Wednesday, May 19, 2010

DEAD WHORE COMPILATION - Cd


Diese Compilation wartet mit einer ganzen Anzahl südamerikanischer Death, Black und Gore Bands auf, die durch die Bank anständiges Geprügel abliefern. INBREEDING SICK, die den Titeltrack ihres aktuellen Albums „Sodomized And Gutted“ beigesteuert haben, dürften dabei wohl mit am bekanntesten sein. Andere waren bis dato weiße Flecken auf meinem musikalischen Routenplan. SOULINPAIN zum Beispiel – ein dynamischer Vierer aus Chile, der qualitative Höchstleistung bringt, sowohl musikalisch als auch beim Sound. Da vereinen sich brachiale Death Metal Riffs mit Arrangements aus sauberem Thrash Metal a la Slayer.
Mindestens genau so heftig sind ORATEGOD die sich sehr überzeugend als Verehrer von Krisiun und Morbid Angel verkaufen und dem Hörer die Trommelfelle angenehm schmerzhaft zum schwingen bringen. Auch schwarze Belanglosigkeiten tauchen auf der Compi auf, so zum Beispiel TENEBRARIUM, bei denen die Gitarre etwas zu weit im Hintergrund steht aber dafür schöne klassische Metalroots hat. Dafür dominiert ein langweiliges Keyboard, das der Musik die Aggression raubt und den Gesamteindruck recht schwülstig erscheinen lässt. Aber so was ist ja immer eine Frage persönlicher Auslegung. Andere interessante Vertreter der kaputten Kunst der Ohrenpein wären noch ASCOCULTO oder PROFANACION die sich beide mit brutalen Nummern ganz anständig aus der Affäre ziehen. Insgesamt machen 16 Bands ihre Aufwartung und so manche dürfte sich das Anrecht erworben haben ans Licht zu treten. Der Sound ist bei allen Nummern natürlich recht variabel aber durchweg annehmbar und untermauert den Anspruch der Musiker, sei es brutales Gehacktes, technisches Geballer, satanischer Rachedurst oder goriger Schweinkram. Jedenfalls bin ich angenehm überrascht, enthalten selbstgebaute UG Sampler doch häufig nur Müll. Schön dass es Ausnahmen gibt. Meines Wissens gibt es den Sampler für lau im Netz. http://machetazos-zine.blogspot.com/

Tuesday, May 18, 2010

CARDIAC ARREST - Heaven For The Insane Cd / Ibex Moon


CARDIAC ARREST sind nun auf Ibex Moon angekommen, einem Label das deren Musik wohl am meisten gerecht wird - kantiger und spröder Death Metal bei dem schon gar nicht mehr Old School rein geht als drin ist. Der Spirit der frühen Tage kommt bei jedem Song ohne Umwege durch. Das gleiche trifft auch auf den Sound zu, der entweder authentisch roh oder viel zu schrammelig ist und zu wenig Bass abbekommen hat. Das ist abhängig vom persönlichen Blickwinkel. Das Schlagzeug hätte schon mehr Druck verdient so dass die Bass – Drum richtig zur Geltung kommt. Am dichtesten dran an dieser Musik dürften wohl MASTER sein, wer die mag kommt mit „Heaven For The Insane“ prima zurecht. Was den Jungs allerdings nicht gelungen ist, ist einen echten Kracher zu schreiben. Die Nummern sind zwar durchweg gut aber auch keine echte Aufregung wert, da zieh ich doch andere Pulsbeschleuniger vor. Die 9 Stücke sind alle dicht beisammen und in einem Rutsch durch ohne echte Spuren zu hinterlassen. Und das obwohl die Band ihr Handwerk unzweifelhaft versteht. Finde ich etwas schade. Das drängt sich mir das Gefühl auf, die hätten hier einiges liegen gelassen. Die Musiker verschenken so ein bisschen was von dem was auf „Heaven…“ eigentlich hätte möglich sein sollen. Trotzdem ist das Album und seine knappe halbe Stunde sehr unterhaltsam, ist eben urwüchsiger und kerniger Death Metal im mittleren Drehzahlbereich der natürlich auch auf die Tube drücken kann. Wenn man´s nicht so eng sieht dann ist der Band ein anständiger Nachfolger zu „Cadaverous Presence“ gelungen. Einer mit schnellen Drums, markigen Riffs, peitschenden Solis und aggressivem Growls. Passt schon und beim nächsten Mal ist bestimmt noch mehr drin! 6/10

