Saturday, July 31, 2010

ENGRAVED DISILLUSION Desolate Mcd


ENGRAVED DISILLUSION haben ein angenehmes Rundum – Sorglos Paket geschnürt und bezuckern den Hörer mit viel Melodie, Thrash Metal Riffs und Sounds so wie Death Metal Vocals. Das hat stückchenweit etwas von ARCH ENEMY, ohne deren unverwechselbaren Drive zwar, aber immerhin. Die Ep wartet mit 3 Songs auf recht hohem Niveau auf, die lassen leider etwas den aggressiven Schub vermissen, sind manchmal etwas zu selbstverliebt in melodiösem Flick Flack verheddert, dafür aber spielerisch sehr gut dabei. Einzig der saubere und zackige Doublebass steht vereinzelt konträr zu der meist verhalten Gitarrenarbeit. Ansonsten passt die Struktur der Songs schon zu den Gewohnheiten moderner Trommelfelle, kommen doch immer wieder eingeschobene Tempoforcierungen gut mit den abwechselnden melodischen Parts (sind tatsächlich sehr facettenreich) zurecht. ENGRAVED DISILLUSION ist bei weitem nichts für reine Geräuschfetischisten, dafür verzaubern die sich selbst viel zu gern mit ihren Instrumenten. Eigentlich sind die 3 recht langen Songs eher was für morbide Romantiker im flackernden Kerzenschein. Ich glaub das könnte generell noch was werden mit dieser jungen britischen Band. Auch wenn das so gar nicht meine Baustelle ist, erkenne sogar ich deren Potential. Schön wäre es nur, würden die mal mehr aus sich heraus gehen und öfter richtig auf die Felle dreschen. Aber das liegt denen offensichtlich nicht. Ist halt fast purer melodischer Death Metal mit einigen progressiven Arrangements und wer nicht ständig den Knüppel braucht, kommt mit dieser Ep sicher gut aus. „Desolate“ dürfte in erster Linie Fans von AT THE GATES, IN FLAMES bis hin zu DARK TRANQUILLITY interessieren.
http://www.myspace.com/engraveddisillusion
7/10

Thursday, July 29, 2010

PARASYMPATHOMINETIC THROMBOPHLEBITIS Senor Abravahell Mcd


Das einzige was diesem Unsinn hier zu Gute zu halten wär, ist, dass es für umme ist. Aber auch jedes Bit Speicherplatz dürfte angesichts solche grauenvoller akustischer Entgleisungen elektroviralen Patz kriegen. Das komplette Geschepper besteht aus 80 Prozent Samples, scheinbar basierend auf irgendeinem brasilianischen Fernsehtrottel. Der Rest ist Geräuschkulisse zwischen Mulinette und Güterbahnhof, ohne Verwendung nennenswerter Instrumente. Der oder die Typen die das zusammen gekleistert haben, müssen entweder vollkommen breit gewesen sein oder unheilbare gesellschaftsunfähig. Das ist alles so weit weg von Musik, wie der Mond von einem guten Stück Käse und kann echt nur Leuten mit grundlegenden Portugiesisch - Kenntnissen empfohlen werden, deren Schlafzimmerfenster zur Hochbahn raus geht und die trotzdem mit einem Ständer ratzen wie in Morpheus Armen. Nur die halten die Scheiße länger durch ohne sich belästigt zu fühlen. PARASYMPATHOMINETIC THROMBOPHLEBITIS ist Drumcomputer und Harmonizer, mehr nicht! Wenn so was heute schon reicht um sich Musiker zu nennen, dann sollten wir entweder mit sofortiger Wirkung die UNO losschicken um sich um deren Opfer zu kümmern, oder wir schmeißen den Dreck mit T – Bomben auf´n Kopf. ( Talentausschlusssensor - gesteuerter Langstreckenflugkörper mit 99,9 prozentiger Treffsicherheit). Ich versteh es überhaupt nicht, wie jemand auf die Idee kommen kann, so was Überflüssiges auch noch vermarkten zu wollen. Das reiht sich gleich hinter Toaststempel Tic Tac und Diätschweine für Kühlschränke mit original Grunzlauten ein. Umweltsmog, auch akustischer Art gehört unter Strafe gestellt und deren Verursacher ohne Berücksichtigung der Umstände kastriert, amputiert, erschossen, aufgespießt und von schielenden Ziegenböcken rektal penetriert! Wer sich mit dieser Grütze als Musiker bezeichnet, schwimmt auch nackt und unrasiert im Babybecken! Das ist die schlimmste Gurke die ich jemals hören musste! 0/10

