Thursday, December 31, 2009

RAZORRAPE - Unleashing The Shemales Of Vengeance - Cd / Rotten Roll Rex


Holla die Waldfee, was kommt denn hier. Klingt doch tatsächlich so, als wäre das Geprügel im ländlichen Schweinekoben aufgenommen worden. So als würde Orwell´s „Animal Farm“ akustische Wirklichkeit. Hier ist scheinbar ein ganzer Gutshof im Aufstand begriffen und alles Viehzeug brüllt nach Leibeskräften um imaginäre Ketten zu sprengen. Mein lieber Bauer, da tust du mir leid, so wird das nichts mit der Suche nach der Frau, die wird schneller rennen als die Kohorten von brüllenden Vierbeinern sie verfolgen können. Ochsen, Schweine, räudige Köter, alles artikuliert seinen Unwillen gegenüber der tristen Allgemeinsituation und plädiert für sexuelle Freiheit untereinander. Bulle mit Sau, Hund mit Schaf, Bauer mit Ziege, Magd mit sich selbst. RAZORRAPE werden das Landleben revolutionieren, ihre Visionen über den nächsten Koppelzaun tragen, für gebührende Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit sorgen. So und nur so kann dreckiger und unverschämter Goregrind funktionieren, lasst eure Mütter daran teilhaben, stärkt eure Rolle in der Gesellschaft, werft eure Keuschheitsgürtel auf den Misthaufen! Jawohl ich bin für die sexuelle Befreiung unterdrückter animalischer Minderheiten mit Hilfe von Schweinetreibern und Brandeisen. Und ja, ich bin politisch inkorrekt, wenn ich sage, dass ich meinen Hund geliebt habe bis er starb! RAZORRAPE machen sich stark für dich, engagieren sich für deine versteckten Triebe, wollen dir helfen, dein Selbstbewusstsein zu stärken. Hosen runter und Gore für alle. Und um in den vollen Genuss der Botschaft der Brüder aus Schweden zu kommen, lasst das Album durchlaufen und genießt einen echten Schweineblues, purer Sex! Ach ja, Schweden, musikalisch haben die mit ihrem Land reichlich wenig zu tun. Wenn ihr rein genital schon befreit seid und euch nur der Musik, ganz ohne Hintergedanken widmen wollt, dann stellt euch auf fit und brutal produziertes Gerammel der Marke JIG AI, MINCING FURY…, PIGSTY, SPASM ein. Sex ist animalisch! 9/10

Tuesday, December 29, 2009

OBSCURE OATH / SLAUGHTER OF THE INNOCENTS - Split Cd / Rotten Roll Rex


OBSCURE OATH haben über die Jahre schon einiges an Musik ausprobiert aber nie etwas tatsächlich verwertbares abgeliefert. Das ändert sich nun endlich, mit ihrem Teil der Split Cd vermöbeln sie opferwillige Ohren ohne Vorwarnung. Grindcore mit Schmackes und recht moderner Ausrichtung, der vor allem gesanglich viel zu bieten hat. So ist es wohl doch die richtige Entscheidung gewesen, den Harmonizer zurück zu schrauben und auf andere Variablen zu setzen. Das macht die Musik ganz sicher interessanter und auch markanter. Sonores Goregeschredder wäre auf die Dauer wieder nur ein Abstellgleis, dass sich nun mit genug Ideen im Koffer gut umfahren lässt. Ansonsten ist das Schlagzeug göttliches Gepolter und auch der Rest inklusive Sound passt. Is alles schön rund, klingt gut durchdacht. Aber nach so langer Zeit wäre ein Schnellschuss auch enttäuschend gewesen. Und was deutlich zu hören ist, OBSCURE OATH sind alles andere als eine Spaßnummer, denn bei aller Spielfreude setzt jedes Stück durchaus ernsthafte Akzente. Gut gemacht.
Selbiges kann ich von SLAUGHTER OF THE INNOCENTS wenigstens aus subjektivem Blickwinkel nicht uneingeschränkt behaupten. Die klingen wesentlich chaotischer und nach purem Old School Grind. Das ist generell natürlich cool, wenn das Endprodukt aber an ein tollwütiges Wiesel erinnert, das im Geräteschuppen gegen die Bretterwände donnert und alle Gartenutensilien auf den Betonfußboden poltern lässt, dann ist das schon bedenklicher. Der Lärm scheppert gewaltig und könnte so manchen Nerv leicht überanspruchen. Zu viel Bass und ein Schlagzeug mit Türstoppersound bei Orkanstärke, das ist nicht ganz ungefährlich. Musikalisch geht das abgesehen vom übersteuerten Gepolter jedoch durchaus in Ordnung und verbreitet eine schick dreckige Atmosphäre, wie ich sie einfach bei einer Band, die guten britischen Grindcore verehrt erwarte. Müsst ihr halt nur ein bisschen an eurer Anlage justieren und es lässt sich einigermaßen ertragen. OBSCURE OATH liefern aber den stärkeren Part, klingt engagierter. Deshalb 7/10 Punkte

Sunday, December 27, 2009

RAPED BY PIGS - Contamination Of Whores - Ep


Selten haben Bandname und Musik besser zusammen gepasst als bei diesem Trio. Nun jedenfalls wenn ihr genug Fantasie besitzt um euch den Vorgang tontechnisch beschreiben zu lassen. RAPED BY PIGS ist brutales und geschmackloses Gematsche und Geknurre, lehrbuchartiger brutaler Slam – Death – Metal. Es erwartet euch eine ösophageale Vollbedienung aus dem Schweinekoben, anständige Riffs, bollerndes Schlagzeug und passende Tempovariationen. Klingt zwar ganz schön undifferenziert, da der Sound nicht mehr hergibt, aber die Typen haben ein solche Chuzpe, so viel Spaß an dem was sie verbrechen, scheinen so verdammt großkotzig selbstsicher zu sein, dass ich darüber hinwegsehen muss.
Für Fans von stumpfsinniger und gleichzeitig unterhaltsamer Instrumentalkunst der Marke DEVOURMENT ist das sicherlich das Richtige und mehr ist auch nicht drin. Aber damit übertreffen sie trotzdem den Großteil gleichgerichteter Bands, denn qualitativ ist das Material bestes Futter für eine aufreibende Circlepit, kein Sahnehäubchen auf dem Bauchnabel deiner Schwester aber unglaublich unterhaltsam und vor allem wirklich brutal. Dazu kann man auf der Bühne posen wie der Gockel mit aufgeplusterter Brust auf dem Scheißeberg und davor mit ernster Mine einen Bärentanz aufführen. Das ist eindeutig eine Band, die ihren Faves auf die Finger schaut, schnell lernt und nicht mehr will als das zu machen was ihnen selbst gefällt. Ich glaube die setzten nicht den Anspruch irgendwelche Erwartungen erfüllen zu müssen, brauchen nur ein bisschen Schulterklopfen als Anerkennung. Und das will ich jetzt mal tun, auch wenn die Punktevergabe etwas optimistisch sein mag 7/10 http://www.myspace.com/rapedbypigs

Friday, December 25, 2009

PANKREATITE NECRO HEMORRAGICA – Filty Body Spittoon – Ep


Pack dein Schlachtermesser ein, nimm dein kleines Schwesterlein und nischt wie rin ins Schlachthaus. Ja wir laufen wie der Wind durch den gefliesten Flur geschwind und dann sind wir bald beim Fleischer. Hei wir tummeln uns im Blut, wie die Maden das ist fein und nur deine kleine Schwester, nee die schmeißen wir mit hinein. Pack die Knochensäge ein, nimm den Rest vom Schwesterlein, denn um 8 ist Abendbrot.
So funktioniert Musik bei pädophilen Irren, die Latexschürze umgebunden, einen Eimer Schweineblut ausgekippt ins Mikro gekotzt und es ist angerichtet. Hack, Schlitz, Rülps, Splatter, kein Wunder bei Namen wie Abnormal Butcher oder Molestator Cheap. Das reicht´s hinterher nicht mal für ein christliches Begräbnis und was soll eigentlich auf den Grabstein.
„Hier ruht der Bekloppte, der sein medizinisches Wörterbuch ins mongolische übersetzt hat“? Und wer denkt sich solche Titel aus „Intestine Ground Crushed Lungs And Twisting The Torso Violent“ oder „Severe Explosion And Bleeding In Malignant Mal Sexual Organ“? Reicht es nicht, wenn der Gorebegnadete sich das weibliche Geschlecht als willige Vorlage gestörter Fantasien auf das Reißbrett legt. Müssen das jetzt auch noch wir Schwanzträger sein? Wie kann nur irgendjemand Freude empfinden, den Hodenkrebs seines Nachbarn zu besingen oder eine Ode an den toten Fötus zu komponieren? Da machen wir uns Sorgen um Klimagipfel und Schurkenstaaten, lächerlich! Letztendlich macht mir der ganze Scheiß noch mehr Angst, wenn ich mir vorstelle, dass solche Individuen nach getaner Arbeit mit der Familie am Abendbrottisch sitzen und die Schüssel mit grünem Salat rumreichen. Echt pervers!
www.myspace.com/cauterizedproductions 4/10

HEADHUNTER D.C. - God´s Spreading Plague - Cd / Ibex Moon


Dieses Album ist bereits vor 2 Jahren in unseren Breiten via OBSCURE DOMAIN erschienen und wird jetzt mit diversen Bonussongs im Digipack – Format neu aufgelegt.
HEADHUNTER D.C sind Brasilianer, die seit über 20 Jahren im Undergrounddschungel herumirren ohne es bis ans Tageslicht geschafft zu haben. Nun ja, der Busch verschluckt mehr als nur Licht, aber die hier haben noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil zeigen die Recken Satans ganz schön dicke Eier mit Leder, Nieten und einer ungebremsten Verbalattacke gegen alles was sich unter dem Kreuz versammelt. Dieses Album bietet coolen und starken Old School Death Metal auf Christenjagd so wie er klassischer nicht sein könnte. Allerdings hat die Musik wenig mit dem zu tun, was wir sonst so an technischen Geschwindigkeitsfanatismus aus südamerikanischen Gefilden gewohnt sind. Nein, das erinnert doch viel mehr an mitteleuropäische Death-, und Thrashbands alter Tage. Vielleicht ist die Musik nicht unbedingt als originell zu bezeichnen, sorgt aber schon allein durch die variable Vokalakrobatik für Abwechslung und eine gewisse Atmosphäre. Die Songs haben so wohl amtliches Midtempo Riffing zu bieten, als auch feistes Gedresche und klassisches Gefrickel, alles in recht ausgewogenem Maß. Irgendwie haben die Typen es doch geschafft, den Spirit von damals ins heutige Zeitalter zu retten. Ja, das kann sich schon hören lassen, kann man (und Frau) genießen. Kompromisslose Musik als Support für Tod und Teufel, kein übermäßiger Aufreger aber schon ein satter Nackenbrecher! 7/10