Tuesday, May 11, 2010

NECROMANDUS - Orexis Of Death and Live - Cd / Rise Above Relics


NECROMANDUS winken mit staubigem Outfit aus den Analen der Zeit. Vergleichbar mit BLACK SABBATH bei den rockigen bis doomigen Parts legen die Musiker ein anständiges Brett hin. Jedenfalls gemessen am Aufnahmejahr des Originals 1973. Leichtfertig mit psychedelischen Klängen abgetan, würde man so was heute als progressiv bezeichnen. Nur das eben die instrumentalen Möglichkeiten der Stromgitarrentechnik noch nicht so ausgefeilt waren. Das Prinzip ist das gleiche, oftmals schräg und unkonventionell abseits ausgetretener Pfade. Und so läuft viel über akustische und beschaulichere Parts die manchmal was von LED ZEPPELIN aber durchaus auch von JETHRO TULL haben. NECROMANDUS bewiesen schon damals, das Rock Musik aus mehr als 3 Akkorden besteht, innovativ sein kann, kompliziert, melancholisch, schwer und trotzdem beschwingt auftreten darf. Vielschichtigkeit und Anspruch, mehr zum Hinhören als zum Toben und Saufen. Genau genommen ist die Rille heute jeden Kratzer wert und durchaus zu empfehlen. Der zweite Teil des Albums besteht aus einem Konzertmitschnitt bei dem sich einige Songs doppeln und der Sound doch arg dürftig ist. Aber ist halt bald 40 Jahre alt und somit bleiben kaum Wunder zu erwarten. Gemessen am Alter ist das dann schon anständig. Der Sound der Studiostücke wurde natürlich auch aufgebügelt und der ist erste Sahne. Seiner Zeit hat deren Musik möglicherweise Staub aufgewirbelt und die Band hätte eine nicht zu leugnende Existenzberechtigung gehabt, wären sie am Ball geblieben. Heute hört man so was gepflegt nostalgisch im heimischen Wohnzimmer und streicht über das kahl gewordene Haupt, das einst wallendes langes Haar bedeckt hat. Fazit: angenehme Zeitreise!

Thursday, May 6, 2010

EYETOFUK - Orgazmik Holofukout Cd / Torn Flesh Records


Nach vielfachem Durchhören mit steigender Pein im Gedärm habe ich für mich beschlossen, dass zumindest ich dieses Gerödel nicht brauche. EYETOFUCK ist eine musikalische Randnotiz der Musikgeschichte die der Radiergummi der Zeit schnell wieder aus den Köpfen verschwinden lassen wird. Es geht um nichts anderes als um horizontalen Phantasien gepaart mit Industrial - Beats, schlechtem Computerdruming, verzerrten oralen Gurgelein und wenigstens passablen Gitarrenriffs mit etwas Schmackes. Wenn das Gesamtprodukt ziemlich leer und ideenlos ist, so kann die Gitarre wenigstens ein bisschen was wieder gut machen. Das rettet aber rein gar nichts, da sind Bands wie LIBIDO AIRBAG oder AMOEBIC DYENTERY um ein vieles unterhaltsamer. Außerdem ist der Sound viel zu dumpf um die Gitarre richtig zur Geltung zu bringen. Vermessen klingt dann auch der hausgemachte Vergleich mit BOLT THROWER oder SLAYER, das halte ich entweder für dreiste Dummheit oder pure Provokation. Einen gewissen Drive möchte ich den Songs letztendlich gar nicht absprechen, aber wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, sollte schon was zu bieten haben und nicht nur mit den blanken Knochen klappern. Und das eben haben die 3 überhaupt nicht, das rumpelt an mir vorbei wie ein rostiger Güterzug mit Braunkohle, da achte ich gar nicht drauf, fühle mich höchstens vom Klappern der losen Teile und dem Dreck belästigt. Da ist nichts womit ich mich 5 Minuten später noch auseinander setzten müsste. Und der ganze Pornounsinn hat auch schon sehr lange nichts aufregendes mehr, in Zeiten wo blanke Busen im Nachmittagsfernsehen flimmern, registriere ich das Gekeuche diverser Intros nicht mehr wirklich. Nee, ist alles überflüssig und musikalisch kaum erwähnenswert. Und wem dieses Review zu subjektiv ist der macht sich vom Acker oder schreibt selbst eins. Kostenloser download hier!
2 / 10