Wednesday, July 28, 2010

DISSOULED Rock A Beatin´ Grind Cd


Eines verspricht dieses Album garantiert nicht, Nachhaltigkeit. Was irgendwie schade ist, da es generell wert wäre, die Scheibe öfters einzulegen. Aber es scheint nicht so ganz rund zu laufen. Zumindest auf diesem Release, on stage geht bei DISSOULED gut die Post ab, „Rock…“ hinkt dem ein bisschen hinterher. Zum einen wäre es wünschenswert gewesen mit differenzierterem Sound den ansonsten guten Songs auf die Sprünge zu helfen, eine breitere Gitarrenspur wäre gewiss förderlich gewesen. So verschwinden einige gute Momente im Basschaos. Nun ja, und wenn Grindcore schon groovy sein muss, dann denke ich da an Bands wie BLOOD DUSTER oder MALIGNANT TUMOUR. DISSOULED wären da nicht unbedingt meine erste Wahl. So übel wie es sich anhört ist das Album natürlich nicht, es nimmt nur einen anderen Weg als zu erwarten war. Im Grunde besteht es aus rohen Punkroots denen viel zügelloser und primitiver Grindcore hinzugefügt wurde und schon ist der Radau beinahe fertig. Unter diesen Voraussetzungen macht das dann auch Spaß, denn so erwartet niemand überproduzierte Chartstürmer sondern bekommt ein ehrliches Stück Undergroundmusik ans Schienenbein genagelt. Abgeschmeckt mit einigen funkigen Ausflügen, kurzen 6 –Saiten Quietschern und einer riesigen Portion Humor, Schweinkram und Selbstironie und schon passt das alles wieder. Als runden Abschluss gibt es noch eine überaus gelungene Version von „Killing In The Name Of…“, ein Song und eine Band die den Jungs hörbar gut liegt. Es kommt tatsächlich immer darauf an von welcher Seite der Reiter auf das Pferd krabbelt. So versöhnen DISSOULED letztendlich doch noch mit amtlichen Lärmattacken. Ein besserer Sound und echte „Hinhörer“ hätten deren Bekanntheitsgrad trotzdem deutlich steigern können. Müsst ihr halt mal live gucken, macht Laune! http://www.myspace.com/dissouled 6/10