Thursday, December 24, 2009

DIVINE EVE - Vengeful And Obstinate - Mcd / Ibex Moon


Und wieder taucht eine Band aus der Versenkung auf und knüpft da an, wo andere aufgegeben haben. DIVINE EVE zelebrieren den Sound ganz früher toter und schwarzer metallischer Tage. Da steckt viel Tom Warrior und HELLHAMMER drin, aber auch die Sonne Floridas und XECUTIONER. Zudem erinnert mich manches auf Grund der Rhythmusgebung an frühe BATHORY. Das nenne ich doch mal ein solides Grundgerüst.
Die 4 Songs sind ziemlich düster und blasphemisch, treffen inhaltlich den Kern, den früher Todesmetall eigentlich ausgemacht hat, bevor Gedärme geflogen sind und vieles einen Spaßfaktor angedichtet bekam. Wenn in diesem Genre von Ernsthaftigkeit geredet werden kann, dann trifft das auf DIVINE EVE durchaus zu. Die Stücke sind in vielen Abschnitten vielleicht eher minimalistisch, mit ihrem doomigen (CATHEDRAL) Tempo jedoch (wenigstens) im nostalgischen Sinne pure Gänsehaut. Zugegebenermaßen bezweifele ich aber, dass damit heute mehr als die alten und langsam ergrauenden Herrschaften der Kuttenträgergilde aus den Schatten gelockt werden. Dafür fahren heute zu viele Züge und die vor allem schneller als damals. Na ja, vielleicht täusche ich mich auch, wäre diesmal durchaus angenehm. Und da DIVINE EVE nun auch keine Unbekannten sind und in den frühen 90ern Kampferfahrung gesammelt haben, wäre gebührende Anerkennung nur fair. Schauen wir einfach mal, ob die drei alten Herren heute mehr Luft haben als einst. DIVINE EVE sind die pure Essenz schwarzen Death Metals! 8/10

Wednesday, December 23, 2009

NEUROLEPSY - Disintegrated Cognizance – Mcd


Diese Mcd ist im Rahmen der Sevared Records Demo Serie erschienen und präsentiert absolutes Frischfleisch. Die Jungs sind bis auf den Fronter alle unter 20 und wissen doch schon, wie anständige Musik aus Papis Keller zu klingen hat. Ich bin jedenfalls angetan. Die 6 stücke schaffen es wirklich zu überraschen und legen einen geschickten Spagat verschiedenster Stilelemente des Death Metal hin. Glücklicherweise ohne zu sehr nach nervigen modernen Sounds zu tönen. Der Spaß liegt irgendwo zwischen DEEDS OF FLESH, SKINLESS und GORGUTS. „Disintegrated Cognizance“ ist zum einen erwartungsgemäß brutal mit gängigen Vokalverrenkungen, drückt in punkto Geschwindigkeit so wohl auf die Tube als auch auf die Bremse ( im Sinne von Old School Bands ohne angesagten und bald ausgereizten Slam – Faktor) und bietet zudem kurze progressive bis jazzige Farbtupfer. NEUROLEPSY können sowohl mit akustischen als auch mit erdbebenartig heftigen Ausbrüchen glänzen. Nun mag vielleicht der eine oder andere denken, die Band hätte möglicherweise noch nicht zu ihrem Stil gefunden, wenn sie so viele Sparten beackert aber Tatsache ist, dass gerade die Mischung und Unberechenbarkeit der Musik die eigentlichen Trademarks sind. Natürlich solltet ihr als Hörer auch etwas experimentierfreudig sein, aber keine Angst ihr werdet sicher nicht überansprucht. Das Songwriting liegt durchaus in geschickten Händen. Wenn die Band langen Atem beweist und sich durchsetzt, könnte da noch was interessantes auf uns zukommen, genug eigene Ideen scheinen zumindestens vorhanden. http://www.myspace.com/neurolepsy 8/10

Sunday, December 20, 2009

VĖŽYS - Demo


Bei VĖŽYS handelt es sich um eine Sludge/Gore Nummer. Die Stücke kommen also stilecht daher, sind zäh wie Asphalt unter der Sommersonne und so was von minimalistisch, Kinder so was muss Schneewittchen gehört haben nachdem sie in den Apfel biss und weggerazt ist. Langsamkeit muss neu definiert werden, aber genau so langsam und unglaublich basslastig die ganze Produktion auch ist, genau so bedrohlich wirkt sie. Ist jedenfalls ganz finsteres Zeug mit übergroßem Schleppanker und richtet sich nur an Genrefans. Alle anderen werden sich zu Tode langweilen. Jeder Titel ist mit einem klischeebeladenen Filmintro „aufgemotzt“ und der Gesang (lach mich schlapp) ist ein einziger Harmonizerexzess von Verdauungsblubbern bis hin zur defekten Wasserspülung in einer russischen Bahnhofstoilette.
Dieses Demo ist wahnsinnig stumpf und trocken, ohne echte musikalische Herausforderung und trotzdem nicht uninteressant. Schon allein aus so wenig Vorlagen und permanentem Schweben über dem instrumentalischen Nullpunkt tatsächlich so was wie Songs zu machen hat schon was für sich. Und um das dann noch zu veröffentlichen bedarf es schon mächtig dicker Eier. Also geben wir der Sache eine Chance…wenn die angestrebte Zuhörerschaft vorher nicht einpennt. Denn Fakt ist, am Morgen solltet ihr so was nicht hören, da wird der Kaffee wieder kalt, die Bahn ist weg und ihr kommt viel zu spät zur Arbeit. VĖŽYS ist die Hölle für hektische Tempojunkies! http://www.myspace.com/vezys 6/10

Friday, December 18, 2009

DINOZAURAS / ANALINIS ORATORIUS Split Ep


Bei DINOZAURAS handelt es sich um ein Cyber-Grind Projekt, das zwar verdammt anspruchslos aber auch irgendwie cool klingt. Das Ganze besteht scheinbar aus Pitshifter (langweilig), Drumcomputer (sehr dezent) – klappert wie ein alter Zweitakter ohne Öl und tief gelegtem, kaum vernehmbarem Sechsaiter und einer Bassgitarre, die ganz langsam und damit richtig trocken vor sich hin knattert. Diese Bassläufe sind das reizvolle und erinnern am Rande an die coole Filmmusik zu SIN CITY. DINOZAURAS baut auch in etwa eine vergleichbare Atmosphäre auf, quasi Musik in schwarz/weiß mit einigen künstlerischen roten Flecken. Handwerklich nicht ungeschickt aber nur was für Freaks, verdammt spaciges Zeug., der letzte Song hat sogar eine deutliche Industrialnote. Ob ich das nun alles empfehlen kann, weis ich gar nicht, so was lässt sich wirklich nicht objektiv betrachten. ANALINIS ORATORIUS dagegen ist absoluter Dreck, Gorekacke – unmotivierter Krach. Den könnte meine Nachbarin auch, wenn sie mit ihrem Staubsauger das Haus terrorisiert…macht sie wahrscheinlich auch. Braucht keiner und hat kaum was mit echter Musik zu tun. Pitshifter bis ultimo hochgedreht und damit völlig überzogen – klingt wie ein ersaufender Elefantenbulle. Die Klampfe ist billig auf 3 Akkorde limitiert und hat zudem so was von überhaupt keinem annehmbaren Sound, dass man dem Typen eine scheuern müsste anderen so einen Hundeschiss vor die Tür zu legen. Alles überflüssig, nervig und nicht mal biologisch abbaubar. Mann Kerl, verpiss dich wieder unter deinen Stein! 4/10 (zu Gunsten von DINOZAURAS) http://www.myspace.com/dinozauras

Wednesday, December 16, 2009

BLASTANUS - Odd - Cd


Dieses Album der finnischen Pisasieger liegt irgendwo zwischen AGORAPHOBIC NOSEBLEED und CRYPTOPSY. Geht nicht? ...Geht doch! „Odd“ verbreitet ungebremsten Blast inklusive Herzinfarkt fördernder Hektik und schräge oder zumindest nicht immer gängige Kompositionen. Außerdem ist die Scheibe echt brutal und technisch auf der Höhe der Zeit. Allein die Leadgitarre benimmt sich wie die Ratte in der Box, ändert pausenlos die Richtung und ist in ihrem Verhalten kaum berechenbar und häufig unharmonisch. Gut nur, dass der Spaß nicht völlig ausgereizt wird und die Songs so doch noch nachvollziehbar und eingängig bleiben. Der Gesang ist ein vis a vis tiefen Gebelfers und völlig chaotischen Gekreisches in bester NASUM Gangart. Fakt ist, dass ein irrer Haufen 16 irre Nummern hingeschmettert hat und wir sie nun fressen und verdauen sollen. „Odd“ schmeckt ganz gut, wenn es nicht unbedingt Hausmannskost sein muss, es ist dynamisch und etwas extravagant angerichtet aber es könnte auch Pappi munden, wenn er fähig ist, über seinen Tellerrand zu schielen. Diese Schlachtplatte folgt in bester Tradition amerikanischen Death Grind Kapellen, ist innovativ, steckt voller eigener beinahe wahnwitziger Ideen, hat keine Angst sich mal aus dem Fenster zu lehnen, bleibt risikofreudig und hat Monotonie aus dem hauseigenen Vokabular gestrichen. Bei all dem ideenreichen Songwriting ist es kein Wunder, dass BLASTANUS bei fast jeder Nummer noch einen draufpacken und immer wieder zu überraschen wissen. Ist alles ziemlich schräg und extravagant und killt trotzdem wie Hölle.
Für Fans von CEPHALIC CARNAGE und Co! http://www.myspace.com/blastanus1
9/10

Monday, December 14, 2009

SEPSIS - With No Mercy - Cd / Metal Age


Die Tschechen von SEPSIS versuchen in die Fußstapfen so großer wie SUFFOCATION zu treten. Und dabei stellen die sich gar nicht so blöd an. Zum einen beherrschen sie den brutalen Part mit heftigen Riffs, zweistimmigem Gesang (einer tiefer als der andere), pfeifenden Obertönen und andrerseits stimmen die technischen Anlagen bis hin zu progressiven Tempowechseln und Umbrüchen auch. Das alles ohne zu sehr zu strapazieren. Allerdings auch ohne zu viel Aufsehen zu erregen. SEPSIS sind richtig gut aber auch nicht der absolute Burner. Das ist wahrscheinlich so wie so schwer. Prinzipiell packen die alles ins Weihnachtspaket, was rein muss, aber das Schleifchen hätte sorgsamer gebunden werden können. Zum Beispiel passt das orale Ochsengefurze nicht so unbedingt zum Rest der Musik, die Growls dafür selbstredend. Bei den Brüdern hier pfeifen interessante Songs durch, prima in Szene gesetzt und trotzdem ohne echte Akzente. Bei den spielerischen Voraussetzungen geht da zukünftig bestimmt noch mehr. Schick umgesetzt ist das Instrumental zum Abschluss, das eher melodisch und verspielt aber auch recht komplex daher kommt. Das mag augenscheinlich nicht zum Rest der Songs passen, zeigt aber, welche Möglichkeiten SEPSIS noch offen stehen. Das auch ohne ihre brutale Musik aus den Augen zu verlieren. Generell beeindruckend ist mal wieder das Schlagzeugspiel, wo so mancher noch vor 10 Jahren den einen oder anderen Schlagzeuggott bewundert hat, spielen die heute alle so. Schnell und präzise, manch einer mit, manch einer ohne technische Unterstützung. „With No Mercy“ ist schon ganz cool, weil trotz leichter Schwächen nicht dilettantisch, hört mal rein!
7/10

