstützen. So lassen sich einige Sünden verzeihen, denn das Potential ist vorhanden und mit genug Atem, Spaß an der Sache und offenen Ohren lässt sich da sicher noch einiges bewegen. SURGICALLY IMPALED steht für „noch“ etwas blauäugigen und brutalen Death Metal, den ihr euch probeweise anhören solltet. 3 Songs sind natürlich zu wenig um jetzt schon ein objektives Gesamtbild zu fassen, aber der Grundstein ist gelegt und eine Chance sei ihm gegönnt. Um bei den Großen mitzuspielen, gehören aber noch viele Mahlzeiten auf der grünen Weide ins Pflichtprogramm. Das Demo gibt es zum legalen Download, zieht es euch rein und geht nicht mit zu großen Erwartungen ran. http://www.myspace.com/surgicallyimpaled 5/10

Thursday, September 9, 2010

CRIMSON MILK The Milky Way Cd


Sollte der Bandname auf wahren Begebnissen beruhen, wäre das ein besorgniserregender Fall für das Veterinäramt oder einen unterbezahlten Humanmediziner, ganz nach Ursprung des Übels. Auch der Albumtitel lässt eher auf eine ungezwungene Einstellung zur Musik schließen. Rein akustisch ist das aber gar nicht so spaßbetont, sondern walzt in guter alter Death Metal Art in Midtempo über ihre Opfer hinweg, beginnend mit eindeutiger Anlehnung an BOLT THROWER. Um mit denen in einem tatsächlichen Grabenkrieg zu bestehen, muss dieses seltsam anmutende Projekt aber noch einige Kartuschen nachschieben. Seltsam deswegen, da es sich mal wieder um ein Ein – Mann Projekt handelt, ins Leben geholfen von einem ominösen Herren namens Impaler. Und ich denke in den meisten Fällen (Ausnahmen bestätigen die Regel) ist es für eine Band günstiger, wenn Ideen aus verschiedenen Köpfen einfließen, das macht es spannender. So läuft auch CRIMSON MILK Gefahr, schnell und trotz vorhandener guter Ideen, zu monoton zu werden. Der Drumcomputer ist es schon. Zudem finde ich die häufigen Breaks nicht immer passend und bei den Solis krampft es hörbar in den Fingern, die sind weder schnell noch flüssig. Stimmlich gurgelt sich der Typ quer durch die Schlachteplatte, was wiederum recht gut ankommt. Und sonst…jedes Stück ist um eine, sich häufig wiederholende, Basisidee konstruiert und zehrt von recht primitiven Riffs. Aber das muss nicht generell negativ sein, nur wirklich der Bringer ist es letztendlich nicht in allen Belangen. So ein kleiner, oder auch größerer Innovationsschub wäre ganz brauchbar. CRIMSON MILK jongliert auch mit einigen klassischen Metalstrukturen und verliert sich vereinzelt in melodischerere Gefilde ( Murderfest Destiny), ein Song der, mit entsprechendem Soundgewand, jeder ernst zu nehmenden Heavy Metal Band gut stehen würde. Auch das obligatorische Gitarrensolo kommt hier weniger steif rüber. Vielleicht ist das eher die Richtung, die der Herr zukünftig einschlagen sollte. Aber auch sonst ist „The Milky Way“, trotz unverkennbarer Schwächen, gut genug um passable bis launige Death Metal Geschosse unter das Volk zu ballern. Ganz sicher ist dieses skurril anmutende Unterfangen ernster zu nehmen als uns der erste Anschein glauben machen möchte! Das Album steht zum legalen free –download bereit: http://www.myspace.com/crimsonmilk 5/10

Wednesday, September 8, 2010

IRREVERENCE Upon These Ashes Cd / Noisehead Records.


Woher auf “Upon These Ashes” der Wind weht oder auch der Sturm bläst, dürfte nach dem ersten Akkord fest stehen. IRREVERENCE stehen auf spröden und kultigen so wie langlebigen Ruhrpott – Thrash der Marke SODOM, KREATOR dazu etwas HOLY MOSES und ASSASSIN und pardauz es rumpelt wohlig in der Kiste. Nur das diese Kiste Frachtgut aus Italien ist, quasi den Pot6t nach Süden verlagert. Wen wundert es da noch, dass Onkel Tom auch seinen Gastpart auf der Scheibe bekommt. Die Songs gehen durchweg sehr roh und dreckig über die Ladentheke, verzichten auf zu viel Technik oder unerwünschte harmonische Ausschweifungen. Dafür wird wahlweise auf Tempo gesetzt und gerammelt was das Zeug hält oder bei den selteneren halben Umdrehungen mit satten Riffs gekontert. Dabei macht die Gitarre einen regelrecht schnoddrigen, ja schrammligen Eindruck, hat eher was von einer unrund laufenden Kettensäge als einem echten 6 – Saiter. Nun, zumindest gelingt es problemlos an die Musik der Vorbilder anzuschließen und den eigenen Spieltrieb voll auszulasten. Vermutlich wäre etwas Abwechslung nicht schlecht gewesen, andererseits aber bei der Flut an nutzlosen und überproduzierten Gleichschrittgängern ist der Radau von IRREVERENCE gern auch als Gegenpol zu verstehen. „Upon These Ashes“ hat was Zeitloses, das nicht so recht ins laufende Jahrtausend passen will, Fans der ersten Stunden aber sehr wohl aus der Seele sprechen wird. Da werden schmerzfrei einige Riffs zusammen geschraubt, immer mal ein quietschendes Solo eingebaut und das Geschmetter mit einer trendfrei rauen Stimme aufgemischt. Und fertig ist die Bude, nicht lange nachdenken (kann m ich auch täuschen) einfach machen, Gas geben und los brettern. Bei so viel Kompromisslosigkeit fehlt dann aber leider auch der eine Song der die Scheibe zu was besonderem macht. So bleiben wehmütige Erinnerungen an Kutten und blutige Köpfe, begleitet von einer Musik die uralt scheint und trotzdem neu ist. Thrash till death, jawoll!!!! 8/10