Thursday, July 22, 2010

WRETCHED Beyond The Gate Cd / Victory Records


Ehrlich gesagt, das neue Album von WRETCHED ist nun nicht so der große Überflieger wie es im Vorfeld zu erwarten war. „Beyond…“ ist eher eine ganz unaufgeregte und gewöhnliche Geschichte die sich aus Death, Thrash und Metalcore – Kapiteln zusammen setzt, hier und da mal eine dicke Wand hinsetzt und ein Faible für klassische Musik hat. Selbiges wird dann mit progressiven Elementen verknüpft und fertig ist ein modernes Album. Leider bleiben dabei echte Highlights auf der Strecke, auch wenn viele Parts recht anspruchsvoll sind. WRETCHED haben bei aller Selbstverliebtheit vergessen zwei, drei mal richtig einen raus zu hauen. Ansonsten gibt es tolle Arrangements und cool musikalische Ideen wie „Beyond The Gate Part II“ die den Rahmen dessen was Metal ausmacht eindeutig sprengen. Wenn das nicht so gut wäre, würde ich es als Selbstbeweihräucherung abtun, aber solche Stücke zwischen Melancholie, Anspruch und sauberer melodischer Gitarrenarbeit haben die schon drauf. Hier liegt eindeutig die Stärke der Band, das ist es was den Jungs hörbar am meisten Spaß macht. Bei anderen Songs bleiben diverse Komponenten zumeist austauschbar. Auch wenn hier und da mal losgeknüppelt wird, bleibt zumindest bei mir kaum was hängen. Auf dieser Schiene zwischen Blast und HC – Ausreißern reiten viele Bands und das machen WRETCHED leider Gottes auch nicht anders als all die anderen. Das bedeutet natürlich nicht zwangsläufig, dass sie schlecht wären, weit gefehlt. Es ist nur eben nicht genug um ganz oben mit zu mischen. „Beyond…“ bleibt trotz dessen ein anständiges Album mit Anspruch, amtlicher Umsetzung der musikalischen Themen und viel Innovation auf dem progressiven Sektor. Vielleicht tragen sie dabei etwas zu dick auf, so dass dem Hörer manchmal der Faden reißt, aber das liegt in deren Ermessen. Ich hätte mir mehr echte Nackenbrecher gewünscht, ansonsten geht das schon in Ordnung. Musik für Fans von JOB FOR A COWBOY und ähnlichem.
6/10

Wednesday, July 21, 2010

WAN Wolves Of The North Cd / Abyss Records


WAN stolpern mit satanischem Old School Black Metal und syntetischem Drumcomputer durch einen oft stockenden Set. Die Pfade die die Schweden betreten sind aber so was von ausgelatscht, dass die schon selbst darüber stolpern. Musikalisch ist das vielleicht was für Fans früher BATHORY und VENOM. Richtig Aufregendes haben die 3 Knaben nicht zusammen bekommen, einzig wichtiger Akzent schein drauf dreschen zu sein und so viel Kälte und Hass zu erzeugen, bis das der Atlantik einfriert. Ist irgendwie billig und holperig bis langweilig, zudem an Simplizität kaum zu übertreffen. Dazu benötigt es bestimmt keiner großen musikalischen Erfahrung, wer sein Equipment die Kellertreppe runter wirft, erhält akustisch ein vergleichbares Ergebnis. Auf der anderen Seite waren „ Under The Sign Of The Black Mark“ und „Black Metal“ auch grauenvolle Alben, sind heute jedoch zu recht Kult und haben ein ganze Szene aus dem Boden gestampft. So weit reicht der Spaß bei WAN natürlich nicht, dafür kommen sie einfach mal eine Generation zu spät. Und ich bezweifle auch, dass sie ohne ihre Vorbilder dieses Album auf den Weg gebracht hätten, denn die Klassiker tropfen an allen Ecken durch und haben WAN über Gebühr beeinflusst. Am interessantesten (rein atmosphärisch, nicht musikalisch) dürfte da noch „Ulvhall“ sein, eine gesetzte, recht monotone Nummer, die eindeutig ein Quorthon – Klau ist, zumindest von der Grundidee. Und auch in vielen anderen Songs lässt sich der berüchtigte Bathory – Rhythmus nicht so einfach wegradieren. Das muss natürlich nichts schlechtes sein und wenn bei der Umsetzung mit eigenen Innovationen jongliert wird, umso besser. Aber das ist hier nun mal nicht der Fall, denn „Wolves…“ ist einfach nur dreist gestohlen und stumpf und ohne Inspiration zusammen geschustert. Viele Passagen klingen ungeschickt und dilettantisch vorgetragen, so dass es ratsam wäre, wenn die Band etwas mehr Zeit im Proberaum, oder wo auch immer der Quark zusammen gerührt wird, verbringen würden. Könnt ihr gut drauf verzichten, da gibt es mit Bestimmtheit zahllose bessere Bands. 3/10