Friday, December 11, 2009

CANNIBAL ACCIDENT - Cannibal Accident - Cd


Ich bin immer wieder froh, wenn die unüberschaubare Flut an Veröffentlichungen noch für Überraschungen gut ist. Und dazu zähle ich sei Neustem auch CANNIBAL ACCIDENT aus Finnland. Die haben wirklich das Zeug, jedem die Rübe vom Stumpf zu kloppen. Sie selbst sehen sich in der Tradition diverser Old School Grind Bands, aber das stimmt nur bedingt. In der Basis ist das schon korrekt, aber die Songs klingen da schon eher nach Bands wie BLOOD DUSTER, NEUROPATHIA und GOUHLLUNATICs und ihrem geilen Album „Sabacthany“. Dazu noch einige gorige und brutale Schmetterorgien in etwa wie CLITEATER und fertig ist der Eintopf. Was ich damit zum Ausdruck bringen will, das Album rockt wie die Sau! Nummern wie „Fleshwalker“ stehen da Gewehr bei Klumpfuß als vereidigter Zeuge zur Vernehmung bereit. Das ganze Ding ist voll gestopft mit Hammer Gitarrenriffs, beinahe spektakulär! Und so sind die Finnen quasi doch am selbst erkorenen Ziel angelangt, Grindcore mit Moshparts aufzupeppen. Experiment gelungen! Natürlich ist das trotz aller Lobhudelei schamlos zusammen geklaut, CANNIBAL ACCIDENT pflanzen den Urwald nicht neu. Aber wenigstens haben sie sich überaus geschickt bedient, und das Ergebnis gibt dieser offensichtlichen Respektlosigkeit durchaus recht. Und respektlos sind auch die beiden Coversongs, die am Album noch hinten dran bammeln. „Stay Hungry“ von Twisted Sister. Wenn Mr. Snider das hört, kriegt der cerebrale Diarrhoe! Und dann noch was von Nephritis, einer alten finnischen Death Metal Band. Kannte ich vorher auch nicht. Die Nummern hätte das Album nicht gebraucht, sind aber ganz nett. Der Rest ist gnadenlos fett! Hört da unbedingt rein! http://www.myspace.com/cannibalaccident 9/10

Thursday, December 10, 2009

MASTIC SCUM - Dust - Cd / Twilight


Bei MASIC SCUM hat sich einiges getan. Mit den letzten Besetzungswechseln variiert auch die Musik ein Stück. Da verlieren MASTIC SCUM vielleicht etwas ihren Wiedererkennungswert. Zum Beispiel der unverwechselbare Gitarrensound muss nun auch wuchtigen und modernen Grindcoreeinschüben weichen. Die sind zwar recht gut aber nicht wirklich MASTIC SCUM. Muss man sich noch dran gewöhnen, lässt so ein bisschen das Exklusive hinten anstehen. Aber so frappierend ist es ja auch nicht, so kriegen wir immer noch massig fette Riffs entgegen geschmettert. Der echte alte Grindcore ist dahingegen mittlerweile Geschichte. Die MUSIK bewegt sich zwischen frischem Death/Grind Metal, einigen Hardcoreeinlagen, ein bisschen LENG TCHE und geschickt platzierten Solis. Auch wenn die manchmal etwas aufgesetzt klingen. Das Album hat weniger Groove (immer noch genug) als das geniale „Mind“, walzt und donnert dafür eine ganze Ecke roher. Tatsächlich ist das auch gut so, zeigt es doch deutlich, dass hier eine Band mit Herz und Verstand arbeitet und versucht nicht der Stagnation anheim zu fallen. So kommt auch mit „Dust“ keine Langeweile auf, zeigt sich technisch auf der Höhe und weis zu unterhalten. Das neue Album ist verdammt wuchtig ausgefallen und der Sound von Andy Claasen über alle Kritik erhaben. Auf der anderen Seite sind MASTIC SCUM aber leider auch schon bessere Songs gelungen, von den aktuellen sticht keiner sonderlich heraus und vielleicht ist nach so vielen Jahren der Bandgeschichte etwas die Luft raus. Aber so weit will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. „Dust“ ist anständig, wenn auch nicht überragend. 6/10

Wednesday, December 9, 2009

GOREZONE - Brutalities Of Modern Domination - Cd / EXTREEM MUSIC


GOREZONE haben diesmal augenscheinlich alles richtig gemacht. Das neue Album hat endlich mal Biss, ist brutal, technisch beeindruckend, knallt wie göttliches Donnerwetter und brüllt uns mit geschickt getimtem Doppelgesang in die immer blasser werdende Visage. Das Tempo ist ungemein hoch und hinter all dem Geprügel verstecken sich auch noch progressive Elemente. Außerdem ist das Schlagzeug so tempoverliebt, dass es im Verbund mit der Gitarre schon beinahe hektisch wirkt. So als wäre das ganze Unternehmen entweder ständig auf der Flucht oder auf Verfolgungsjagd. Könnt ihr euch aussuchen, aber hört euch nur mal „Driven By Cells Of Bigotry“ an und ihr versteht was ich meine. Die Temposteigerungen, in Momenten in denen ich glaube noch schneller geht´s nimmer, sind beeindruckend und das zusammen mit den erwähnten progressiven Einschüben ist schon was ganz Spezielles. Nach bisher eher mäßigen Releases ( meist den Sound betreffend, aber auch musikalisch irgendwie noch nicht am Ziel) kann „Brutalities Of Modern Domination“ in allen Belangen punkten. Um ehrlich zu sein, hätte ich mit so einem ausgereiften Album nicht gerechnet, auch wenn ich immer daran glauben wollte, dass GOREZONE es eigentlich drauf haben. Und jetzt müssen sie keinen Vergleich mehr mit Bands wie ORIGIN oder MISERY INDEX scheuen, das ist die selbe Liga und ich will nur hoffen, dass das auch überall so ankommt. Ans Ohr legen kann ich das Album all jenen die auf brutale und anspruchsvolle Musik stehen, keinen Bock auf eintönigen Stumpfsinn haben und mit der einen oder anderen Überraschung leben können. Ist momentan mit Muss eines der stärksten Releases aus heimischen Gefilden, wenn es um Death Metal geht! 9/10

Tuesday, December 8, 2009

ROTTEN CADAVERIC EXECRATION - Execrate - Demo


Und wieder ein Eimer voll frisch gemeuchelte Innereien von der Schlachtbank des guten Geschmacks. Hart, brutal, schnell, blutig, pietätlos, provokant wo es nichts mehr zu provozieren gibt. Zerhackte Leichen haben Carcass schon vor 20 Jahren gesellschaftsfähig gemacht. R.C.E. ist Musik für überbeanspruchte Nackenmuskulatur und nachfolgende Kopfschmerzen, mehr mit dem Arsch produziert als mit dem Kopf gedacht. Die Brasilianer, die das hier verzapft haben, folgen zumeist brutalem US Death Metal von der Stange und dazu viel Goregrindgepolter. Der Sound ist gut und es gibt bestimmt auch viel schlechtere Bands als R.C.E. Die Gitarrenarbeit ist ganz ordentlich, das schreddert amtlich und wiederholt sich ganz allgemein nicht zu häufig. Der Gesang ist eher langweilig, auch wenn der Kerl tatsächlich versucht richtig Worte auszuwürgen. Irgendwie hat dieses Demo mit seinen 6 kurzen Krachern auch eine Existenzberechtigung, selbst wenn es aus der Masse kaum heraus sticht, keine echten Akzente setzen kann. Halb verdaut ist immer noch besser als gleich gekotzt! Um sich einen heißen Satz Ohren zu holen ist es allemal tauglich und wer dann noch mit Splatterimmage, doofen Intros und sonstigen Klischees mehr Spaß hat als mit deutscher Bundespolitik, der darf sich dieses Geballer gern ohne schlechtes Gewissen geben.
Sex, Drugs and Rock´n Roll werden wieder mal gnadenlos pervertiert! Die Band bietet ihre Schlachteplatte wohlweislich als download an: http://www.myspace.com/rcegrind Gorekreischbrüllkotzabdierübe 6/10

Monday, December 7, 2009

COATHANGER ABORTION - Dying Breed - Cd/ Comatose Music


Um manche Bands wird einfach zu viel Rabatz gemacht. Sicher, das neuste Baby auf Comatose Music ist wieder ein brutaler Kracher, der aus der Versenkung auftaucht. Und na klar schreddert das wie wild. Aber tun sie das nicht alle da drüben hinterm Teich. Wer soll denn bei so viel Gelärm noch den Überblick behalten. Generell sind COATHANGER ABORTION nur eine Band von vielen, die den Lärm fabrizieren der den Amis so gern abgekauft wird. Das Zeug hat Groove und Slam wie erwartet und rattert aber meistens schnell über viel befahrene Gleise. Der Drummer prügelt wie ein Gaskranker, Obertöne pfeifen aus den Boxen und tumbe Intros versuchen das Bild abzurunden. Ist alles auch bestimmt nicht schlecht und macht sogar Spaß, bietet aber keinen Raum für Innovationen, das habe ich alles schon verdammt oft gehört. Letztendlich bleibt ein passables Album einer Band die genau so schnell wieder verschwinden wird wie sie aufgetaucht ist. Für brutale Allesfresser sicher interessant, wer aber auf den Aha- Effekt lauert und beim Musik hören auch gern mal leuchtende Augen und nicht nur blutige Ohren bekommt, der braucht „Dying Breed „ nicht. Der Sound scheppert auch ganz schön. Aber vielleicht soll ´s ja roh klingen. COATHANGER ABORTION haben alles was wir von US Bands dieses Genres erwarten, aber eben auch nicht mehr. Da kauft euch mal lieber die neue LIVIDITY! 5/10

Sunday, December 6, 2009

GORE OBSESSED - Cannibal Holocaust Mcd


Bei dem Bandnamen habe ich schlimmstes stumpfes Gehacke erwartet. Und ich bin heilfroh, dass ich tatsächlich weit daneben lag. Denn auch wenn inhaltlich die Marschrichtung vorgegeben ist und sich Horden von nackten Buschmännern über Menschenfleisch hermachen, muss nicht gleich der Harmonizer daneben stehen und die Gitarrensaiten wie ausgekochte Katzendärme auf dem Holz schlabbern. GORE OBSESSED kokettieren neben den zu erwartenden Filmintros mit gutem alten Death Metal, einer satten Portion Rockattitüde im Arsch und viel Liebe für 80er Horrtortrash. Und auch wenn das Gesamtwerk als Goregrind angepriesen wird, ist es das nicht generell. Die langsamen Parts sind genau so zäh wie bei EXECUTIONER / OBITUARY. Ebenso simpel wie effektiv. Das coole „The Dead Hate The Living“ hätte auch in Florida vor 20 Jahren entstanden sein können (sowohl Sound als auch Musik. Wenn ich es mir genau überlege dann hat Justin ( GORE OBSESSED ist ein Soloprojekt) ein ganz gutes Ohr für die alte Schule. Das allseits beliebte „Boneyard“ von IMPETIGO wird gekonnt verwurstet und der Rest killt genau so gut. Zumal das Tempo, nie überzogen, immer treibend bleibt und der Drumcomputer wirklich natürlich klingt. Ich gehe mal davon aus, dass diese Mcd kein Schnellschuss war und mit Köpfchen und Eiern angegangen wurde. Schön wenn sich noch jemand an die Spielregeln hält, ein Händchen für Musik hat und ohne Experimentierwahn oder vermeintlich überqualifizierte moderne Progressivität und endloses Gitarrengewichse schnell auf den Punkt kommt. So funktioniert Metal. Nicht sich gegenseitig zu überschlagen und an die Wand spielen, sondern ohne Umschweife den Kern treffen. Zocken was wirklich Spaß macht, Death Fucking Metal! Schicke blutige Suppe, nicht nur für alte Herren!
http://www.myspace.com/goreobsessedmetal
8/10