Wednesday, May 5, 2010

POWERCUP - Renovate At All Cost - Mcd



POWERCUP ist ein kanadischer Bastard aus Grind und Hardcore mit Hang zum Heimwerkerkönig Tim Allen, woraus zu schließen wäre, dass sie im Baumarkt proben, viel Humor und verständnisvolle Frauen haben . Kann ich nur sagen, gut gemacht Jungs. Das Gewitter, das sie hier musikalisch vom Zaum brechen, ist sehr roh, stumpf und steckt voller Tempo und Energie. Vielleicht nicht innovativ, ganz gewiss nicht, aber trotzdem beinahe eine szenegenaue Punktlandung. Schnelles primitives Gepolter mit einigen Tempoverzögerungen die dann ein grooviges, leicht goriges Feeling aufkommen lassen. So manches Riff sorgt für Wiedererkennungswert, was auch daran liegen kann, dass es nicht auf deren Misthaufen geboren wurde, na ja macht ja nix, was andere können… .Nee, geht schon ganz gut hin, ist so eine Musik irgendwo zwischen BLOCKHEADS, alten NAPALM DEATH und bei den langsamen, scheren Gitarrenparts schimmert MORTICIAN durch. Deckt alles irgendwie ab, von Blast bis Dampfhammer und macht zudem einen schön angepissten Eindruck. Aufgepeppt mit kurzen Intros aus diversen Fernsehshows ist das Gesamtpaket straff verschnürt und sorgt für gute, leicht chaotische Unterhaltung in der Holzabteilung. Erinnert insgesamt an einen anschaulichen Arbeitsunfall an der Bandsäge, kann einen stressigen Tag gelungen abrunden. Der Sound ist derb basslastig, was der Bassgitarre eine noch fettere Note gibt, dabei aber das Schlagzeug bedauerlicherweise etwas schluckt. Die Songs selbst sind alle recht kurz, ist aber bei der künstlerischen Ausrichtung auch kaum anders zu erwarten und nicht negativ zu sehen. Ist eben schön knackig brutal und nimmt sich dabei nicht zu ernst, die richtige Mischung. Hausbauexperten die mal ihr Frustventil öffnen wollen und die Alte und ihr Gezeter von der Baustelle haben wollen, werden an POWERCUP nicht wenig Freude haben. http://www.myspace.com/powercupofficial7/10

Tuesday, May 4, 2010

AX - You ´ve Been So Bad - Ep / Rise Above Relics


Diese Aufnahmen sind alt wie Steinkohle, stammen von 1970 und gehören so zu meiner pränatalen Phase. Unglaublich also, dass die 3 Songs und ihre knappe ¼ Stunde nie das Licht der Welt erblickten. Denn die verkörpern was damals im Kommen war und heute noch beliebt ist, oder respektvoll gesprochen zumindest sein sollte. AX stehen für die Geburtstunde des Metal und lassen sich rein qualitativ in eine Linie mit Bands wie BLACK SABBATH oder DEEP PURPLE bringen. Schick heavy, leicht psychedelisch auf Droge und einige beeindruckende Arrangements aus der Anlage gelockt, was halt die Technik so zuließ und fertig sind ein paar kurzweilige Stücke. Stücke die um einen sehr charismatisch klingenden Sänger herum gestrickt scheinen, ihm auf den Leib geschrieben sind. Musik und Gesang ergeben eine herzzerreißende Symbiose. Wie der Atlantik, mal hohe Wellen mal …na eben keine, aber das Schiff bleibt immer schnittig über Wasser. AX leben sehr gut von ihren blusigen ruhigen Momenten, denen der Sänger eine sehr emotionale Seite verleiht und irgend wie immer klingt als wäre er breit und hätte trotzdem alles im Griff. Hat er auch. Erinnert etwas an Roger Daltrey. Die Graubärte da draußen sollten sich diese EP unbedingt mal geben, ne echte Perle die bisher wohl kaum einer je auf dem Radar hatte. Und so ist es Mr. Lee Dorrian nicht hoch genug anzurechnen, dass er dieses Juwel poliert und im Rahmen seiner Klassikerserie veröffentlicht hat. Wäre schade gewesen, wenn uns diese kanadischen Altrocker entgangen wären, auch wenn deren Qualitäten erst nach 40 Jahren über den Teich schwappen. Wertung lass ich mal weg, läuft außer Konkurenz