Tuesday, September 7, 2010

KOMMANDANT Kontakt Cd / Planet Metal


Das Image dieser schwarzen Rüpel aus Chicago ist doch sehr zweifelhaft. Mit Gasmasken, Stahlhelmen und germanischem Kriegsgetöse versuchen sich KOMMANDANT zu profilieren und müssen dabei aufpassen, dass sie ihren krawalligen Black Metal nicht ganz vergessen. Da stellt sich die Frage, warum Menschen aus einem Land ohne Kultur gerade Deutschlands düsterste Epoche der Moderne für ein morbides Disney Land halten und sich darauf stürzen als wäre bei Aldi Ausverkauf. Zumindest ein verständnisloses Kopfschütteln sei erlaubt und den Rest nehmen wir besser nicht so ernst und konzentrieren uns auf die Musik. Selbige besteht auf dieser Ep aus reiner Blastbeatraserei mit kreischender Gitarre und zackigen Drums. Gesanglich geht das auch passabel und recht facettenreich voran (was im Genre eben so möglich ist) und pures Gekeife bleibt ganz außen vor. Diese Tatsache gefällt mir ganz besonders. Sicherlich hätte so einiges noch mal überdacht werden können, ist das Endprodukt doch alles andere als ausgefeilt. Das holpert eher wie ein plattgefahrener Handwagen über Kopfsteinpflaster. Aber gerade diese Unvollkommenheit und das räudige Flair, das die Songs so auskotzen scheint durchaus passend für Amis und ihre Version von Black Metal. Also warum nicht. Zeit zum Überlegen haben die scheinbar so wie so nicht, die kippen ihr Stahl und Bleigewitter einfach vor dem Hörer aus, alles auf einmal und ohne Feingefühl. „Kontakt“ stellt Kontakt her, indem er uns ohne Vorwarnung auf die Füße gekracht wird, quasi hier ist unser Schrott nun macht was damit! Die einen werden den Dreck einfach liegen lassen und weitergehen und andere nehmen die rostigen Bolzen und schartigen Klingen unbedarft mit nach Hause. Zu welcher Kategorie ihr gehört, müsst ihr schon selbst entscheiden. KOMMANDANT ist eine schnörkellose und bitterböse aber auch nicht ganz ernst zu nehmende und zumindest ideologisch fragwürdige Prügelei. Aber dafür sind es halt Yankees, die wissen es eben nicht besser. 6/10

Sunday, September 5, 2010

MADE OF HATE Pathogen Cd / AFN Records


Ich weis nicht, ob den polnischen Radaubrüdern der Nationalstolz fehlt und sie deswegen nicht ins Klischee passen, aber anstatt sich was zusammen zu klauen (ist billig, schon klar) setzen sie auf einen interessanten Stilmix, der von IN FLAMES und CHILDREN OF BODOM bis zu aufpolierten JUDAS PRIEST reicht. Sowohl das Moderne und Melodische wie auch das Klassische steht ihnen gut zu Gesicht und beides in Verbindung erzeugt eine interessante Symbiose. Dazu passt dann auch der raue Gesang, der eher was von einer Hardcore Band hat und somit der Musik einen ruppigeren Anstrich verleiht, als das eine cleane Stimme je gekonnt hätte. Auch die dann doch cleanen Chorusgesänge passen sich gut in das Gesamtkonzept ein. Eines das gleicher Hand von Melodiespiralen als auch markigen Gitarrenriffs und herrlichen, technisch glänzenden Solis getragen wird. So dürfte einer der stärksten Songs „I Can´t Believe“ heißen, setzt der mit einem verflixt groovigen, beinahe monotonen Riff einen festen Anker um den herum sich verschiedenste Vokalhöhen, Melodien, Tempowechsel und ein cool rockender Bass scharen. Mehrere von solchen Geschichten und aus dem Album wäre noch mehr heraus zu holen gewesen. Auch ist dabei deutlich spürbar, dass der Band ein amtliches Marschtempo sehr gut steht. Mit „Pathogen“ weht ein frischer Wind aus dem Osten, von dem ihr euch gern treiben lassen könnt, so ihr denn Melodic-Metal mit einer aufgerauten Oberfläche mögt, wo nicht immer alles rund sein muss um seinen kühlen Charme zu versprühen. Und so werden sie ihrem Namen eigentlich nicht wirklich gerecht, denn Hass klingt anders, hier setzt sich eher Liebe zum Detail durch und beschert uns ein recht angenehmes Metal Album mit vielen guten Ideen und dem Talent selbige auch auf Papier und ins Ohr zu bringen. 8/10