Friday, December 4, 2009

NOISEFREAK - Sick Sessions - Cd


Dieses Album hat mich in zweierlei Hinsicht skeptisch gemacht. Zum einen lässt der Name puren ungeordneten Krawall erwarten. Und zum anderen steht in der Bandinfo, dass wahrscheinlich einige Stücke subjektiv der letzte Dreck sind. Eine Band mit so vielen Selbstzweifeln lässt nicht gerade auf Rückgrat schließen. Glücklicherweise ist aber alles ganz anders. Die Songs sind vielleicht etwas hektisch aber überhaupt nicht strukturlos. NOISEFREAK stehen für hatten Hardcore/Crustpunk der sich musikalisch an die szenegegebenen Spielregeln hält, mit schwerem Gitarrensound punkten kann und Mut zu (größtenteils) deutschen Texten hat. Warum die Musiker dabei so verunsichert von „Scheißsongs“ reden, darüber kann ich nur spekulieren, entweder das muss so sein, weil sich das für ne „Assel“ halt so gehört oder die mauern gern. Es gibt jedenfalls keinen Grund sich von vornherein in die Ecke zu stellen und das Opferlamm zugeben. NOISEFREAK sind cool, laut, roh, brutal und haben was zu sagen. 3 Akkorde voll auf die Omme und ab und an auch mal darüber hinaus, Pogomania! Also was wollt ihr mehr. Die Songs sind wohl zu unterschiedlichen Zeiten bei tatsächlichen Sessions im Proberaum entstanden und später noch mal gebügelt worden. Na und dafür ist auch der Sound ganz passabel gelungen. NOISEFREAK klingen für mich wie eine vielleicht etwas gemäßigte Version von ENT und machen Rabatz mit Köpfchen. Solltet ihr mal reinschnuppern, ist für eine unabhängige Produktion sehr anständig! Zudem ist die Aufmachung mit dickem Booklet und Vinyloptik ziemlich cool! http://www.myspace.com/noisefreaksn
7/10

Thursday, December 3, 2009

LIVIDITY - To Desecrate And Defile - Cd / War Anthem Records


LIVIDITY können ihre Fans gar nicht enttäuschen, den deren Wanderweg kreuzt immer die gleichen Punkte, da weis jeder sofort was er zu erwarten hat und sollte sich daran mal was ändern, dann wäre es eben nicht mehr LIVIDITY. Prinzipiell vertonen sie wieder Cheech Marin´s Pussyansage vor dem Titty Twister. Inwieweit man das nun einem langsam ergrauenden Dave Kibler abnehmen kann, sei dahin gestellt. Aber so sind Amis nun mal, großkotzig und keinen Schritt zurück. Hat auch was von Zielstrebigkeit. Das Album ist brutal, schnell und voller stöhnender koppulationswilliger Damen. Vor allem die Drums sind verflixt cool, in deren Rhythmus können nicht mal Karnickel rammeln. Trotz der eher simpel erscheinenden akustischen Eskapaden, ist „To Desecrate…“ unglaublich gut getimt und komplexer als auf den ersten Hörsturz vernehmbar. Das aber keine echten Hits dabei sind, liegt wahrscheinlich in der Natur der Dinge, aus diesem heftigen, harten und versauten Käfig kann man halt nicht ausbrechen ohne an der kompletten Struktur zu rütteln. Die Nummern sind in einem Rutsch durch und das ist nicht unbedingt negativ. LIVIDITY´s Gore-Porn-Death/Grind ist eine Marke die keine Verunreinigung toleriert! Das ganze Unternehmen ist quasi eine Institution und Anlaufpunkt für alle Geschmacksverirrten, da sei besonders das andere Geschlecht hervorgehoben. Auch wenn die auf LIVIDITY Alben permanent leiden müssen, strömen die reihenweise vor die Bühne. Das wiederum gibt der pornographischen Weltanschauung der Band recht. Gut gemacht, deshalb vergebe ich als Zipfelgermane das Anti – Schwarzer – Verdienstkreuz! Scheiß auf Emma, ab auf den Rücken! Für einen kleinen Aufpreis gibt es das Digi – Doppelpack mit der Live - DVD vom Party – San 08, lohnt sich!
8/10

Monday, November 30, 2009

AMPUTATED - Wading Through Rancid Offal - Cd / Sevared Records


Hölle, dieses Album hat alles was eine brutale Scheibe braucht, Groove, Blast, Slam, kompromissloses Geschredder, und Riffs, die Nervenleitbahnen ganzer Büffelherden zersägen können. Dazu ein oder mehrere Schweine an den Mikro (s) und weg ist die ganze Langweile, die ich von AMPUTATED tatsächlich erwartet hatte. Bislang haben die mich jedenfalls nicht umgeboxt und auch live war das nicht erwähnenswert (OEF). Doch nunmehr scheint alles wie umgewandelt, „Wading…“ ist ein ungemein heftiges Werk, zumindest auf der zersplitterten Schlachtbank des blutigsten Handwerks auf dem Planeten Metal. Mit ungebremsten Goreattacken, reichlich pervertierten Introgelabers und sonstigen Klischeebedienung an allen Ecken, kann beinahe nichts schief gehen. Wenn dann noch ein einigermaßen geschicktes Songwriting aus möglicherweise schnell fade werdenden Slam - Nummern (das Geschrammel wiederholt sich bei vielen Bands in der Regel und macht mich in meinem Schaukelstuhl fix müde) echte Nackentöter macht, ist die ganze Unternehmung auf der Siegerstrasse. AMPUTATED haben es geschafft, und das nötigt mir großen Respekt ab, trotz dem sie im Genre aus dem vollen schöpfen, jedem Song ein eigenes Leben einzuhauchen. Auch ein vordergründiges Album, bestehend aus rohem Gehacke und blutgetränktem Image darf gern abwechslungsreich sein. Dieses hier jedenfalls ist es und keine der 9 Nummern hängt auch nur ansatzweise durch. Bei den zahllosen brutalen Death Metal Alben die ich dieses Jahr gehört habe, gehört „Wading…“ richtig weit nach vorn. Starkes Paket unterstützt von einer anständigen Produktion, lohnt sich mit Sicherheit! 8/10

STIGE - Christmorphosis - Mcd


Würde ich diese Mcd mit einem Karnickel vergleichen, das auf einer Rassetierschau schüchtern in der Ecke kauert, bekäme sie, genau wie das Langohr ein N.B. . Quasi NOCH BRATFÄHIG, weil die Blume schief sitzt und es wahrscheinlich nur ein Ei hat und trotzdem von irgend jemandem geliebt wird. „Christmorphosis“ ergeht es genau so, das Ding ist bei weitem nicht übel, bekommt aber im großen Sturm der metallischen Elemente nur schwerlich Oberwasser. Aber es gibt auch Nischen, in denen sich der eine oder andere wohl fühlt und wahrscheinlich das old school lastige Death/Thrash Gerüttel für sich entdecken wird. Mir selbst fehlt bei allem hörbaren Spielriemens der Musiker die initiale Spritzigkeit, die Songs sind etwas bieder geraten und wirken staubig. Ist aber nix dran, dass mit einem Stahlschwamm nicht poliert werden kann. Das Equipment haben die sicherlich, fehlen nur die passenden Ideen um die zumeist langweiligen Riffs aufzupeppen und irgend etwas zu erschaffen, das die Ohren ohne Umweg anspricht. Die Riffs, die dann tatsächlich Schmackes haben, sind eher geklaut, oder wenigstens in ähnlicher Form schon mal auf Veröffentlichungen Anderer erschienen. Nun will ich STIGE aber nicht schlecht reden, denn ein übles Release ist „Christmorphosis“ wie erwähnt nun auch nicht. Wer sich mit passablem Death Thrash zufrieden gibt, einigermaßen ansprechendes Handwerk zu schätzen weis, auf Tempoausbrüche gut verzichten kann und die Welt so wie so nicht neu erschaffen will, der starte gern einen Versuch mit den Erzeugnissen italienischen Musikschaffens. 5/10
http://www.myspace.com/stigemetal

Wednesday, November 25, 2009

BLACK MARKET BODY PARTS - The Perfect Grime - Mcd


Naiv, ungestüm und voller pubertärer Sexfantasien, dass ist es, was man den jungen Wilden nachsehen muss, wenn sie in all zu viel Schweinkram abtauchen. Diese Debüt Ep quillt davon nur so über. Aber wenn Szeneveteranen sich in Pussy-, und Analballaden verlieren, was sollen wir denn dann von der neuen Generation erwarten. Gestöhne, bettelnde Schlampen, Schrotflinten und brüllende Soziopathen sind die Grundwürze für ein am Rande noch an Grindcore erinnernde Geräuschkulisse. Die lasziven Räkelein sind mit elektronischen und monotonen (aber durchaus passenden) Samples unterlegt. Generell haben die Brüder keine Angst davor, konventionelle Grenzen zu sprengen, auch wenn das im Endergebnis nicht unbedingt revolutionär ist, denn eigentlich geht es ja nur um Vögelei mit akustischer Begleitung. Eine musikalische Tortur durch die Untiefen der Gedankenwelt eines Ted Bundy und all seiner ferngesteuerten Kampfgenossen. Spaß am Sex, koste es was es wolle! Die Gitarre ist etwas schrill und erinnert zusammen mit dem Drumcomputer und partiell auch dem Gesang öfter an Industrialsound als an reine Grindeskapaden. Ungefähr wie MINISTRY und DEAD INFECTION auf derselben Umlaufbahn um den Planet Pussy. Das Ganze ist recht interessant und sicher auch brutal genug um die Gorefreaks dieses Planeten von dem etwas ungewöhnlich anmutenden Lärmexperiment zu überzeugen. Mir selbst ist diese Art der schlüpfrigen Genreverknüpfung jedenfalls noch nicht unter gekommen, nur deshalb lasse ich mich zu einer hohen Punktvergabe hinreißen. Ernsthaft Musikinteressierte sollten davon aber die Finger lassen. Die EP gibt es als legalen free download: http://www.myspace.com/blackmarketbodypartsband
7/10

Thursday, November 12, 2009

IN THE SHIT - Demo


Dieses Krawallgebilde aus Boston behauptet von sich selbst, Crust Core zu spielen. Das stimmt aber nur bedingt, wenn man auf das Gekreische des Fronters und das punkige Gebelfer der restlichen Mannschaft achtet. Tatsächlich klingt das jedoch nach starkem Power Violence Getöse, auch wenn die Band das selbst negiert. Die sind schnell, aggressiv und die Gitarren klingen viel zu brutal für reinen Hardcorepunk. Außerdem habe ich glaube auch mehr als 3 Riffe gezählt. Ja, 5 Nummern um eine Minute, das passt auch zum Tempo und ich muss schon verdammt aufpassen, dass das Zeug nicht schneller durch ist als mein Kaffee. Die offiziell hässlichste Band Bostons ist somit ganz sicher beide Ohren wert und ich warte nur darauf, dass die mal was längeres veröffentlichen, denn das hier lohnt nicht wirklich. Auch wenn die Musik cool ist, bleibt doch nicht mehr als ein Fliegenschiss auf heißem Stein. Und da die von sich selbst sogar behaupten, dass sie schlampig spielen, ist der Spaßfaktor höher angesetzt als die angestrebte Ernsthaftigkeit des Gescheppers. Ich freue mich nur, dass ich trotz Überschall - Spielgeschwindigkeit und dazu passender Zeit, die meinige nicht verschwendet, und doch Gefallen an IN THE SHIT gefunden habe. Empfehlen kann ich diese Band all jenen, die mit Sternburger aufwachen und mit Sangria wieder ins Bett kippen. Was für ganz kaputte zum andere Leute anbrüllen. Behaltet die Band mal auf dem Schirm, könnte noch interessant werden. http://www.myspace.com/intheshitboston
7/10