Tuesday, July 20, 2010

MAAX Six Pack Witchcraft Mcd / Abyss Records


MAAX stehen für rasenden und groben Black Metal mit einer riesigen Vorliebe für Motörhead und sonstige NWOBHM Bands. Die meisten Riffs könnten genau so von Killmister und co stammen und passen tatsächlich zum schwarzen Vokal – Gewürge. Durch diese eher ungewöhnliche Kombination erhalten die Songs einen richtig schnittigen Drive und lassen das komplette Gerüst rocken ohne in eine Spaßecke abzudriften. Diese Mcd macht auf Grund ihrer ungezwungenen Grobschlächtigkeit und dieses „Ace Of Spades mit Satan Metal“ Songwriting regelrecht Spaß. Nur der Sound rumpelt etwas zu viel, ist zu basslastig, lässt die Konturen der Titel manchmal verschwimmen. Aber mal ehrlich, eine cleane Produktion würde solcher Musik auch nicht stehen. Die Band ist glaub ich gerade 3 Jahre im Geschäft, schmettern aber Riffs auf die Planken die so manch altes Langhaar blass aussehen lassen. Die coolste Nummer ist wohl der Titeltrack, wirbelt der doch wie ein angepisster Orkan durch den heimischen Getränkegroßhandel und vernichtet auf seinem Weg alles an harter Alkoholika was sich finden lässt. Und das mit einer Zielstrebigkeit, die mich vorher schon ehrfurchtsvoll vor dem da kommenden Kater erschauern lässt. Diese Brüder kennen Worte wie Respekt und Schmerzfrei nicht, zimmern einfach drauf los und treffen den Nerv auch irgendwie. Genau genommen klingt das Gedresche so was von Old School, dass es schnell vergessen ist, dass wir schon 2010 schreiben. Das ist ein Fakt um den sich bei den Typen niemand schert. Außerdem haben sie wenig mit dem zu tun, was wir heuer unter Black Metal verstehen. MAAX ist ganz sicher was für Fans von Lemmy bis Venom, moderne Einflüsse sucht ihr hier vergebens. Hört da einfach mal rein und lasst euch von diesen Bastarden und ihren Trommelfell – Drillbits unter Beschuss nehmen! 8/10

Sunday, July 18, 2010

CHAOSSWORN Chalice Of Black Flames Mcd / Abyss Records


Genau genommen ist diese 3 Song Ep der Schweden Chaossworn nichts brandneues, sondern lediglich eine Neuauflage des gleichnamigen Demos, das von Dan Swanö noch mal aufpoliert wurde. Na und das hat er entsprechend sauber gemacht. So dürft ihr euch auf 3 sauber produzierte Stücke an der Schnittstelle von Black und Death Metal freuen. Songs, die typische skandinavische Kost bieten, zwischen melodiösen Leitthemen, aggressiven Leads, meist angenehmer Geschwindigkeit und einem fiesen Gesang, der eher aus dem Hintergrund zu kommen scheint und entfernt an Amon Amarth erinnert. Zudem wird gern mal vom hohen Tempo abgerückt, um zum einen für scheinbar als nötige betrachtete Abwechslung zu sorgen und zum anderen auf eine düstere Atmosphäre zu bauen und mit akustischen Einschüben auch Variationsbereitschaft zu beweisen. Wobei ich die schnelleren Parts auf Grund ihrer guten Riffs und des satten Drives bevorzuge. „Bringer Of Storm“ haut eben mehr in die Nackenspalte als das sehr melancholisch und episch angelegte „Chalice Of Black Flames“, das als Mid Tempo Nummer sicher gut durch geht aber eine Spur zu verspielt ist. Die schnellen Parts stehen der Band einfach besser. Oder aber eben solche mit markanten Leads wie beim Opener „ Crowned And Winged“. Dieser ist noch am ehesten als reine Death Metal Nummer zu betrachten, hier hört man Thors Hammer schwirrend durch den Äther brausen. Bei diesem Titel klingen nicht nur die Vocals nach den schon erwähnten Amon Amarth, auch wenn das Ganze nicht zwingend an deren begnadetes Songwriting heran reicht. Das Endergebnis der mir 3 Songs zu mager bestückten Veröffentlichung liegt dann irgendwo bei nordischen Acts wie Emperor und Dissection mit starker Death Metal Schlagseite. Ich denke bis auf kleinere Baustellen ist das sehr gut gelungen und sollte seine Berechtigung in der Szene haben dürfen. Noch mehr Aggressivität und etwas rohere Noten innerhalb der Songs hätten der Band aber auch nicht schlecht gestanden 7/10