LOW TWELVE - Splatter Pattern - Cd / DBC Records


Diese amerikanische Metalband veröffentlicht ihr Album über das hauseigene Label. Der Grund dafür ist entweder weil sie so alle Fäden in der Hand haben oder aber weil niemand deren Zeug haben wollte. …reine Spekulation. LOW TWELVE steht vornehmlich für Hardcore mit Thrasheinschlag und erdigen Metalwurzeln. Musikalisch ist das wohl am ehesten so was wie PANTERA aber leider ohne deren geniales Songwriting und Power. Nüchtern betrachtet ist „Splatter Pattern“ gewiss kein übles Album, jedoch in allen Belangen viel zu stumpf um tatsächlich zu überzeugen. Der Sound ist nicht gerade prall, wenig druckvoll und auch das Songwriting selbst ist, auch wenn es mit einigen guten Momenten aufwartet, über große Strecken eher bieder um nicht zu sagen langweilig. Zudem gehen die heiseren HC Shouts alsbald auf die Nerven, da sie vollkommen gezwungen und gequält klingen und nichts von der Lockerheit anderer Bands der Szene haben. Nein, so einen richtigen Arschtritt verteilen die Jungs leider nicht. Wenn deren Musik denn für was steht, dann für Schwergewichtiges. Und da es den Songs nicht gelingt zu Highspeedstücken zu mutieren, bewegen sie sich ungemeinen behäbig und klingen dann doch wieder positiv heavy, hat was von Dampfwalzenmentalität. Alles kann ja auch nicht Kacke sein, irgendwas müssen die ja richtig machen. Zumindest lässt sich so ihre Beliebtheit erklären. Lyrisch verzichten sie auf Oberflächlichkeiten, beschäftigen sich mit politischen / geschichtlichen Ereignissen jüngster Vergangenheit und sind dabei auch gute amerikanische Patrioten.
Fazit: „Splatter Pattern“ ist beileibe kein schlechtes aber trotzdem tendenziell durchschnittliches und furztrockenes Album ohne Aufreger.
5/10

Saturday, May 1, 2010

VON BÖÖM - Punkrockterrorists - Cd / FDA REKOTZ


25 Jahre hinter dem Mikro lassen den Sänger dieses schwedischen Chaoskapelle klingen wie ein panisches Huhn nach maßlosem Nikotin und Alkoholmissbrauch, heiser, etwas schrill, extrem kratzig, völlig unharmonisch und weit von der natürlichen Stimmlage entfernt. Aber ein viertel Jahrhundert unbedachte orale Kotzerei hinterlässt zwangsläufig massig Abrieb. Für Außenstehende ist das sicher nicht mehr schön anzuhören, dieses heisere und aufgeregte Gekrächze. Zur Musik von VON BÖÖM passt das aber wie der Deckel auf den sprichwörtlichen Topf. Denn auch musikalisch geht deren Crustpunk (wie die Szene im Allgemeinen) nicht auf Schmusekurs sondern versorgt den gebeutelten Hörer mit kurzen und zackigen 3 Akkorden und einigen Mitgrölhits (sofern ihr des schwedischen mächtig seid). Experimentiert wird auf „Punkrockterrorists“ nicht, der anarchische Krawall ist ganz traditionell und hält sich an die Regel des Punk. Nur nicht zu musikalisch, lieber kantig in die Fresse. Harmonisch und schön muss es nicht sein, Hauptsache laut, das reicht. Unter dieser Prämisse verbreitet der versoffene Haufen einigen Spaß und wenig instrumentalen Anspruch. Jener war auch nicht zu erwarten und das Fehlen stellt bei der Band kaum ein Manko dar. 16 rohe Punkschrapnelle im politisch linken Konsens. Vielleicht hängen sie der Zeit etwas hinterher, oder aber sie lassen sich von außen nicht beeinflussen, Fakt ist, dass VON BÖÖM tatsächlich Punk mit allen Schikanen und Fehlern sind und Fans dieser Art unbedingt ansprechen werden. Das ist Mucke die der Szene an die Wurzel geht und nichts für Freizeitrevoluzer und Möchtegernaussteiger. Wer auf laut und holprig steht und mit einem von Klischees angegammelten Image leben kann, der wird an diesem Album über Wochen Gefallen finden.
7/10