HYPNO5E - Des Deux L'une Est L'autre - Cd


Scheinbar ist diese französische Band recht erfolgreich und in der Bio steht was von „Zukunft des Metals“. Für ersteres bin ich wohl doch zu engstirnig und zweiteres will ich um Himmels willen nicht hoffen. HYPNO5E ist eine ganz krude Mischung aus Ambientklängen, Progressivität und Meatlcore bis Mathcore. Also rein spielerisch tatsächlich über alles erhaben, den Bogen haben die Typen ganz locker raus. Aber rein subjektiv (ich beurteile das jetzt mal so) überspannen sie denselben recht schnell. Denn wer ständig Breaks reinhaut, progressive Metalparts alle Nase lang mit Akkustikeinlagen und klassischen melancholischen Gesängen (wenn auch kritikfrei sauber vorgetragen) versalzt, der verhindert jegliche Orientierung. Zeitweise drängt sich das Gefühl auf, hier spielen 2 Bands mit völlig unterschiedlichen Stilen gegeneinander. Der Quark wird am nervigsten, wenn sich beides überlagert. Ich hab mich tatsächlich dabei ertappt auf meinem Rechner zu schauen ob da nicht irgendwo noch eine andere Musikquelle wabbert. Das ist genau so als würdest du Lemmy und Nana Muskouri auf die gleiche Bühne stellen, ist doch albern. Irgendwie habe ich ständig den Eindruck, da läuft irgend ein französischer Autorenfilm im Hintergrund oder du hörst einen schicken Radiosender und dann drückt MDR Figaro durch und ich komme nicht dahinter, warum die das machen. Das ist nicht Ambient und zukunftsweisend, das ist vollkommen abgedrehter und strukturloser Mist. Das Album richtet sich an ein ganz spezielles Publikum, das zum Genuss des Werkes dauerbreit sein muss, um den speziellen Zugang zu seinen Kompositionen zu finden. Wie gesagt, musikalisch haben die es voll raus, aber die Arrangements, auch wenn sie für die Musiker sicher außergewöhnlich und einzigartig sind, klingen für mich wie eine Massenkarambolage auf der A4. Das hier geht nur für ganz Mutige!
http://www.myspace.com/hypno5e 3/10

Saturday, November 7, 2009

CAMPAIGN FOR MUSICAL DESTRUCTION # 15


Gerste hat die aktuelle Ausgabe dieses mal quasi im Alleingang durchgezogen, was mir erst mal Respekt abnötigt. Na ja, ein bisschen Hilfe hatte er schon. Das neue CFMD richtet sich wie gehabt einzig an UG Besessene. Leser von Postillen aus dem Bahnhofskiosk werden keine Band kennen (unterstell ich mal frech) und sich mächtig die Augen verderben (ganz sicher). Dieses Blatt ist so was von Old School und Platzverschwendung bedeutet pure Blasphemy, denn jeder weiße Schnipsel ist eng bedruckt. Vollgerammelt mit Informationen und zwar dermaßen, dass selbst ich die Brille aufsetzen und den Deckenstrahler anmachen muss. Die Zeit wird langsam zu meinem Feind. Heul!
Interviews gibt es einige gelungene, GODS OF EMPTINESS zum Beispiel. Die wieder erstandene Kapelle brilliert mit richtig intelligenten Antworten und weiß sich auch ohne Klischees und langweilige Standards ins Bild zu setzen. Freut mich, dass es immer noch Bands gibt, die wirklich was zu sagen haben. Ebenfalls richtig gut sind die Plaudereien mit IRATE ARCHITECT (für mich persönlich eine der talentiertesten „neuen“ deutschen Death Metal Bands), TACHELESS (die selbiges reden und ein gesundes Weltbild besitzen).
Außerdem darf der Kögel über PURGATORY und die letzte Scheibe quasseln, Rico über sein Label (FDA Rekotz) und sein Internetzine (EXTEME AGGRESSION –hatte ich auch mal einen Part) das der Zahn der Zeit wohl doch stillgelegt hat. Dann noch Interviews mit BELCHING BEET (waren auf dem Blutsvente Anfang des Jahres der absolute Knaller), SAKATAT (die durch so manche UG Publikation herum gereicht werden und für guten alten Grindcore stehen), SLAUGHTER OF THE INNOCENTS (ebenfalls richtig cool), BURT, BASTARD PEELS und diverse Kolumnen über Tod und Teufel. Na ja und dann ellenlange Reviews und so. alles in allem ist auch diese Ausgabe rundum gut gelungen, die ihr eurer Augen zu liebe nur bei Tageslicht lesen solltet. Bleibt nur zu hoffen, dass es bis zur nächsten Auflage nicht noch mal so lange dauert. Hier zu ordern!

Thursday, November 5, 2009

CYNICAL BASTARD – Act Of Aggression - Cd


CYNICAL BASTARD machen auf ihrer neuen Scheibe ziemlich Alarm und bedienen den Hörer aus der Grindcoreküche mit fieser Schweden-Crust Schlagseite und einigen satten US - Death Metal Aufhängern. Das Album ist schnell, wenn nicht sogar hektisch und dazu gut produziert. Außerdem hat es einen Auftrag, euch das Hirn an der licht - abgewandten Seite des Craniums zu zerquetschen. Eine echte Mission, oder um es mit meinem Freund J.J. Rambo zu sagen „Stirb für etwas oder lebe für nichts“… oder anders herum. Auf jeden Fall hat er Recht, denn CYNICAL BASTARD laden scharf durch und bedienen den Abzug mit Groove, lassen metaphorisch Blut spritzen, dass es nötig erscheint einen Wischeimer unter die Boxen zu stellen. In diesem Gemetzel finden sich sowohl DYING FETUS wie auch BOMBSTRIKE wieder und diese krude Mischung macht wirklich Spaß… bei denen die auf Luftholen verzichten können. Aber das spielt keine Rolle, wenn das Hirn doch so wie so gleich Matsch ist. Ich kann mich noch an ihre 3 way Split erinnern, liegt schon ein paar Jahre zurück, und seit dem sind Saarländer noch um einiges interessanter geworden. Die Hürde, verschiedene Genres zu mixen, ist gekonnt genommen. So was ist nicht unbedingt selbstverständlich, da so manch einer dabei das Maß verliert und mehr macht als gut ist. „Act Of Aggression“ umschifft solch gefährliche Klippen, indem nicht zu viel abgekupfert wird und die Roots trotzdem hörbar und bestimmt auch willentlich erkennbar bleiben. Gutes Album, solltet ihr haben, wenn ihr auf Kopfschmerzen steht. Nur das Cover finde ich Kacke, erinnert eher an zweitklassige 80er Thrash Bands. Aber das ist rein subjektiv. Hier klickern!
8/10

Tuesday, November 3, 2009

KREON – Impact Winter - Cd / Obscure Domain.


Das Label legt vor und ich stimme zu. KREON orientieren sich eindeutig an MORBID ANGEL. Um an die Überväter heran zu reichen, müssen die Niedersachsen aber noch einige schippen draufpacken. Denn auch wenn „Impact Winter“ schick produziert ist und mit guter Musik wirbt, wirkt das Album doch etwas zahm und manchmal auch irgendwie zerfahren, nicht immer homogen. Der straighte Fluss beim Songwriting scheint ab und an zu stocken und dann fehlt der Druck, das letzte Quentchen um einen Song zu einem echten Burner zu machen. Aber generell und gemessen an der Spielerfahrung der Band, ist das schon in Ordnung und macht rundum Spaß, zumindest jenen, die klassischen Death Metal amerikanischer Prägung hofieren. „Doomologic“ zum Beispiel ist eine echte Granate mit schwerem Riff und heavy as fuck! Es würde den Brüdern gut tun, mehr davon zu schreiben um einfach den Wiedererkennungswert zu steigern, und zu Geier ruhig mal ein sattes Riff mehr durchfeuern! Spielerisch sind sie eindeutig fit genug noch viel mehr aus einer starken Basis rauszuholen. Das macht sich schon dadurch bemerkbar, dass jedes Stück beinahe für sich steht und die Musiker scheinbar endlos kreativ sein können. Auch die Richtung stimmt sicherlich, nur die Nuancen müssten ausgefeilt werden. Mir gefällt es trotzdem, denn wirklich negatives gibt es nicht zu sagen. Gutes Album und das nächste wird mit Sicherheit noch besser
7/10

Monday, November 2, 2009

ETERNAL – The Berserk´s Legions Defiance – Cd / Obscure Domain


Ich liebe diese Scheibe, so dicht gepackter Death Metal kam mir in letzter Zeit selten unter. ETERNAL ist wuchtig, düster, heavy und kann blasten wie die Sau. Zudem stimmt der atmosphärische Aufbau der Songs, der keinen Platz für Müdigkeit lässt. Prinzipiell ist dieses Album dicht an einer Band wie NILE dran, stilistisch wie qualitativ. Und ebenso schaffen sie gekonnte Zwischenspiele, die eher an einen Soundtrack erinnern als an typische Death Metal Nummern, sie wissen scheinbar zu vermitteln, dass brutale Musik mehr sein kann als eben nur abgedrehter Lärm, dass Musik anspruchsvoll und herausfordernd sein sollte. So wie auch bei NILE. Nur dass sie lyrisch ein paar andere Götter anrufen – ansonsten gehen beide schmerzfrei Hand in Hand. Aber auch Bands wie MORBID ANGEL oder INCANTATION fallen mir hierzu ein, der ganze blasphemische Kram eben, echter Death Metal - weitab von gorigen Pornoprügelein. Nicht dass das nicht auch Spaß machen würde, aber ETERNAL benötigen keine Pseudo-Fassade um ihre Musik auf den Punkt oder in die Nackenmuskulatur zu bringen. „The Berserk´s…“ ist eine rundum gelungene Scheibe, Sound, Songwriting, Skills, passt alles und offeriert dem Hörer letztendlich mehr als von der Vielzahl der Bands heute in der Regel zu erwarten ist. ETERNAL sind technisch so fit, dass sie uns spielend unterhalten können, ohne selbstverliebt auf ihren Instrumenten zu zaubern und damit schlussendlich zu nerven. All jenen, die mal wieder ein klassisch eingeprügeltes Album in die Tasche stecken wollen, sei „The Berserk´s Legions Defiance“ empfohlen!
9/10

Saturday, October 31, 2009

ANARKHON - Obesidade Morbida - Cd / Obscure Domain


Dieses Album ist ein Re-release der jetzt mittlerweile 2 Jahre alten Scheibe, die wohl bisher nur im Heimatland Brasilien erschienen ist. Und das Album ist ziemlich cool, wenn auch nicht überragend. Von brasilianischen Combos bin ich mehr gewöhnt, ANARKHON sind weder außergewöhnlich schnell und technisch oder klassisch beschlagen wie einige berühmte Landsmänner noch wirklich brutal, wie das Cover suggeriert. Na ja und trotzdem ist ihre Old School Death Metal Variante sympathisch. Das Intro punktet erst mal richtig (maintheme aus Re-Animator) auch wenn es den wissenden Konsumenten in die falsche Richtung schicken mag. Denn entgegen der im Horrorfilm vorherrschenden Experimentierfreude, geht es bei ANARKHON eher geradlinig zu. Das Songwriting ist zumeist simpel, manchmal vorhersehbar, macht die Songs aber auch sehr eingängig. Die stärksten Passage sind jene im mittleren Drehzahlbereich mit schicken, sehr bangerfreundlich Parts. Soll heißen, hier muss niemand mit modernem und zerhaktem „um die Ecke“ hören rechnen, sondern die Rübe darf in alter Tradition auf die Bühnenabsperrung geballert werden bis der Doc kommt. Das Album rutscht simpel gesagt in einem Gang durch, hinterlässt keine erwähnenswerten Dauerschäden, hätte aber gern prägnanter sein dürfen und macht dennoch Spaß. Selbst wenn es nie ein Klassiker sein wird noch einen beinhaltet, wird es seine Freunde finden. Der Sound dürfte ruhig etwas fetter sein, da geht einiges an Energie verloren, ist halt wie das ganze Album nicht der Überhammer aber gut gelungen. Fakt ist, wer auf unverwüstliche US Orgien wie CANNIBAL CORPSE abfährt, dem sollten ANARKHON ganz gut zu passe kommen.
6/10