Friday, July 16, 2010

HUMANGLED Fractal Cd / Abyss Records


HUMANGLED versuchen sich auf ihrem neusten Album an durchweg klassischem Mid – Tempo Death Metal, der von seiner Rhythmusgebung und Direktheit oftmals was von MASTER hat, wohingegen das Songwriting eine ganze Spur progressiver ist und eher an DEATH erinnert. Das aber ohne zu viel Technik und vor allem unter Weglassung verfrickelter Solis. Die Band hechelt also wenigstens keinen Trends hinterher. Jeder Song hat einen eigenen Grundgedanken, ein eigenes Gerüst um den sich dann jeweils um die 4 Minuten brauchbarer Death Metal spinnen. So gleicht auf den ersten Blick kein Stück dem anderen. Es hätte der Band aber ganz gut gestanden, würden sie ab und an mal richtig Gas geben, oder den Songs in anderer Art und Weise etwas mehr Schwung auf den Weg mitzugeben, vielleicht mal ein Mörderriff zu schreiben, irgendwas knackiges, markantes, denn so bleibt das Ganze sehr transparent, ja berechenbar. Das mag vielleicht nicht schlecht sein, birgt aber die Gefahr schnell in Langeweile umzuschlagen. Die vereinzelten cleanen Choruspassagen finde ich zudem misslungen, die instrumentale Umsetzung des Albums hingegen steht auf sicheren Füßen. „Fractal“ rauscht zumindest bei mir durch ohne Highlights zu setzen und am Ende bleibt trotz angenehm brutalen und heftigen Tönen wenig hängen. Und genau genommen haben die Jungs es auch nicht wirklich geschafft einen echten Hammer zu schreiben, dazu fehlt ihnen das Gespür für die richtig großen Momente. Auch wenn das Album straff angelegt ist und über weite Strecken anständige Musik bietet die sich nicht mit zu viel selbstverliebtem Stolz herum prahlt, und auch wenn der Sound sehr satt und druckvoll ist, weil Dan Swanö das Mastering übernommen hat, ist „ Fractal“ doch nur ein Produkt das in der weiten Masse ähnlich gelagerter, durchaus guter Produkte seinen Platz finden wird. Niemals aber wird so ein Album den großen Sprung schaffen. Wenn die Band das aber erst gar nicht beabsichtigt hat und hinter dem eigenen Sound steht, dann sind kleinere Aussetzer auch zu verzeihen und der Band aufrichtiges Engagement und Spaß an der eigenen Sache zu attestieren. Gut, aber nichts Besonderes! 6/10