Friday, October 30, 2009

HUMANITY FALLS – Demo


Prinzipiell ist dieses Demo eine Frechheit ohne Gleichen. Und das liegt weniger an der Musik denn am Sound. Da hat scheinbar einer ein altes Tapegerät in der Ecke liegen lassen, als die angefangen haben zu holzen und das haben die Typen unverfroren ausgenutzt. So was wirft man nicht mal einem hungrigen Köter hin und mir ist überhaupt schleierhaft, wie sich eine seriöse Band mit so was präsentieren will. Gerade bei der unüberschaubaren Wust an neuen, und häufig überflüssigen Bands. Da kostet es schon Nerven, die Songs mehrmals zu hören um irgendwas zu erkennen und ein einigermaßen objektives Bild zu bekommen ohne zu sehr angepisst zu sein. Aber ich versuch es mal. Und zugegeben, ganz ungeschickt ist es nicht, was sich aus den Tiefen einer schrillen und kreischenden Soundkakophonie erhebt. Bei HUMANITY FALLS handelt es sich scheinbar um eine recht progressive Death Metal Band mit passablen Tempowechseln, einem Hang für abgehobenes Gitarrengewichse und besitzt auch sonst Talent für technische Spielereien. Das sollte am ehesten was für Fans von GORGUTS sein, für Leute, die es nicht geradlinig brauchen und sich lieber was vorfrickeln lassen als zu bangen. Hört sich manchmal schon etwas abgehoben an, sobald sich die Ohren an den Soundbrei gewöhnt haben. Ich vermute, HUMANITY FALLS ist gar nicht so übel und auf das Debüt, an dem sie gerade werkeln, kann man ruhig gespannt sein. Behaltet die Band auf eurem Radarschirm, aber bitte vergesst dieses Demo! 6/10 Punkte für die Musik. http://www.myspace.com/humanityfallsband

Friday, October 23, 2009

OVARYROT - Harvesting Ovum


Ja so kann es gehen, da hat man als unbedarfter Musiker 25 Songs mit Laufzeiten von unter 30 Sekunden aufgenommen und plötzlich keine Kohle mehr, um das dann auch noch pressen zu lassen. Ja was nun Doc, dann stellt man das Getöse eben für lau ins Internet und fertig. Ist auch gut so, denn eine greifbare Veröffentlichung hätte eh keiner gekauft, rausgeschmissenes Geld, das ja keiner hat. Ist wie bei der deutschen Bank, Geld ausgeben das keiner hat und reich werden. Da sind OVARYROT tatsächlich realitätsbezogener als alle Investmentbänker zusammen und vermarkten ihren Radau kostengünstig selbst. Auch wenn nichts hängen bleibt (rein finanziell-ideelle Werte sind unbezahlbar) können sich die Musikusse wenigstens nicht vorwerfen lassen, den Bezug zur Realität verloren zu haben. Und das Getrümmer ist sogar sehr unterhaltsam, wenn auch nicht zwingend revolutionär. Gore Grind immer hopp-di-hopp mit Harmonizer und Bassound zum Trommelfell testen. Ist alles genreüblich sauber gespielt, klingt angenehm dreckig und Blut und Pussys gibt es auch. Also ist diese Art der Veröffentlichung quasi der Pedant zu Mc Doof´s Sparmenü, alles inklusive, satt bis zum Kaffe und ungestraft das Hirn verkleistern. Ernsthafte Musik ist das hier bestimmt nicht, dafür kurzweilig und brutal, das passende Gehacke zum Feierabendbier. Macht Spass und es gibt bestimmt zahllose Combos die wesentlich übler sind. Also schnell runter laden - Gore für alle!
6/10

KAIJU – The Gods Are Angry - Demo


KAIJU ist der japanische Ausdruck für riesiges Monster und das wollen die Amis auch ausdrücken. Und das mit so was von Old School Death Metal, dass ich mich wundere, wie auch nur irgendjemand so trendfrei bleiben kann. Dieses Demo ist purer Horror-Metal mit tief gelegter Gitarre, simplen Riffs und einem Orgelsound wie aus den Hammer Filmen. Und das Tempo kommt fast schon an zähen Doom Metal heran. Im Gegenzug flattern nahezu klassische Heavy Metal Solos ins Haus und tatsächlich muss ich feststellen, dass KAJIJU dann doch recht ungewöhnlich klingen. Vielleicht wäre es geschickter gewesen, die Solis deutlicher mit einer Leadgitarre zu unterlegen, denn so bricht der Druck schnell weg und so entsteht manchmal der Eindruck, die einzelnen Komponente wären öfters einfach aneinander gereiht, anstatt richtig zu verschmelzen. Trotzdem ist das Demo ein irrsinniger Bastard, der Fans von CIANIDE, COFFINS und Konsorten niedertrampeln wird. Gerade durch das Fehlen des Geschwindigkeitsrausches setzen die 5 Songs so unheimlich zu, düster, schwer und knochentrocken. Jedes Stück schleppt sich voran wie ein waidwunder Godzilla, dem eine Flugabwehrrakete im Arsch steckt. Sekündlich rechnest du damit, dass er zusammen bricht und trotzdem holt er immer wieder zu einem neuen Angriff aus und lässt sich einfach nicht stoppen. Passend dazu das lyrische Thema, das sich scheinbar mit allen möglichen japanischen B Filmmonstern beschäftigt, Hauptsache totale Vernichtung im Legoland. „The Gods Are Angry“ ist ziemlich cool, weil heavy! Verdammt, was für eine Bestie! Hört sie selbst brüllen- klickerdiklick
7/10

Tuesday, October 20, 2009

INFEST – Moshroom – Cd / Metal Age Productions


INFEST gehören in die Kategorie der High Speed Grindbands und reichen sich die Hände mit ebenso hektischen wie Ohren zerfetzenden Zeitgenossen wie, NASUM, ROTTEN SOUND und INHUMATE. Viel mehr muss ich da wohl nicht sagen. INFEST sind qualitativ genau da, wo die „Alten“ stehen. Schnell, groovig, hart und immer mit dem Gefühl im Nacken, auf der Flucht zu sein. Zeit zum Luft holen ist in diesem Genre nicht drin, besser ihr gewöhnt euch das Rauchen ab, wenn ihr das Album durchhalten wollt. Schon das Cover zeigt treffend, was euch nach zu exzessivem Konsum erwartet. Ganz vereinzelt wird auch mal etwas progressiv gespielt und insgesamt klingt das Album recht modern. Und trotz des höllischen Tempos und der scheinbaren vorgesteckten Marschrichtung, gelingt der Band tatsächlich eine , nennen wir es mal „relative“, Vielschichtigkeit. Wenn die Nummern auch in einem Rutsch durchgehen, bieten sie einzeln gesehen doch immer wieder recht prägnante Komponenten und lassen fade Eintönigkeit auf der Ersatzbank zurück. Mir hätte etwas mehr Bass besser gefallen, aber selbst das unterstreicht den chaotischen Nackenbrecher eigentlich nur noch. So sind die einzelnen Songs passenderweise alle recht kurz und sämtliche 20 Nummern ziehen durch wie ein Tropensturm und richten maximalen Schaden in der Nachbarschaft an. Nee, mal ehrlich, als Grindcoresüchtiger kann man sich „Moshroom“ bedenkenlos geben und wird das Album nach kürzester Zeit lieben. Es hat eine genau so coole und oft simple Grindattitüde, wie es versteht ordentlich zu rocken. Aber davon solltet ihr euch selbst überzeugen. Klickt mal hier!
8/10

Monday, October 19, 2009

ACHERON –The Final Conflict – Cd / Ibex Moon


Und wieder stehen sie an der Schwelle zur letzten Schlacht, die Apokalypse in Sichtweite und das Kriegsaxt blutgetränkt. ACHERON kämpfen seit 20 Jahren für Tod und Teufel und stecken einfach nicht auf. Da wo Götter verstoßen werden und Menschen gekreuzigt, da wo die Hölle sich gegen die Unbilden des Tages erhebt, und der Lebenssaft der Sünder in Strömen fließt, da stehen ACHERON und brüllen ihren Kriegsschrei in die Angesichter all jener die auf Erlösung hoffen. Verflixt, ist das dick aufgetragen. Aber trotzdem, deren Musik will doch bekanntermaßen nichts anderes als dem Gehörnten zu huldigen. Das Rezept ist über all die Jahre beinahe unverändert, schwarz, blasphemisch, böse, ungeschliffen, geradlinig und trotzdem kantig. Ein Stückchen eingängiger und harmonischer scheinen sie geworden zu sein aber in erster Linie ist auch „The Final Conflict“ ein pures ungeschminktes Metal Album wie es verdammt noch mal zu klingen hat. „Rise Of Rebellion“ ist dafür das beste Beispiel, der Song ist höllisch düster, hat einen nicht zu verachtenden Wiedererkennungswert und bricht jeden Nackenwirbel mehrfach. Von ACHERON sollte also niemand Quantensprünge erwarten sonder sich echten Metal um die Ohren prügeln lassen. Die amerikanische Version der Scheibe enthält einiges an Bonusmaterial, so das 08er Demo „Satanic Supremacy“. Jenes ist aber eher überflüssig, da die Songs ohnehin zur Scheibe gehören, ist also nur was für Komplettisten. Dann gibt es noch diverse „Behind the scenes“ Videos, die recht interessant sind. Das ganze Zeug muss das eigentliche Album, dem Schaitan sei dank, nicht aufwerten, denn die Musik steht wie gesagt für sich. Anhören und kaufen!
9/10

FATALIST – The Depths Of Inhumanity – Cd / Ibex Moon


FATALIST ist ein amerikanischer Death Metal Bastard (mit Beteiligung von Wes Caley /EXHUMED) mit einem Überhang zum frühen Sound schwedischer Death Metal Bands. Was als reine Coverband begonnen hat, klingt heute prinzipiell noch genau so, auch wenn es jetzt eigene Songs gibt. Hier wird sich vor allem verbeugt, was nach Elch riecht. Die Musik klingt nach NIHILIST, der Schriftzug ist der gleiche, der Sound ist identisch, es ist eine wahre Wonne, wie locker die Saiten auf dem Holz hängen. Die meisten Stücke stammen vom mittlerweile 2 Jahre alten, und nicht mehr erhältlichen Demo, 4 sind aber auch neueren Datums. Tatsächlich spielt das aber keine große Rolle, denn die Musik erscheint zeitlos. Wer nicht weiß, um welche Band es sich hier handelt, der wird verzweifelt in seiner alten Sammlung wühlen, immer mit der Gewissheit, das alles zu kennen und die Songs doch nicht zu finden. FATALIST sorgen für eine schwere basslastige Gitarre mit hammerschweren Riffs und auch geschickt eingesetzten Melodien, alles nach bewährtem Rezept. Ob bei so viel „Katzbuckelei“ eine eigene Identität überhaupt glaubhaft gemacht werden kann ohne vollends als Plagiat abgestempelt zu werden mag dahin gestellt sein. Tatsache ist aber, dass FATALIST das Niveau verdammt hoch halten und scheinbar viel Spaß haben und somit ist alles andere legitim. Nicht umsonst wird ihr Spiel von so mache Postille als „Swedish Death Metal like the masters“ gelobt. „The Depths Of Inhumanity“ ist sowohl frech als auch mutig und vor allem richtig geil!
9/10

Saturday, October 17, 2009

AVULSED – Nullo ( The Pleasure Of Self-Mutilation ) – Cd / Ibex Moon


Es ist sehr erfreulich zu wissen, dass es immer noch Bands gibt, auf die Verlass ist. Bands, bei denen ich weiß, was mich erwarten wird und ich mich im Vorfeld schon darauf freuen kann. AVULSED gehören mit Sicherheit dazu. Gut, nun war nicht jedes Album von Dave Rotten und seinen Mannen ein Volltreffer, aber souverän doch allemal. Und so kommt auch „Nullo“ ohne Umschweife zur Sache und brät eine Kartusche nach der anderen aus dem Rohr und alle schlagen zielsicher ein. Guter, brachialer Death Metal, der ab und an mit schwarzen hooks arbeitet, aber auch brutal die Obertöne pfeifen lässt und technisch, nach all den Jahren auch vorauszusetzen, absolut fit ist. Zudem sind einzelne Songs gar nicht unbedingt berechenbar, was plötzliche Tempowechsel und manchmal progressives Schlagzeugspiel betrifft. Jedes Stück hat seine eigenen Reize und Wiederholungen sind so gut wie ausgeschlossen. Ja, ich wage zu behaupten, dass hier das bis dato ausgereifteste Werk der Spanier vorliegt. Dass sie sich auch gern Ideen von anderen Bands holen, ist sicher bekannt und bei einem Stück wie „Naziono“ deutlich zu spüren, stören sollte die Tatsache aber nicht, denn schlussendlich wird alles in den typischen AVULSED Sound integriert. Die können eben brutal genau so gut wie melodisch, können die Finger über das Griffbrett flitzen lassen und verdammt heavy sein.
Die mir vorliegende Version ist die für den amerikanischen Markt (bei uns ja schon erschienen) und enthält einiges an Bonusmaterial, so zum Beispiel Coverversionen von GOREFEST, W.A.S.P. und EXODUS. Sind ziemlich cool und wenn man das Faible der Iberer für Reminiszenzen an andere Bands kennt, dann ist klar, dass kein Schrott produziert wird. Fazit: feines und sehr zu empfehlendes Death Metal Album!
9/10

Thursday, October 15, 2009

STIRBORG - Southwest-Passage – Cd / Displeased Records


Bei STIRBORG handelt es sich um einen Australier, der im Alleingang schon gefühlte 100 schwarze Alben gehext hat. Na ja so ungefähr, Fakt ist, dass er jedes Jahr 2 komplette Alben rausschmeißt. Was bei dem Tempo raus kommt, steht oftmals auf wackligen Beinen. Auf den Punkt gebracht, ist auch „Southwest-Passage“ nichts anderes als düsterer Ambient-Black Metal mit schrammliger Gitarre, dezentem aber monotonem Gekeife und zugegeben interessanten Soundspielereien. Das Tempo der Stücke ist meist behäbig, Songwriting in der Regel langweilig und der Sound eher fragwürdig. Die Strukturen in den Stücken wiederholen sich ständig, das ganze Werk wirkt völlig uninspiriert. Einzig der düsteren Atmosphäre kommt das gerade noch zu Gute. STIRBORG ist mit viel gutem Willen allenfalls ein Durchschnittsprodukt. Ehrlich Kinder, da ist mein Sohn auf Guitar-Hero der bessere Rocker! Und dann das Cover, sieht aus wie ein Wanderweg im Thüringer Wald, fehlt nur noch Herbert Roth in der Mitte und die Cd verkauft sich spielend an das falsche Publikum. Doch trotz durchschnittlicher bis schlechter Kritiken, wird Sin – Nana, die Schattengestalt hinter STIRBORG, nicht scheuen weitere Machwerke über die Gemeinde auszustreuen. Ansonsten hätte er bisher keine 15 Jahre und über 20 Alben durchgehalten. Außerdem gibt es da draußen zahlreiche Anhänger von Sin-Nana´s Unkultur, jede Menge lichtscheues Gesindel, das während der Schulpausen die Stadtparks unsicher macht, in der Bushaltestelle randaliert und nach der Jugendweihefeier mit voll gekotztem schwarzen Jackett in der Notaufnahme liegt. Wie gesagt, bestenfalls Mittelmaß.
5/10

Wednesday, October 14, 2009

EVOKEN – Shades Of Night Descending – Cd/ Displeased Records


Dieses Album ist ein Re-Release der 94 Mcd inklusive der beiden Demos von 96 und 97 und aufgewertet durch neues layout. Na warum auch nicht, das macht die Musik nicht schlechter. EVOKEN stehen für stimmigen und schweren Doom – Metal, bei dem die Atmosphäre stimmt, das Instrumentarium an ergraute Helden der Vorzeit angelehnt ist und bassbetonte, bleischwere Parts mit Akustikeinlagen gut harmonieren. Sämtliche Downtempo-Stücke klingen absolut fies und mächtig heavy. Wer EVOKEN genießen will, sollte sich auf ein Reise in absolute Schwärze gefasst machen. Ihr nehmt den Spirit von MY DYING BRIDE genau so auf wie frühe Werke von Quorton und die Beständigkeit jener Band um Tony Iommi. Nur stehen diese Brüder hier stärker auf der Bremse. Zudem sind viele Querverbindungen zum Black Metal nicht weg zu radieren. Da wäre zum einen der Gesang und auch die etwas melancholischen aber durchaus passenden Keyboards. Die Qualität, aber auch der Ideenverlust im Songwriting liegen ziemlich eng beieinander. Die Stücke sind wirklich gut gelungen, liegen aber hörbar dicht beieinander, varieren wenig. Einzige Ausnahme ist „Hills Of Arctic Stillness“ vom 96 Demo, bei dem das Keyboard dominanter ist und der Gesang durch gezogene cleane Vocals „aufgepeppt“ wird. Es ist auch so deutlich zu spüren, dass einige Jahre zwischen den Demos und den „regulären“ Aufnahmen liegen und die Band sich von ihren frühen Tagen zunehmend entfernt hat. Über den Daumen ist aber das gesamte Material etwas einsilbig und dadurch schnell langweilig, aber wenn es schon veröffentlicht wird, muss auch Bedarf bestehen, also bitte sehr.
6/10

BUNKUR – Nullify – Cd/Displeased Records


Selbst für wahre Doomster-Maniacs dürfte BUNKUR ein hartes Stück Brot sein. Bleischwer schleppt sich ein Album dahin, das mit einer beeindruckenden Behäbigkeit gesegnet ist, wie sie mir noch nie untergekommen ist. Auch ich musste lernen, dass Doom nicht gleich Doom ist und „Nullify“ ganz gewiss ins Guinnesbuch aufgenommen wird. Nicht einzig wegen seiner Behäbigkeit, den ersten Anschlag eines Saiteninstrumentes registriere ich nach 6 Minuten, sondern weil das Album aus nur einem Song besteht. Dieser wird vom Label mit 77 Minuten angegeben, irrigerweise gibt es im Netz auch noch eine Zeitangabe von114 Minuten und meine mp3 läuft tatsächlich volle 3 Stunden ohne Absetzen. Was also tatsächlich da veröffentlicht werden soll, weiß ich gar nicht so genau. Eines ist jedoch ganz gewiss, da das ganze Unternehmen nur aus einzelnen Saitenanschlägen besteht, wobei jede Saite so ne Minute vibrieren muss, bevor wieder drauf gehauen wird, müssen die Musiker und auch deren Die Hard Fans dauerbreit sein. So ähnlich stelle ich mir die „sit in´s“ in den ausgehenden 60ern vor, als zahllose Langhaarige im Dauerzustand „stoned“, bei ominösen Psychedelic – Veranstaltungen auf dem Boden saßen und bunte Kreise und andere wabernde Geometrie analysiert haben. Wenn BUNKUR live spielen, muss man eine Woche Urlaub nehmen. Außerdem ist es Fakt, dass wohl beinahe jede andere Band dieses Gummiband von einem Song in 2 Minuten runterspielen könnte ohne einen Anschlag aus zu lassen. Aber ich will ja nichts diffamieren, schon gar nicht aus Ignoranz und Unwissenheit, ha ha. Auf „Nullify“ passiert aber leider nicht wirklich was, außer extrem basslastiges Dauerdröhnen und vereinzelte Soundeffekte, wie eine Glocke und anderes Gebrumme. Jede Zeitlupe ist schneller als BUNKUR, und so wird diese Schlaftablette (im N3 Format) nur bei ganz speziellen Teilnehmern unserer Gesellschaft Freunde finden, ich meine wann verdammt soll ein arbeitender Mensch das alles hören. Da stehst du morgens um 5 Uhr auf, kommst am Abend nach Hause, machst dir ein Bier auf, wirfst die Cd in den Player und pennst direkt ein. Ein Glück, dass ich gerade Urlaub habe. Von echter Musik hat BUNKUR nicht viel, einzig eine düstere Stimmung erzeugen funktioniert damit ausgezeichnet.
5/10

Sunday, October 11, 2009

COALESCE – OX EP– Ep/Relapse


Die „Herren“ des Mathcore sind nach 10 jähriger Abstinenz wieder zurück und präsentieren mit ihrer aktuellen Ep OX, dass noch lange nicht aller Tage Abend ist. OX EP stellt den Quasi-Nachfolger des ebenfalls dieses Jahr erschienenen Albums OX dar. Da hat sich wohl ganz schön was angesammelt. Ganz wie DILLINGER ESCAPE PLAN spielen auch COALESCE mehr als kontroverse Musik, die auf der einen Seite höllisch verzerrt, sperrig und kaum nachvollziehbar ist, die vor progressiven Elementen häufig vollkommen unharmonisch und verstörend wirkt, die scheinbar gewollt den Fluss verliert. Und dann aber die bisher fehlende Harmonie mit Instrumentalsongs wie „Joyless in Life“ und „Absent In Death“ mit offenen Armen wieder empfängt. Gerade letzterer Song könnte genau so von Ennio Morricone stammen, der Clint Eastwood auf seinem Pferd in den Sonnenuntergang schickt. Alle anderen Nummern strotzen nur so vor Breaks und Tempowechseln. Richtig cool ist „Through Sparrows I Rest“, das irgendwie an RAGE AGAINST THE MACHINE erinnert, nur eben eine Spur fetter. Insgesamt dürft ihr euch auf 7 aktuelle Titel irgendwo zwischen Hardcore und Progressivität mit einer Übernote Melancholie freuen. Definitiv keine Musik für die breite Masse und in „sauberen“ Zustand wohl für viele kaum zu ertragen aber trotzdem durchweg interessant. Wer gern neben der Spur liegt, wird drauf stehen.
7/10

Friday, October 9, 2009

SUFFOCATION - The Close Of A Chapter – Live In Quebec City – Cd/Relapse


Für dieses Live – Album kehren SUFFOCATION noch mal zu ihrem alten Label Relapse zurück. Vielleicht bezieht sich der Titel darauf, sozusagen der Abschluss einer Epoche unter amerikanischer Regie. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2005 und wurden 2006 schon mal ohne Label vertrieben. Also handelt es sich hierbei quasi um ein Re-release. Um eine Livescheibe an den Mann zu bringen bedarf es dreierlei. Zum Ersten muss die Band recht populär sein, was hier kein Problem ist, wurden SUFFOCATION doch während ihres Winterschlafes und der vehementen Negierung einer Reunion zu Legende. Zum Zweiten muss der Sound passabel sein, was auch zutrifft. Aber das setzte ich bei einer Band dieses Kaliebers einfach mal voraus. Klingt zwar etwas dumpf aber das ist live und so will ich das haben. Zudem kommt so das passende Feeling auf, das jeder versteht, der SUFFOCATION auf der Bühne gesehen hat. Und zu guter letzt ist eine ansprechende Songauswahl wichtig, so zu sagen eine live eingedroschene Best Of. Na ja und auch das passt, nehmen die Amis ihr Publikum doch mit auf einen Trip durch „Human Waste“, „Pierced From Within“, „Souls To Deny“, „Despise The Sun“, „Effigy Of The Forgotten“ & „Breeding The Spawn“. Ein Song wie „Liege Of Inveracity“ schraubt immer noch locker Nackenwirbel im Gros auseinander!
Ein Klassiker, der nachfolgende Generationen bis heute beeinflusst! Auf diese Art und Weise macht ein Konzertmitschnitt tatsächlich Spaß. Ab dafür!