ANGREPP Warfare Cd / Abyss Records


Das was die Schweden von ANGREPP auf ihrem Debüt veranstalten ist recht beachtlich. Es gilt auf Gefangene zu verzichten und mit einem einzigen Frontalangriff die feindliche Deckung zu durchbrechen. Da deren Kriegsmaschinerie mit verschiedenen gut aufeinander abgestimmten akustischen Waffen bestückt ist, gelingt das sicher auch in angebracht blutigem Maße. Zum einen feuert die Band endlos viele Thrash Salven alter europäischer Prägung ab, solche die präzise und scharf geschnitten sind. Die Riffs sind zwar meistens recht simpel aber verfehlen gerade auf Grund der Einfachheit ihre Wirkung nicht. Breite Unterstützung erhalten sie durch eine Black Metal lastige Grundstimmung, was sowohl Rhythmus (erinnert an Hellhammer) als auch Atmosphäre angeht. Die schwarze Suppe tropft überall heraus und dürfte Freunden von DESASTER gut gefallen. Als besonderes Knallbonbon verstecken sich auch noch so manch punkige Strukturen, die die Songs in ihrer rohen und schmucklosen Auslegung unterstützen. ANGREPP verzichten also völlig auf Technik und sonstigen hoch musikalischen Schnick Schnack, sondern rotzen ohne Umwege 9 Granaten aus gut geschmierten Rohren. Die schaffen es sowohl a la Motörhead zu rocken (Warfare) als auch bitterböse finsteren und Hass triefenden Geifer zu spucken (For Now I Have Risen) und sogar beides in einen Topf zu schmeißen (Rape, Kill Rock´n Roll). Die coolste Nummer aber dürfte das letzte Stück der Scheibe, „Dictator“ sein, da die zwar vordergründig auch Black Metal „belastet“ ist, aber geschickt mit alten Hardrock Riffs spielt und so einen ganz besonderen Rausschmeißer erzeugt. Die wissen letztendlich ziemlich genau mit welchen Mitteln ein erfolgreicher Angriff zu führen ist. Und wenn die Rahmenbedingungen mit guter Produktion und engagiertem Label stimmen, dann dürfen wir uns auf weiteres Kettengerassel und diabolisches Chaos freuen. 8/10

Wednesday, July 14, 2010

MUCUPURULENT Monsters Of Carnage Cd / Rotten Roll Rex


Sind MUCUPURULENT jetzt bei DYING FETUS angekommen? Ich hatte das live gar nicht so in Erinnerung. So viel trinke ich doch gar nicht! Auf jeden Fall nehmen sie den Groove, so manche Songkonstruktionen und die Art des Gesangs zu breiten Happen von den Amis mit. Ob das nun gezielt geschieht, will ich gar nicht behaupten. Ist auch vollkommen egal, denn „Monsters Of Carnage“ rockt wie die Hölle und nur das zählt! Und so ein Song wie „Muscle Car Man“ schiebt dann auch noch eine AC/DC Note ein, was die Nummer zu einem echten Brecher macht und beweist, dass MUCUPURULENT das richtige Gespür für dreckige und humorvoll bis ironisch angelegte Musik haben und ihre Ideen verflixt gut umsetzen können. Wenn sich irgendwas Grind ´n Roll schimpfen darf, dann nur etwas das genau so klingt wie dieser Plastikdiskus. MUCUPURULENT experimentieren erfolgreich mit einer Mischung aus groovigem Amitod, kompromisslosem Geschredder a la INHUME und einer gehörigen Portion dreckiger BLOOD DUSTER Rock ´n Roll Attitüde. Dass dabei vieles bekannt vorkommt, kann der Band niemand vorwerfen, denn schließlich ist es legitim sich fertige Bauteile zu greifen und daraus ein eigenes Gebäude zu zimmern. Das so entstandene Haus sieht dann sicher auch nicht wie eins aus der Nachbarschaft aus, 5 Straßen weiter könnte aber ein ähnliches stehen. Darüber wird sich letztendlich kaum jemand aufregen, denn drinnen hämmert es wohlig und laut. Vielleicht vibrieren die Fensterscheiben ein klein wenig, aber die Bude ist außer Gefahr einzustürzen. Die Konstrukteure verstehen ihren Job, haben sicher genau so viel Spaß am Bau wie eine vollgetankte Feierabendbrigade, bringen ihr Baby aber mit präziser Sicherheit ins Trockene. Ja, in so was ziehe ich gern ein, da drinnen ist es trocken und feucht gleichzeitig. Trocken wegen des Sounds und feucht weil es Durst macht! „Monsters…“ ist die perfekte Partyhütte mit Kopfschmerzgarantie!
9/10