Wednesday, October 7, 2009

NIRVANA 2002 – Recordings 89-91 Cd/Relapse


Der erste Song hat mich gleich wieder in den Bann gezogen, „Mourning“ stammt vom legendären Schwedensampler „Projections Of A Stained Mind“. Das war tatsächlich mein persönlicher Favorit auf der gesamten Compilation und ist zudem auch der beste Song von NIRVANA 2002. Pure Nostalgie! Ob die aber ausreicht, so ziemlich alle Aufnahmen einer Band zu veröffentlichen die keinen langen Atem hatte ist fraglich. Sicher, NIRVANA 2002 steht für typischen Schweden Death Metal und erfreut gewiss das Herz so manchen alten Sackes. Und ohne Zweifel ist auch das 90er Demo „Disembodied Spirits“ einfach göttlich und nach noch mal überpolieren soundmäßig auch ein Genuss. Der Bass schnattert und die Gitarre ist tiefer gelegt als ein Rennwagen. Aber warum schrottige Proberaumaufnahmen veröffentlicht werden müssen, versteh ich nicht. Pläne, das Gesamtwerk einer, wenn auch geilen, Eintagsfliege zu veröffentlichen, gibt es schon seit 2001. Das „Disembodied Spirits“ Demo ist gleich 2 mal drauf, als neuer Remix und im Original, wobei der Unterschied deutlich zu hören ist. Außerdem das 91 Demo so wie eine Liveaufnahme von „Mourning“ anlässlich des einzigen live Gigs. Und dann eben zahlreiche Rehesal-Mitschnitte, die sich gelohnt hätten mit anständigem Budget aufgenommen zu werden. So klingt das aber schrecklich. Waren halt andere Zeiten damals und bei weitem nicht die schlechtesten. Für jüngeres Publikum ist das Ganze sicher nicht gemacht und wird die auch nicht interessieren, müssen halt die herhalten, die die Reife des Alters schon genießen können. Nun ja, ist eigentlich auch so ganz cool, und die schlechten Aufnahmen kann man auch wegzappen.

Sunday, October 4, 2009

NOTHIN´ SUSS / QUEEF HUFFER - Suspect / Infatuation... -Split Cd/Rotten Roll


Beide Bands sind auf das erste Ohr artverwandt. So rein musikalisch, bedienen sich doch beide in etwa bei Kapellen wie BLOOD DUSTER, CBT oder was es noch so an besseren groovy Gore Grind Bands gibt. Stilecht wurde der Gesang von NOTHIN´ SUSS auf dem Klo aufgenommen, wenn´s denn stimmt. Bin mir nicht sicher was das ergänzende „ no shit“ dabei bedeutet. Das der Sänger dabei nicht … und vielleicht an Verstopfung litt oder dass die Story stimmt. Jedenfalls wertet das den Part der aus Australien stammenden Fraktion nicht unbedingt auf. Auch wenn die 4 ziemlich gut rocken und grooven, setzt bei engstirnigeren Zeitgenossen vergleichsweise schnell Langeweile ein, da alle Stücke ziemlich gleich klingen und kein Deut von ihre Base abrücken. Das ist genau so, als wenn du den ganzen Tag mit dem Bus am Ostseestrand lang fährst, ist ein toller Ausblick, aber immer der gleiche blau grüne Geplätscher. Ich will´s hier aber nicht überziehen, denn ich muss gestehen, ich hatte meinen Spaß dabei… bei der Musik! Den ganzen Tag Ostsee ohne rein springen ist Scheiße! – Sound ist leider etwas mager, wohl über Nacht zusammen gekloppt, wer weiß?
QUEEF HUFFER kommen besser in das Rennen. Deren Set finde ich brutaler, den Harmonizer viel schicker und das Gesamtkonzept viel goriger. Da geht es dann doch schon mal schick ab, wenn auch nicht anhaltend. Zudem hat der Sound eine gute rumplige Bassspur! So was gefällt mir. Natürlich darf auch hier gegroovt und so Sachen gemacht werden und der Spaßfaktor steigt auf Grund der variableren Songs auch an. Das Ganze ist bar jeder Technik und reißt Mauern ein…mit „porn, blood and war“! Ist ne echt eklige Schweinerei, die jedes Klischee der Goreszene bestätigt. Jawoll, weiter so!
7/10

Friday, October 2, 2009

GOREAPHOBIA – Mortal Repulsion – Cd/Ibex Moon


GOREAPHOBIA gehört zu jenen Bands aus denen mal etwas hätte werden können, gehörte sie doch zur ersten Welle echter Death Metal Bands in den ausgehenden 80ern, eine Band, die heute hätte ein Klassiker sein können. Doch tatsächlich haben sie es nie über Demos und 7er hinaus geschafft und nach 1993 mehr namentlich als physisch existiert. Ob das an der ständig wechselnden, mitunter prominenten Besetzung liegt, vermag ich nicht zu sagen. Heute ist sie lediglich noch Insidern bekannt, auch wenn sie es verdient hätte in einem Atemzug mit Bands wie IMMOLATION, INCANTATION, MASTER, ENTOMBED, ASPHYX und was weiß ich genannt zu werden. Nun, nach mehr als 20 Jahren erscheint das Debüt „ Mortal Repulsion“, ein Werk, das in der Zeit stehen geblieben ist. Entweder nennt man es jetzt angestaubt und altbacken oder man springt vor Begeisterung aus den Polstern, vor lauter Freude ob dieser grandiosen Old School Death Metal Keule. Das liegt nun im Auge des Betrachters, oder besser in dessen Ohr. Tatsache ist, dass dieses Album auch vor 20 Jahren hätte erscheinen können und damals sicher ein echtes Highlight gewesen wäre. Heute bedarf es schon ganz schöner Ellenbogen und viel Atem, um sich im Sumpf einer unüberschaubaren Szene durch zu setzen. Aber vielleicht ist ja der Kultstatus bei den alten Fans so was wie ein Bonus. Qualitativ haben sie es jedenfalls immer noch drauf. „Mortal Repulsion“ ist ein sehr unkompliziertes und direktes Album, es verzichtet völlig auf irgendwelche Schnörkel und frisst sich mit düsterer Atmosphäre stumpf in die Magengrube. Es ist heavy und zäh wie Lava. Gelegentliche Tempoausbrüche lenken nicht von seinem Marschtempo ab, das eher an einen Lavastrom erinnert als an Trommelfeuer. „Mortal Repulsion“ ist ein durchweg gutes Album, das den Vergleich mit diversen Größen nicht zu scheuen braucht und dem Old School Fans aus der Hand fressen werden. Ich hoffe nur, dass der Atem diesmal länger ist.
8/10

WITCHMASTER – Trücizna – Cd/Ibex Moon


Nach dem Weggang von Inferno scheinen mir die Polen zu schwächeln. Jedenfalls überzeugt mich ihr neues Album nicht zur Gänze. Schwarzer, teil auch lyrisch kontroverser Black/Thrash Metal bleibt natürlich weiter der Focus, aber so richtige packende Ideen kommen den Brüdern auf diesem Album nicht wirklich. Es ist natürlich nicht zu bestreiten, dass das Album bei seinem durchweg hohen Tempo einiges an messerscharfen Gitarrenriffs und polternden Drums zu bieten hat. Im direkten Vergleich zu einer Band wie DESASTER kacken sie aber doch beträchtlich ab, dafür ist die Musik häufig zu uninspiriert. Zudem ist der Sound ziemlich verkorkst, vielleicht aber auch stilecht. Für mich klingt das jedoch viel zu hektisch und zudem mit widerlichen Feedbacks gespickt, die mir das Trommelfell zerreißen wollen. Mit so was sollte man vielleicht doch etwas sorgsamer umgehen. Ist aber auch möglich, dass hinter dem rohen Sound Methode steckt, wer weiß das schon. Den Einsatz des Keyboardes hätten sie sich ganz sparen können, das Ding ist nämlich lediglich zu erahnen. Schlussendlich enthält „Trücizna“ 7 gute aber durchschnittliche Stücke, die leider nicht das Zeug zu Größerem haben und Fans von gestandenem Black / Thrash trotzdem gefallen werden. Als Boni dürft ihr euch noch SEPULTURA´s „Troops Of Doom „ reinziehen und die Demoversion des Titelstücks dazu. Zweitere ist aber eher überflüssig. Wer sich also nicht am rohen Soundgewand stört und auch kein Problem damit hat, dass sich einige Stücke inhaltlich scheinbar wiederholen, der riskiert ruhig mal ein Ohr. Die Scheibe ist nämlich, wenn auch kein Burner, letztendlich ganz passabel. 5/10

HOD - Serpent – Cd/ Ibex Moon


HOD entführen uns in eine Zeit, als Metal noch ernst zu nehmen war, als die Spacken noch nicht im Teddy Kostüm zu Konzerten gerannt sind, als sich noch niemand auf Festivals in Alufolie eingepackt hat und nach Hause telefonieren wollte. In eine Zeit, als Leder und Nieten nach dem Wochenende nicht im Schrank verschwunden sind. Zurück in glorreiche Zeiten, als Metal noch düster, böse, kalt und ernst zu nehmen war und ihm keine überflüssigen Spaß - Attitüden in Frage gestellt haben. HOD sind großartig, HOD spielen rabenschwarzen Black/Death Metal wie er in den ausgehenden 80ern populär war und HOD treffen den Kern der Musik mehr als präzise. „Serpent“ richtet sich an Fans von DARKTHRONE genau so wie an Fans von DEICIDE und schafft so die moderne Symbiose einer Szene die früher nicht so strikt getrennt war. Ohne etwas neu zu kreieren, erweisen HOD ihre Reminiszenz denjenigen die es verdient haben und zeigen dabei höchstes spielerisches Niveau. Das wiederum ist kein Wunder, denn auch wenn es sich bei „Serpent“ um ein Debüt handelt, sind die 5 Musiker durch die Bank nicht unbeschlagen, spielten sie doch unter anderem bei THORNSPAWN, NECROVORE, GG ALLIN und anderen. Allein ein Song wie „Black Rites“ sorgt mit seiner Leadgitarre für blanke Gänsehaut. Und das nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil die Nummer vor purer schwarzer Bösartigkeit nur so strotzt. Metal kann auch im Jahr 2009 noch in den Arsch treten ohne albern zu sein, kann immer noch mit Klischees spielen ohne sich selbst ständig rechtfertigen zu müssen. HOD ist eine Band für all jene, die auf der Suche nach dem einzig wahren „Spirit Of Metal“ sind und die Schnauze voll haben, vom überladenen Kaspertheater heutigen Datums.
9/10