Tuesday, July 13, 2010

ENTRAILS Tales From The Morgue Cd / FDA Rekotz


Ach du dickes Ei, wo war diese Band bloß in den letzten 20 Jahren? Das geht ja so was von ungehemmt ins neurale Schmerzzentrum. „Tales From The Morgue“ enthält exakt den schwedischen Death Metal Spirit der die Szene der Nordländer groß oder wenigstens bekannt gemacht hat, das ist genau das Händchen für gute Musik, das so einige Veteranen aus dem Elchland heuer verloren haben. Die Band hat sich bereits 1990 gegründet, war zwischendurch lange verschwunden und kommt jetzt mit solch einem Pfund zurück. Mann, hätten die sich nur früher aufgerafft, dass hätte ein Name werden können! Das Album überzeugt in allen Belangen, hat den erwünschten tief gelegten Sound und Songs zwischen Melodie und Riffgewitter so dass es reinweg nix zu mosern gibt. Auch optisch ist zu sehen wo die Reise hingeht, noch bevor der erste Ton die Anlage verlassen hat, 100 Prozent NIHILIST Style! Das sollte letztendlich aber nicht nur ein Produkt für Nostalgiker bleiben, denn ENTRAILS gelingt es mit unglaublich feinfühligem Songwriting Brücken zu schlagen und die großartige Musik der „Pionierzeit“ in die heutige, schnelllebige Chaosgeneration zu transportieren. Natürlich hätten die Stücke durch die Bank weg von Bands wie DISMEMBER und ENTOMBED stammen können und genau so kann man sie heute auch gut verkaufen, aber geschrieben hat sie eben ein weißer Fleck auf der metallischen Landkarte. Und so viel ich weis, stammen sie auch alle aus den 90ern, sind also kein Nachklapp sondern einfach nur verdammt spät ins Licht gerückt. Jeder einzelne unterstützt die morbide Grundstimmung der Scheibe und es fällt schwer das auseinander zu reißen um einzelne Songs hervor zu heben. Dennoch eines der stärksten Stücke dürfte vielleicht „Euthanasia“ sein das mit einer Variante aus dem Titelthema von Phantasm beginnt und sich zu einem gewaltigen Mid Tempo Stampfer entwickelt, der zwischendrin mit echter Gänsehautmelodie die Nackenhaare aufstellt. Ebenfalls eine Monsternummer dürfte das darauf folgende „Evil Obsession“ sein, das mit düsterer Atmosphäre, thrashigen Riffs und recht simplem Aufbau überzeugt. ENTRAILS betören gern mit melancholischen Horror – Soundtracks, bevor sie brutale Ohrfeigen verteilen. Jedes Stück hat so seine Momente und zusammen genommen ergeben sie ein bemerkenswertes Album, das sowohl frisch als auch nostalgisch und ehrlich klingt. Muss ich uneingeschränkt empfehlen! 10/10

Monday, July 12, 2010

BLASPHERIAN Allegiance To The Will Of Damnation Cd / Deathgasm Records


Diese Aufnahmen erscheinen mir wie ein untoter Blutsauger der trotz diverser Widrigkeiten immer wieder den Sargdeckel beiseiteschiebt. Im Original als Mlp erschienen erfreut sich Blaspherian´s etwas tumber und trockener Death Metal seiner 2. Reanimation. Diesmal im Vorfeld der im Herbst (glaub ich) erscheinenden neuen Scheibe. Zusätzlich ist noch ein olles Proberaumdemo mit dem unheilschwangeren Namen „ Sumoning Of Infernal Hordes“ hinten dran gepappt. Nettes Beiwerk, aber eher unnötig. Auf der anderen Seite gibt es wenigstens etwas mehr für die Kohle. BLASPHERIAN ist reinweg nur was für Leute die den Gong noch nicht gehört haben und rigoros auf amerikanischen Old School Death Metal stehen. Nun ja, und jene kriegen etwas schrammlige, ungehobelte und rohe Riffmassaker vor den Latz geknallt, dass sich die Krawatte aufstellt. So was nennt man nicht innovativ sondern konsequent und klingt nach Incantation und so Zeugs. Die Texaner reichen zwar noch nicht an die Klassiker heran, aber immerhin rumpelt es anständig in der Kiste. Das funktioniert wie ein zu schwer beladener Güterzug, der zwar nie richtig Tempo auf nimmt, aber beständig Fahrt macht und immer in der Spur bleibt, jede Steigung mit hörbarem Keuchen und Schweiß auf der eisernen Stirn nimmt. Blaspherian haben das Gaspedal bisher nicht gefunden, wahrscheinlicher noch ist, dass sie gar nicht danach suchen. So stampfen sie mit gängigen aber guten Mid – Tempo Nummern durch den Set und könnten so manch angegrautes Fossil mitreißen. Zugegebenermaßen ist das letztendlich aber auch etwas fade, wenn nicht sogar langweilig und ihr müsst schon mehr als einen Fuß in der Tür alter totmetallischer Klänge haben, denn Blaspherian sind frei von jedweder Technik und gewiss auch nicht die großen Songwriter, die stehen eher für schmucklose Härte. Müsst ihr selbst wissen, ich find´s passabel aber sicher gewiss nicht umwerfend. 5/10

Friday, July 2, 2010

GRAVEHILL Rites Of The Pentagram Cd / Ibex Moon


Ich glaube als sich der dunkle Schöpfer den Death Metal aus seiner schwarzen Seele geschrieben hat, muss er an eine Band wie GRAVEHILL gedacht haben. Deren Musik kommt dem ursprünglichen Gedanken von Tod und Vernichtung in seiner musikalischen Form verdammt nah. Die Songs sind primitiv, unglaublich roh und alles andere als filigrane Perlen brutaler Unterhaltungskunst, von Technik ganz zu schweigen. Ganz im Gegenteil rumpeln die Stücke herzerfrischend sperrig aus den Boxen, triefen vor blasphemischen Anleihen aus der Black Metal Szene, so dass Kreuze zu Hauf kippen und Blut in Gallonen über die Altarsteine des Antichristen fließt. Die Midtempo – Walzen funktionieren Eine wie die Andere nach Schema F was aber gar nicht so schlimm ist, sondern sowohl für zügellose Nostalgie als auch für rüde, grenzenlose Unterhaltung sorgt. GRAVEHIL steht für Blut. Leder, Nieten und sämtliche Klischees die heute oftmals peinlich sind und die trotzdem der Inbegriff von Metal bleiben. Zudem gelingen ihnen Songs, die seinerzeit Acts wie MASTER und vielleicht POSSESSED geschrieben hätten, von den Strukturen her eher an der frühen skandinavischen Szene dran sind als an dem was wir aus den Staaten gewöhnt sind. GRAVEHILL bringen uns mit dieser Scheibe an die Quelle der tödlichen Wahrhaftigkeit zurück und gewähren uns eine Kostprobe extremen Labsals. Und das läuft runter wie heißes Blei, verbrennt sämtliche Geschmacksverirrungen und lässt uns die Wahrheit erkennen…Death Metal ist eine Lebensart ohne Wenn und Aber. Und dazu bieten GRAVEHILL den schnörkellosen Soundtrack! Mucke von engstirnigen, Scheuklappen – tragenden Wahnsinnigen – Irre!
„Rites Of The Pentagram“ ist im letzten Jahr bereits erschienen, die neue Version von Ibex Moon wartet aber zusätzlich noch mit der „Metal Of Death“ Ep auf und sorgt so für lange Spielzeit, ohne Angst vor trögen Stumpfsinn.
9/10